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Bürgerehrenpreis für Klaus Hox

Kaltenkirchen Bürgerehrenpreis für Klaus Hox

Das war wieder einmal ein gelungener Neujahrsempfang in Kaltenkirchen, auch wenn das Interesse in diesem Jahr nicht ganz so groß war wie in den Jahren zuvor. Gut 260 Bürger hatten den Weg ins Rathaus gefunden. Der Bürgerehrenpreis für besonderes ehrenamtliches Engagement ging dieses Mal ging an den 72-jährigen Klaus Hox.

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Gut 260 Besucher waren zum Neujahrsempfang in das Kaltenkirchener Rathaus gekommen. Sie erlebten ein kurzweiliges und stimmungsvolles Programm.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Viele der Besucher wunderten sich über die Polizeipräsenz vor dem Eingang und den Sicherheitsdienst im Gebäude. Aber die Ordnungskräfte brauchten nicht einzugreifen. Bürgermeister Hanno Krause hatte mit dem Polizeischutz auf ein anonymes Flugblatt im Briefkasten des Verwaltungsgebäudes reagiert, das an ISIS-Terroristen erinnerte und abgeschlagene Köpfe zeigte. „Die Polizei ermittelt in dieser Sache. Und wir wollten hier einen friedlichen Ablauf gewährleisten.“ Das gelang eindrucksvoll.

 Der mit Ehrenpreis ausgezeichnete Hox engagiert sich in der Sucht-Prävention, hat zwei Blau-Kreuz-Gruppen gegründet und geleitet, steht bei Problemen noch immer als Ansprechpartner zur Verfügung und hält regelmäßig Vorträge in Schulen.

 Bürgervorsteher Rüdiger Gohde und Krause hießen alle Gäste vor dem Ratssaal persönlich mit Handschlag willkommen. In seiner Begrüßungsansprache sagte der Bürgervorsteher, dass man nicht immer nur davon träumen solle, dass alles besser werde, sondern am besten selbst mit anpacke. „Wie das geht, zeigen unsere ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger“, sagte Gohde. Ohne sie wäre das Vereinsleben tot, die Kulturlandschaft öde, die Senioren- oder Kinderbetreuung ein Notstandsgebiet. „Und wer würde sich um die Flüchtlinge kümmern?“ Der Bürgervorsteher fuhr fort: „Was unzählige Bürgerinnen und Bürger jeden Tag in unserer Stadt leisten, ist mit Geld nicht zu bezahlen.“

 Gohde blickte auch weit über die Stadtgrenzen hinaus und beklagte das Versagen der EU in der Flüchtlingsfrage: „Es gibt keine gemeinsame Außenpolitik, keinen effektiven Schutz der Außengrenzen und keine gerechte Verteilung der Flüchtlinge.“ Er habe Weihnachten zu Hause mit elf Menschen aus vier Kontinenten gefeiert. „Es war ein buntes Fest des Friedens. Das wünsche ich mir auch für unsere Stadt.“

 Auch der Bürgermeister ging auf die Flüchtlingsfrage ein. Er zeigte sich zufrieden, dass die Betreuung in der Stadt funktioniere. In diesem und im nächsten Jahr entstünden bis zu 1000 neue Wohnungen. Er gehe davon aus, so Krause, dass daher viele Kaltenkirchener innerhalb der Stadt umziehen werden. Dadurch würde preisgünstigerer Wohnraum für Flüchtlinge frei.

 Das Durchschnittsalter der Kaltenkirchener betrage 42 Jahre, führte der Bürgermeister weiter aus, dem die derzeitige Arbeitslosenquote von über sieben Prozent nicht gefällt. Man müsse und werde deshalb weitere Unternehmen in der Stadt ansiedeln, um für die Sicherung der bestehenden und Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze zu sorgen.

 Häufig wird nach Krauses Worten vergessen, dass zur Entwicklung einer Stadt auch die Sanierung der Straßen, die Erneuerung eines maroden Kanalnetzes und die Bereitstellung von notwendigem Parkraum gehöre. Auch da gebe es in Kaltenkirchen keinen Stillstand, betonte der Bürgermeister. Zahlreiche Projekte wie der Ausbau der Friedenstraße seien abgeschlossen, andere, wie die Erneuerung des Kisdorfer Weges, in vollem Gange. Auch die Erweiterung des Parkhauses werde folgen. Nicht zu vergessen der Bau der Feuerwache an der Süderstraße, deren Inbetriebnahme Krause für den Herbst dieses Jahres in Aussicht stellte. Dieser Neubau sei zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit dringend erforderlich.

 Als Leuchtturm in der Region mit weiter Ausstrahlung bezeichnete Krause die Holstentherme. „Wer hat schon ein solches Freizeitbad mit einer wirtschaftlich schwarzen Null ohne zusätzliche Belastungen für den Steuerzahler? Wir in Kaltenkirchen.“

 Zwischen den Reden und der Ehrung gab es immer wieder musikalische Beiträge der Band „The Radio“. Vor allem die 31-jährige Sängerin Anja Yilmaz begeisterte mit ihrer Vielseitigkeit - egal ob Abba-Song oder „Theater“ von Katja Ebstein. Die blonde Künstlerin mit der Superstimme bekam verdienten Applaus. Das war es nicht verwunderlich, dass die Band nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen konnte. Das Lied „Das hab` ich in Paris gelernt“ wurde dann extra noch für den Bürgermeister gesungen.

 Wie immer schloss sich an den offiziellen Akt ein Stehkonvent im Erdgeschoss und im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes an. Bei Schnittchen und Getränken wurde noch munter geplaudert.

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