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Karl-May-Spiele suchen Reiter

Casting Karl-May-Spiele suchen Reiter

Die Bad Segeberger Karl-May-Spiele veranstalteten am Wochenende in Groß Rönnau ein großes Casting für ihre Reiterstatisten. Gesucht wurden Könner auf dem Pferderücken, die beim Stück Old Surehand in diesem Sommer die Nerven bewahren. Einige der eingeladenen 22 Bewerber kamen von weit her.

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Johanna Bak aus Kiel will gern mitreiten. Annemieke Verdenhalven bereitete das Pferd vor.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Die Fans der Karl-May-Spiele scheuen keine langen Wege, um das Abenteuer am Kalkberg als Zuschauer mitzuerleben. Aber auch diejenigen, die davon träumen, eine Saison lang zum Team der Reiterstatisten zu gehören, stört eine weite Anreise nicht. Auch in diesem Jahr erreichten die Chefin der Reiterstatisterie, Sylvia Kassel, unzählige Bewerbungen – auch aus weiter entfernten Bundesländern. „Nach 120 Telefonaten habe ich aufgehört zu zählen.“

 Gerade erst haben die Spiele ihre drei prominenten Hauptdarsteller für das neue Stück „Old Surehand“ vorgestellt: Mathieu Carrière als „General Douglas“, Sila Sahin als Comanchin „Lea-tshina, die Weiße Feder“ und Alexander Klaws als „Old Surehand“, der beste Schütze des Wilden Westens. Dass Jan Sosniok zum fünften Mal den edlen Apachenhäuptling Winnetou spielt, war schon seit September klar. Doch was ist ein Häuptling ohne Stamm? Und ohne Krieger, die fest im Sattel sitzen? An dieser Stelle kommen Sylvia Kassel und ihre Reiter ins Wildwest-Spiel.

 „Ein junger Mann aus Köln hat sich schon persönlich hier vorgestellt“, schildert die 49-Jährige. Da der Bewerber besonders viel Erfahrung und Können mitbringe, habe er seinen Platz im Team bereits sicher. Er kann sich für den Sommer eine Unterkunft in Bad Segeberg suchen. Alle anderen müssen noch warten, bis Sylvia Kassel gemeinsam mit ihrer Schwester Andrea Kassel, die als Prokuristin bei den Karl-May-Spielen arbeitet, eine Entscheidung getroffen hat.

 Zum Vorreiten auf dem Reiterhof Behnk in Groß Rönnau waren 22 Bewerber eingeladen worden, darunter drei junge Männer. Alle mussten zeigen, ob sie sicher genug im Sattel sitzen. Dass sie genügend Zeit für die lange Saison von Mai bis September mit täglichen Proben und während der Spielzeit mit vier Spieltagen pro Woche mitbringen, haben sie bereits zugesagt. Denn für viele Bewerber ist die Faszination für das Kalkberg-Abenteuer zu Ende, wenn sie erfahren, wie viel Zeit und Engagement damit verbunden ist. Zum Beispiel sind die Reiterstatisten auch für das Wohlergehen der Pferde zuständig. Sie sind diejenigen, die in der Spielzeit den längsten Tag haben, denn auch nach der Abendvorstellung kümmern sie sich noch um die Tiere.

 Doch erst einmal müssen sich alle Bewerber den kritischen Blicken von Sylvia und Andrea Kassel stellen. Sie beobachten genau, ob die Reiter den hohen Anforderungen im Freilichttheater gerecht werden können. Anders als im Gelände oder in einer Reithalle braucht es dafür, vor bis zu 8000 Zuschauern zu reiten, starke Nerven und viel Erfahrung. Da ein Pferd als Fluchttier manchmal unerwartete Dinge tut, muss jeder Reiter in der Lage sein, schnell und gelassen zu reagieren – auch wenn ein Überfall täuschend echt inszeniert wird.

 Eine weitere Herausforderung: Als Statist muss man sich in der Vorstellung schnell umziehen können – manchmal sogar auf dem Pferderücken. Eben war man noch Indianer, dann wird man in der nächsten Szene als Soldat oder Gangster gebraucht. In diesem Jahr benötigt Sylvia Kassel sechs neue Reiterstatisten, damit ihr Zwölfer-Team komplett ist. Mit dem erfahrenen Reiter aus Köln hat sie einen schon gefunden – wer es sonst noch geschafft hat, wird es in etwa 14 Tagen wissen.

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