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Das grüne Herz der Kläranlage

Bornhöved Das grüne Herz der Kläranlage

Sogar Tomaten wachsen am Rand der vor einem Jahr in Betrieb genommenen Klärschlammvererdungsanlage der Gemeinde Bornhöved. Bürgermeister Dietrich Schwarz ist mit der Arbeit der Schilfbeete in der Kläranlage sehr zufrieden. In ein paar Jahren soll die grüne Investition für schwarze Zahlen sorgen.

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12 000 Schilfpflanzen entfernen aus dem Bornhöveder Klärschlamm die Feuchtigkeit und schaffen aus dem Schlamm Humus. Bürgermeister Dietrich Schwarz freut sich, dass alles gut angewachsen ist.

Quelle: Detlef Dreessen

Bornhöved. Bei der Inbetriebnahme der Anlage im vergangenen Frühjahr waren nur Schilfpflanzen ins Kiesbett zweier großer Becken gesetzt worden. Auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern sollten die 12000 Pflanzen anwachsen und im Laufe der kommenden Jahre als grüne Mitarbeiter der Gemeinde viel Geld sparen. Die Tomaten siedelten sich quasi als Untermieter an.

 „Die Pflanzen nehmen die Flüssigkeit aus dem Klärschlamm auf und verdunsten sie“, erklärt Schwarz. Außerdem nehmen sie die Nährstoffe auf und setzen sie in Blattmasse um. Wenn die Pflanzen im Herbst verwelken, werden sie zu Humus.

 Bevor der Klärschlamm in die Anlage kommt, wird er nach herkömmlichem Verfahren gereinigt. Die Schilfpflanzen ersetzen den letzten Schritt, den Wasserentzug, der bisher per Zentrifuge kostenaufwändig vorgenommen wurde. Eine Pumpe sorgt laufend dafür, dass neuer Klärschlamm in die Becken strömt. Jahr für Jahr wächst so die Humusschicht, bis sie mannshoch ist und abgefahren wird.

 Weil die Klärschlammmasse durch den Wasserentzug auf fünf bis zehn Prozent reduziert wird, verringern sich die Kosten für die spätere Entsorgung. „40000 bis 50000 Euro sparen wir so pro Jahr“, erläutert Schwarz bei einer Begehung. In vier Jahren habe sich die Anlage amortisiert.

 „Das ist die beste Nährlösung für die Pflanzen“, sagt Schwarz und zeigt auf den Schlamm. „Deshalb sehen sie auch so kräftig und gesund aus.“ Auch die Blätter der Tomatenpflanzen zeigen ein kräftiges Grün. Dass die Tomatenkerne überhaupt den Weg von häuslichen Sanitäranlagen bis zur letzten Klärstufe unbeschadet überstanden haben, zeige deren Widerstandsfähigkeit ebenso wie die schonende biologische Reinigung im Bornhöveder Klärwerk, meint der Bürgermeister.

 Ob die Tomaten genießbar sind, die in diesem Umfeld wachsen, mochte Schwarz nicht beurteilen. Wie hoch die Belastung des Humus mit Schwermetallen ist, werde aber laufend überwacht. Ob die Masse letztendlich verbrannt werden muss oder als Blumendünger in Gönnebeks Gärtnereien sinnvoll verwendet werden kann, sei auch noch nicht sicher. In jedem Fall aber sei klar, dass sich die vielen Tage, die die Gemeindevertreter mit dem Studium von Unterlagen und Besichtigungen ähnlicher Anlagen im ganzen Land investiert haben, gelohnt hätten. Anfangs habe es noch Bedenkenträger geben, aber die seien durch den erfolgreichen Betrieb schon jetzt widerlegt worden. Schwarz: „Manchmal muss man Mut haben.“

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