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Murmann (CDU) tritt nicht an

Bundestagswahl Murmann (CDU) tritt nicht an

Die CDU im Kreis Plön, im Norden des Kreises Segeberg und in Neumünster muss sich einen neuen Bundestagskandidaten suchen. Philipp Murmann, der seit 2009 seine Partei in Berlin vertrat, kandidiert überraschend nicht noch einmal.

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Den CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Murmann zieht es nicht erneut ins Berliner Parlament.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Kreis Segeberg. Murmanns Parteifreunde aus den Dörfern im Amt Boostedt-Rickling, die er in Berlin vertritt, wurden von dem Entschluss überrascht.

 Der 52-Jährige möchte sich mehr seiner Familie und seinem Unternehmen Zöllner in Kiel widmen, das in jüngster Zeit stark expandierte. Seit 2001 führt Murmann die Firma, die Signalanlagen für Schiffe und die Eisenbahn herstellt. Mit stetig wachsendem Erfolg. Als die Verantwortung für das Familienunternehmen ihm in die Hände gelegt wurde, zählte es 30 Mitarbeiter. Jetzt sind es über 200. Vor allem in dem Thema Digitalisierung sieht Murmann zukünftig seine Aufgabe in seinem Unternehmen, dass er erfolgreich der vierten Generation übergeben möchte. „Die Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter habe ich immer als Mandat auf Zeit verstanden. Ich bin kein Berufspolitiker und wollte dies auch nie werden“, heißt es in einer Mitteilung. Er habe sein Wirken immer als „Unternehmer in der Politik“ verstanden.

 Dieser Entschluss bedeute für ihn aber keinen Abschied aus der Politik. Der CDU Deutschland werde er auch in Zukunft als Schatzmeister zur Verfügung stehen. Er dankte ausdrücklich Bundeskanzlerin Merkel für ihre Unterstützung. Auch auf Landes- und Kreisebene werde er sich weiterhin für die Partei einsetzen.

 Die Kür zum Kandidaten war für Murmann innerparteilich zu Beginn keine leichte Aufgabe. Sein Mitbewerber Thomas Hansen aus Lütjenburg lag bei dem entscheidenden Parteitag im ersten Wahlgang nur sieben Stimmen hinter dem Heikendorfer. Bei der Bundestagswahl 2009 gelang es Murmann, der SPD nach vielen Jahren das Direktmandat abzuknöpfen, was er 2013 gegen seine Mitbewerberin Birgit Malecha-Nissen wiederholte.

 Seine Partei wurde von der Entscheidung Murmanns überrascht. Segebergs CDU-Kreisvorsitzender Gero Storjohann sagte allerdings, er sei „schon lange eingeweiht“ gewesen in Murmanns Überlegungen. Er bedaure, dass „ein kompetenter und fleißiger Unternehmer“ den Interessen seiner Firma den Vorzug gibt. Der Ricklinger CDU-Ortsvorsitzende Hans-Günter Piechotta spricht von einem „großen Verlust“. Der Mann aus Heikendorf habe sich viel Mühle gegeben, den weit entfernten Ortsverband zu betreuen und Dinge im Nordkreis anzuschieben.

 Mögliche Nachfolger haben sich noch nicht positioniert. Storjohann geht von mehreren Bewerbern aus. Die CDU-Mitglieder der drei Kreisverbände küren Ende des Jahres auf einer Wahlkreismitgliederversammlung ihren neuen Kandidaten. Termin und Ort dafür stehen noch nicht fest.

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