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Süßes in 500 Variationen

Bornhöved Süßes in 500 Variationen

Es duftet nach Kindheit, Wohlgeschmack und Glück, wenn Peter Hirche eines der vielen Gläser öffnet, die in den Regalen stehen. Fruchtgummis, Lakritz, Bonbons, Pralinen und andere Süßigkeiten in 500 Variationen laden im „Bonbonladen und Feines“ zum Schleckern ein. Er eröffnet am 30. Mai.

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Peter Hirche ist Herr über 500 Sorten von Leckereien im Bonbonladen "Gutschmecker" in der Bornhöveder Lindenstraße.

Quelle: Detlef Dreessen

Bornhöved. In den ehemaligen Schlecker-Markt an der Ecke Lindenstraße / Kuhberg ist das Geschäft eingezogen, das mit „Bonbonladen und Feines“ eher Understatement betreibt. „Erdbeer-Brause-Bälle“, „Whisky Trüffel“ oder „Geröstete Haselnuss Pralinen-Schokolade“ steht da auf Etiketten. Unwillkürlich läuft einem das Wasser im Mund zusammen – und das nicht vergeblich. „Naschen ist bei uns Pflicht“, sagt Hirche schmunzelnd. „Wenn jemand bei uns etwas kauft, soll er es vorher probiert haben. Dann weiß er, wie es zu Hause schmeckt.“

 Erfahrungen hat der gelernter Groß- und Einzelhandelskaufmann bei Haribo und anderen Unternehmen der Süßwarenindustrie gesammelt. Vor drei Jahren wendete er dem Massengeschäft den Rücken zu und setzte auf traditionell handwerklich Gefertigtes. Von Ruhwinkel aus handelte er mit hochwertigen Süßwaren, die in kleinen Manufakturen eigens für ihn und sein Label „Gutschmecker“ produziert werden. Weil sein Show-Room bald mehr Händler und Busgesellschaften anzog, als dem Vermieter lieb war, suchte Hirche einen neuen Standort und fand ihn in der Nachbargemeinde Bornhöved.

 „70 Prozent Fruchtsaft, da glauben Sie, sie beißen in eine Frucht“, wirbt der 49-Jährige. „Und fast alles nur mit natürlichen Farben und Aromen.“ Wer‘s nicht glaubt kann, wie gesagt, naschen. Dass sich die Kinder und Jugendlichen aus den benachbarten Schulen und Kindergärten schadlos halten und mit Bauchschmerzen nach Hause kommen, glaube er nicht. Die Süßigkeiten sind viel zu aromatisch, um kiloweise gefuttert zu werden.

 Beim Ausprobieren neuer Sorten ist auch Hirche selbst zurückhaltend – wie ein Sommelier, der Weine verköstigt. „Wenn man 30 Sorten Lakritz probiert, kann man die gar nicht runterschlucken. Sonst bekommt man extremen Bluthochdruck.“ Also wird wie beim Weintester vorsichtig gekaut, geschmeckt und dann wieder ausgespuckt. Im Laden wird solches Durchprobieren selten vorkommen. Aber wer einmal so richtig zuschlagen will, wird nicht zurück gewiesen, sondern gönnt sich am Tresen einen „Kaffee Hüftgold“. „Das ist ein Kaffee und dazu eine Schüssel, in die man alles füllen kann, worauf man Lust hat“, erklärt Hirche

 Bornhöveds Bürgermeister Dietrich Schwarz ist nicht nur aus geschmacklichen Gründen begeistert vom neuen Mieter der gemeindeeigenen Immobilie. Endlich komme wieder Leben in den seit vier Jahren leer stehenden Schlecker-Markt und damit ins Ortszentrum, aus dem in den vergangenen Jahren die Läden eher fortgezogen sind.

 Wenn 2018 der Vertrag mit der benachbarten Volksbank ausläuft und sie nebenan neu baut, könnte Hirche sich weiter ausbreiten. Möglich wäre in den freien Räumen eine Bonbonproduktion vor den Augen der Kunden, überlegt der Geschäftsmann. „Ich habe schon viele Anfragen von Seniorenklubs und Schulen.“ Schwarz, der versucht, die Gemeinde für den Tourismus zu entwickeln, wäre das nicht unlieb. Die 10000 Besucher, die Hirche in Ruhwinkel in einem Jahr zählte, wären auch in Bornhöved willkommen.

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