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A20 wird 25 Prozent teurer

Bundesverkehrswegeplan A20 wird 25 Prozent teurer

Die A20 im Kreis Segeberg wird weitergebaut. Allerdings wird sie um 25 Prozent teurer als geplant. Und: Ein Projekt für den Schienenbahnverkehr ist beerdigt. Die Strecke der Nordbahn Bad Oldesloe-Bad Segeberg-Neumünster wird nicht elektrifiziert. Das geht aus dem Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan hervor.

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Der Weiterbau der A7 wird teurer.

Quelle: Carsten Rehder

Kreis Segeberg. In dem Plan benennt der Bund, was er bis zum Jahr 2030 bauen und bezahlen will. Die Projekte der Liste sei voraussichtlich komplett finanzierbar, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (Seth), Verkehrsexperte seiner Fraktion. Das sei in früheren Plänen anders gewesen. Da sei selbst die Liste mit den vorrangigen Projekten des „vordringlichen Bedarfs“ zu einem Drittel überbucht gewesen.

 Aus dem Entwurf von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geht hervor, dass die A20 auf jeden Fall von Weede bis zur A7 bei Bad Bramstedt weitergebaut wird. Das Projekt läuft in der allerhöchsten Stufe der „laufenden und fest disponierten Projekte“. Die 29,6 Kilometer in zwei Bauabschnitten kostet 343,9 Millionen Euro. Bislang kalkulierte der Bund mit 276 Millionen Euro (plus 25 Prozent).

 CDU-Politiker Storjohann hält den Preisanstieg für nicht verwunderlich. Die bisherigen Beträge stammten aus dem alten Bundesverkehrswegeplan, und der sei aus dem Jahr 2003. Mittlerweile seien die Anforderungen an den Umweltschutz gestiegen, was den Ausbau verteuert. Außerdem sei die Inflation zu berücksichtigen.

 Auch SPD-Bundestagsabgeordneter Franz Thönnes (Ammersbek) sieht die A20 im Kreis Segeberg auf der sicheren Seite: „Die Mittel hierfür stehen bereit.“ Die weiteren A20-Abschnitte von der A7 bis zu geplanten Elbquerung bei Glückstadt seien im „vordringlichen Bedarf“ eingestuft. „Das ist eine sehr gute Grundlage für die Realisierung.“

 Über diese Einstufung der A20-Abschnitte östlich und westlich der A7 in unterschiedliche Gruppen gibt es unterschiedliche Interpretationen. Arne Hansen, A20-Gegner Naturschützer und Bürgermeister von Klein Gladebrügge, sieht darin eine „Zurückstufung“ der A20 westlich der A7. Der Bund sehe ein, dass das Geld für die ganze A20 nicht reiche und die Verkehrsprognosen dort „einen Autobahnbau nicht hergeben“.

 Diese Sicht weisen zwei Experten zurück. „Die A20 ist voll drin“, sagt Storjohann. Und Harald Haase, Pressesprecher des SPD-geführten Landesverkehrsministeriums, betont: „Der Entwurf bestätigt die A20-Planung.“ Wenn das Baurecht da sei, zahle der Bund und werde komplett gebaut.

 Was vielleicht eine Rolle spielte: Die Grünen in der Landesregierung hadern mit dem Weiterbau der A20 über die A7 hinaus in Richtung Westen. Eine Festlegung des Bundes jetzt hätte eventuell zu Streit mit dem Partner SPD führen können, der gern die ganze A20 bauen will.

 Noch 2016 will das Land die geänderte Planung für die beiden A20-Abschnitte im Kreis Segeberg vorlegen und deren Bau genehmigen. Zuvor hatte es beim Naturschutz und bei der Trassenwahl nacharbeiten müssen. A20-Kritiker Hansen droht bereits: Wenn das Land an seiner alten Planung festhalte, werde dagegen geklagt.

 Herausgeflogen aus der Wunschliste des Landes ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke Bad Oldesloe-Neumünster. Details nannten Bund und Land nicht. Klar ist aber: Sie hat an Bedeutung verloren. Die Strecke war mal als Ausweichtrasse für Güterverkehr nach Dänemark gedacht. Der wird aber bald über die neue Fehmarnbeltquerung laufen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

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