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Besuche bei einsamen Menschen

Bornhöved Besuche bei einsamen Menschen

Weil Kinder und Enkel fortziehen und auch Nachbarn alle paar Jahre wechseln, haben Senioren oft niemanden mehr, der mal hereinschaut. Ein Problem, das finanzielle Sorgen bald in den Schatten stellen könnte: die Vereinsamung. Hier helfen die „Rinkieker“ – im Amt Bornhöved sind es sieben Freiwillige.

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Über die ehrenamtliche Unterstützung freut sich Ann-Kristin Matthaei (hinten von rechts) vom Pflegestützpunkt im Kreis Segeberg. Zu denen, die im Amt Bornhöved einsame Senioren betreuen, gehören Renate Wulf, Anke-Lisa Jacobi, Margrit Peschel, Kristina Manke (unten von links) Barbara Wilfert, Susan Buchholz und Astrid Hamann.

Quelle: Detlef Dreessen

Bornhöved. „Sie hat niemanden mehr, mit dem sie sprechen kann“, berichtet Astrid Hamann, ehrenamtliche „Rinkiekerin“ des Pflegestützpunktes, über eine alte Dame, die sie hin und wieder besucht. Reingucken, auf plattdeutsch: rinkieken, sei in solchen Fällen wichtig, sagt Ann-Kristin Matthaei vom Pflegestützpunkt Segeberg, der im Alten Amt in Bornhöved zu Hause ist. In den Dörfern des Amtes Bornhöved will sie daher einen Kreis von „Rinkiekern“ aufbauen.

 Sieben Frauen hat Ann-Kristin Matthaei um sich geschart und ihnen die Titel „Rinkieker“ und „Kümmerer“ verliehen. Gemeinsam ist den Frauen, dass sie ein Auge auf Senioren haben, die wenig soziale Kontakte haben. „Rinkieker“ sollen dabei – wie es der Name sagt – bei Senioren hinein gucken. Ein bisschen Plaudern, eine Runde Karten spielen oder auch gemeinsam etwas unternehmen, um die Einsamkeit zu vertreiben. „Kümmerer“, so die Idee des Pflegestützpunktes, sind unabhängig von persönlichen Besuchen auch Ansprechpartner und Informationsbörse, wenn es um das Leben alter Menscheb geht. Sie haben Adressen von Pflegediensten und Seniorentreffs, vermitteln Einkaufsgemeinschaften oder informieren zu Fragen der Existenzsicherung.

 In der Praxis gibt es fließende Übergänge. Auf jeden Fall hoffen die sieben Frauen, dass ihre Bürgermeister sich hinter ihren Dienst stellen und die älteren Mitbürger animieren, die Angebote in Anspruch zu nehmen. Weil es eine offizielle Aufgabe ist, erhalten die Ehrenamtlichen Schulungen, etwa zum Umgang mit Demenz. Außerdem unterliegen sie der Schweigepflicht. Dass jemand anderen verrät, wie es bei den Gastgebern zu Hause aussieht oder wie es um ihre Gesundheit bestellt ist, kommt nicht in Frage.

 Wer Hilfe braucht, von jemandem weiß, der sich über Besuch freut, oder wer als „Rinkieker“ selbst jemanden besuchen möchte, kann sich bei Ann-Kristin Matthaei melden. Sie macht die Erstbesuche, um zu gucken, wer zu wem passt, etwa weil die gleichen Interessen vorhanden sind. Beide Seiten sollen Freude am Besuch haben.

 „Wir sind ja keine Sozialarbeiter“, stellt Anke-Lisa Jacobi klar. Deshalb sei bei ihr auch nicht mehr als der Besuch von zwei Senioren drin. In diesem Umfang aber sieht sie es als eine sinnvolle Aufgabe. „Man profitiert von der Lebenserfahrung, kann ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen und gemeinsam Veranstaltungen besuchen.“

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