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Bürgermeister Kebschull tritt zurück

Oersdorf Bürgermeister Kebschull tritt zurück

Oersdorfs Bürgermeister Joachim Kebschull hat sein Amt und den Sitz in der Gemeindevertretung niedergelegt. Der 62-Jährige begründete seinen sofortigen Rücktritt in einem Schreiben mit gesundheitlichen Problemen. Zuletzt wurde er von Sieglinde Huszak vertreten.

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Joachim Kebschull ist als Bürgermeister der Gemeinde Oersdorf (Kreis Segeberg) zurückgetreten. Vor rund einem Jahr war er von einem unbekannten Täter niedergeschlagen worden. Die Tat mit einem mutmaßlich fremdenfeindlichen Hintergrund hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Oersdorf. Stellvertreterin Huszak verlas am Donnerstagabend in der Bauausschusssitzung das Schreiben von Kebschull. Er gab darin an, vor vier Monaten einen leichten Schlaganfall erlitten zu haben.

Bundesweit hatte der ehrenamtliche Politiker im September vergangenen Jahres Schlagzeilen gemacht, als er in der Nähe des Gemeindehauses von einem Unbekannten niedergeschlagen wurde. Der Bürgermeister landete mit einem Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen im Krankenhaus. Fremdenfeindliche Motive wurden damals nicht ausgeschlossen. Kebschull hatte sich zuvor für die Aufnahme von Flüchtlingen in Oersdorf ausgesprochen.

Der Bürgermeister erhielt Drohbriefe

Zeitungen und Fernsehsender in ganz Deutschland vermuteten in dieser Bereitschaft, Flüchtlingen ein Heim zu geben, einen Grund für den Überfall. Bestärkt wurde diese Ansicht durch Drohbriefe mit rechten Parolen, die es vor dem Anschlag wiederholt gegeben hatte. „Wer nicht hören will, muss fühlen" und "Oersdorf den Oersdorfern", hieß es darin, obwohl die Gemeindevertretung sich längst von der Idee verabschiedet hatte, Asylbewerber unterzubringen, weil es einen entsprechenden Bedarf wie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle nicht mehr gab.

Die Suche nach dem Täter wurde mittlerweile eingestellt. "Das Verfahren wurde Mitte Juli abgeschlossen", sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler auf Nachfrage von KN-online. Demnach hat die Polizei "trotz erheblichen Ermittlungsaufwands" keinen Schuldigen finden können. 

Von Klaus-Ulrich Toedter

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