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Radler müssen viele Hürden nehmen

Bornhöved Radler müssen viele Hürden nehmen

Manche Radfahrer in Bornhöved bangen bei jedem Einkauf, ob sie heil nach Hause kommen. Der Radverkehrsbeauftragte des Kreises Segeberg hat die Situation in Bornhöved untersucht. Ergebnis: Viele Straßen im Ort seien nicht für den Radverkehr ausgelegt, obwohl sie dafür planerisch vorgesehen waren.

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Schieben - das bleibt vielen Fahrradfahrern als einziger Ausweg auf der Brücke am Kieler Tor.

Quelle: Detlef Dreessen

Bornhöved. „Es ist furchtbar“, seufzt Ingrid Hoffmann. Die 65-Jährige versucht ebenso verzweifelt wie vergebens, nach ihrem Einkauf beim Discounter auf die gegenüberliegende Straßenseite zu kommen, um von dort ihren Weg nach Hause auf der anderen Seite des Dorfes fortzusetzen. „Jedes Mal ist man froh, wenn man heil zu Hause ist“, sagt Ingrid Hoffmann, .„die Autofahrer nehmen keinen Rücksicht auf die Radfahrer. Am Wochenende ist es besonders schlimm.“

 Der Seniorenbeirat hat sich des Themas angenommen, berichten Anke Lisa Jacobi und Lothar Vibrans.

 Viele lassen das Fahrrad aus Angst lieber stehen, weiß Ingrid Hoffmann. „Man wird mit dem Alter immer unsicherer.“ Einige Male sei sie schon fast angefahren worden, berichtet die Seniorin. „Aber was soll man machen, wenn man einkaufen muss. Im Ort gibt es ja keinen Laden mehr.“ „Manch einer fährt auf dem Bürgersteig, obwohl es nicht erlaubt ist“, weiß Lothar Vibrans.

 Der Radverkehrsbeauftragte des Kreises Segeberg Joachim Brunkhorst hat schon vor einem halben Jahr die Situation für die Radler in Bornhöved untersucht. Besonders nötig seien Verbesserungen zwischen den Supermärkten im Norden bis zum Markt. Dort sollte der Radverkehr mit dem Kraftverkehr gleich gesetzt setzt werden. Auch das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h, Piktogramme auf der Straße und andere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen seien denkbar. Solche Maßnahmen empfiehlt Brunkhorst auch für eine Reihe weiterer Kreis- und Gemeindestraßen.

 Vergangenheit schon viele Konzepte erstellt“, erklärte Bürgermeister Dietrich Schwarz. Es sei immer an der Umsetzung gescheitert. Nun soll das Thema in ein umfassendes Sanierungskonzept des ganzen Dorfes aufgenommen werden, für das die Gemeinde einen Förderantrag beim Land stellen werde. Bis diese Maßnahmen dann umgesetzt werden, könne es noch lange dauern – es könne aber auch ganz schnell gehen, so Schwarz.

 Ingrid Hoffmann entscheidet sich erst einmal, auf das Überqueren der Straße zu verzichten. Stattdessen schiebt sie ihr Fahrrad auf dem Bürgersteig ein paar Hundert Meter. Dann versucht sie es noch einmal – und hat Glück. Sie kommt unfallfrei auf der anderen Straßenseite an.

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