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Abschied vom Präsidenten

Bundespolizei Bad Bramstedt Abschied vom Präsidenten

Rund 400 Gäste kamen am Donnerstag in den Hangar der Fliegerstaffel Fuhlendorf, um Joachim Franklin (60) nach 41-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand zu verabschieden – und um die Amtseinführung seines Nachfolgers als Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, Bodo Kaping, zu feiern.

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Joachim Franklin (links) übergab das Polizeipräsidium an seinen Nachfolger Bodo Kaping.

Quelle: Privat

Bad Bramstedt. „Vom Grenzjäger zum Präsidenten“, so umfasste Dieter Romann, Präsident des in Potsdam ansässigen Bundespolizeipräsidiums, in seiner Festrede die Dienstzeit Franklins. Romann gab in seiner Rede einen kurzen Rückblick auf die Karriere seines Kollegen, angefangen beim Bewerbungsschreiben, das Franklin kurz vor seinem Abitur im Sommer 1975 beim Bundesgrenzschutz abgab, um dort die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Besonders beeindruckte Roman ein Satz, den Franklin damals in seinen Lebenslauf schrieb: „Meine Kindheit verlief ohne besondere Vorkommnisse.“ Das würde ihm als einen von vier Brüdern wohl niemand glauben, vermutete Roman und erntete zustimmendes Lachen der Gäste. Ein ganz besonderes Zusammentreffen Franklins mit zwei Königinnen, einer echten und einer falschen, hob Dr. Dieter Romann ebenfalls hervor. Als die niederländische Königin Beatrix 1991 Berlin besuchte, kam auch der Komiker Hape Kerkeling als deren Double verkleidet und bat um Eintritt ins Schloss Bellevue. Joachim Franklin war einer der Bundespolizisten vor Ort und auch in der Fernsehübertragung zu sehen. Romann: „In seinem Bericht schrieb er später: ,Darüber hinaus: ohne besondere Vorkommnisse.‘“

 Seit 2008 war Franklin Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. Zuvor leitete er bereits drei Jahre lang das aufgelöste Polizeipräsidium Nord. Verantwortung, Empathie, Selbstreflexion und Vorbild sein – all das mache einen guten Präsidenten aus, sagte Romann: „Und Joachim Franklin ist ein sehr guter Präsident.“ Auch Klaus Schlie, Präsident des schleswig-holsteinischen Landtages, und Lorenz Caffier, Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, lobten die Zusammenarbeit mit Franklin in ihren Grußworten. Caffier erinnerte zum Beispiel an den Großeinsatz zum G8-Gipfel in Heiligendamm 2007: „In diesen Tagen konnte ich mich auf Dich und Deine Gruppe verlassen.“ Klaus Schlie erinnerte an seinen Besuch in Bad Bramstedt 2012: „Was Sie und Ihre Kollegen mir damals aus Ihrer Arbeit berichteten, was Sie mir zeigten und vor allem, wie Sie mich empfingen – das hat mich tief beeindruckt und berührt.“ Schlie lobte außerdem die Einsätze der Bundespolizisten im Rahmen der Flüchtlingsbewegungen als eine Mischung aus Professionalität und Mitmenschlichkeit.

 Auf viele bedeutende Einsätze kann Joachim Franklin als Polizeiführer zurückblicken: Fünf Castor-Transporte quer durch Deutschland nach Gorleben und Lubmin, die Fußball-WM 2006, der G8-Gipfel in Heiligendamm oder die Entführung der „Hansa Stavanger“ 2009. „Ich scheide nicht im Groll aus dem Dienst, im Gegenteil. Ich schaue mit Freude und Genugtuung auf meine Dienstzeit zurück“, sagte Joachim Franklin in seiner Ansprache an die Gäste: „Wenn ich heute wieder 19 Jahre alt und Oberprimaner wäre, der sich mit seiner künftigen Berufswahl zu befassen hätte, ich würde wieder zur Bundespolizei gehen.“

 Landtagspräsident Schlie wies auch darauf hin, dass der Übergang in den Ruhestand leicht fällt, wenn ein guter Nachfolger gefunden wurde: „Bodo Kaping wird vielleicht einiges anders machen, aber er wird den Geist der Kollegialität und des gegenseitigen Respekts nahtlos fortführen.“ Kaping, der mit seinen 57 Jahren kaum jünger als sein Vorgänger ist, wurde in Wismar geboren und ist bei der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt kein neues Gesicht. Bevor er als Abteilungsleiter für Internationale Angelegenheiten in das Bundespolizeipräsidium nach Potsdam wechselte, war er von 2008 bis 2013 Leiter der Bundespolizei See in Bad Bramstedt.

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