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„Chaotische“ Baustellenplanung

Bundesstraße B 432 „Chaotische“ Baustellenplanung

Politik, Bürger, Geschäftsleute und Polizei sind sich einig: Die Durchfahrtsreglungen während der Sanierung der Bundesstraße 432 in Klein Rönnau laufen chaotisch. Land und Baufirma versuchen jetzt nachzubessern.

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Trotz des Schildes „Durchfahrt verboten“ fahren Autofahrer in den Baustellenbereich auf der B4 32 in Klein Rönnau – was für Anlieger durchaus erlaubt ist.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Kreis Segeberg. „Beschissen!“ Klein Rönnaus Bürgermeister Dietrich Herms nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er die Lage im Ort beschreibt. Seit einigen Tagen laufen auf der B 432, der Hauptachse durch den Ort, die Bauarbeiten. In drei Abschnitten lässt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) bis Ende September die Straße bis vor die nördlichen Tore Bad Segebergs sanieren. Anlieger und Busfahrer sollten einspurig wechselweise die Baustelle passieren dürfen. Doch die ringsum aufgestellten Schilder verkünden anderes: Durchfahrt verboten oder Sackgasse. Was sollen diese Schilder, fragt sich Herms. Eltern fragten sich, ob und wie zum Schulstart die Schulbusse fahren. Und die Straße Chausseebaum sei auf ganzer Strecke gesperrt, obwohl dort gar nicht gebaut werde. Herms kritisiert den Landesbetrieb. „Informationspolitik und Ausschilderung sind katastrophal.“ Ortsfremde würden versuchen, an Verbotsschildern vorbei und durch Wohngebiete Schleichwege durch Klein Rönnau zu finden. Denn die offiziell ausgeschilderten Umleitungen führen kilometerweit weg über Trappenkamp und die A 20.

 Auch lange im voraus geplante Trauungen, die Herms als ehrenamtlicher Standesbeamter in der Wassermühle vornimmt, leiden unter den Bauarbeiten. Eine Hochzeitsgesellschaft wurde eigens von der Baufirma mit einem VW-Bus vom Parkplatz am frei erreichbaren Haus Rönnau zur Wassermühle chauffiert. Bei der nächsten Hochzeit war es mit dem Service aber schon vorbei. Herms Eindruck: „Der LBV macht zum ersten Mal eine Baustelle.“

 Auch Groß Rönnaus Bürgermeisterin Gesche Gilenski packt der Ärger. „Das läuft chaotisch und sehr unglücklich.“ Nicht nur bei der fehlerhaften Ausschilderung. „Ich hatte vorab einen anderen Zeitplan für den Bauablauf bekommen.“ Viele Bürger riefen sie Hilfe suchend an, um zu erfahren, wer wann bis wohin fahren dürfe und ob die Schulbusse nach Bad Segeberg überhaupt durchkommen. „Wir sind alle genervt.“

 So auch Antje Mojé vom Geschäft Wohngefühl am Plöner Eck in Klein Rönnau. „Das ist katastrophal.“ Kunden blieben weg. Sie ließen sich von den falschen Absperrschilder abschrecken. „Die Leute sind völlig verunsichert.“ Nirgends stehe ein Schild: Anlieger frei. Außerdem sehe sie keine Arbeiter auf der Baustelle.

 Olaf Zander von der Trave-Apotheke am Chausseebaum kritisiert, von der versprochenen „soliden Planung“ sei nichts zu bemerken. Sein Geschäft liege plötzlich im abgesperrten Bereich, obwohl dort nicht gebaut werde und Kunden freie Zufahrt hätten.

 Die Polizei ist ebenfalls enttäuscht. „Die Beschilderung ist unbefriedigend“, sagt Silke Westphal von der Pressestelle der Polizeidirektion Bad Segeberg. Am vorigen Wochenende sei kontrolliert worden. Trotz Durchfahrtsverbotschildern habe die Polizei bei Anliegern ein Auge zugedrückt und sie fahren lassen. Durchfahrer hingegen mussten ein Verwarngeld zahlen.

 LBV und Baufirma trafen sich zur Krisensitzung mit der Polizei. Die Beschilderung wurde daraufhin verbessert. Aber noch nicht zufriedenstellend, meint Westphal. „Das ist noch nicht das Gelbe vom Ei.“ Zuständig sei der LBV.

 Dessen Niederlassungsleiter in Lübeck, Jens Sommerburg, versichert: „Es wird nach Lösungen gesucht.“ Das Problem liege im Grundsätzlichen. Etliche disziplinlose Autofahrer würden sich nicht an Regeln halten. Wenn etwa „Anlieger frei“ ausgeschildert werde, würden andere Autofahrer das auch als Freibrief für eine Durchfahrt verstehen.

 Wenigstens für die Schulbusse gibt es eine Lösung, zumindest vorerst. Sie müssen erst mal keine weiten Umwege fahren, um zu den Schulen nach Bad Segeberg zu kommen. Bis einschließlich Mittwoch, 14. September, dürften sie auf der B 432 fahren, sagt Autokraft-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis. Was danach bis zum Ende der Bauarbeiten Ende September möglich sei, sei aber noch offen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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