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Containerdorf am Freitag fertig

Kaltenkirchen Containerdorf am Freitag fertig

Angesichts der erwarteten Flüchtlingszahlen stellten sich in der Kaltenkirchener Stadtvertretersitzung alle Fraktionen demonstrativ hinter Bürgermeister Hanno Krause. Er hatte zuvor per Eilentscheid den Bau eines Containerdorfes für Flüchtlinge in Auftrag gegeben. Die Ersten sollen am Freitag einziehen.

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Heimelig sieht das neue Containerdorf hinter dem Festplatz bislang nicht aus. Am Mittwoch mussten dort noch zahlreiche Rohre und Leitungen verlegt werden.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Von Januar bis Mitte September hat Kaltenkirchen insgesamt 73 Asylbewerber aufgenommen und untergebracht. Bis Ende des Jahres sollen noch einmal mindestens 79 kommen. Weil die geplante neue Unterkunft am Kamper Stieg nicht rechtzeitig fertig wird, muss auf die zuvor vermiedene Container-Lösung zurückgegriffen werden. Diese Variante wurde Anfang September mit den Fraktionen besprochen; die Eilentscheidung traf der Bürgermeister dann aber allein. „Hätten wir nur einen Tag später versucht, die Wohncontainer zu bestellen, hätten wir keine mehr bekommen“, schilderte Hanno Krause die Lage. Der Markt für Container sei aufgrund der Flüchtlingskrise wie leer gefegt. Es gebe Wartezeiten von mehreren Monaten.

 Für sein schnelles Handeln bekam der Bürgermeister von der großen Mehrheit der Stadtvertreter volle Rückendeckung. Bernd Schädler (SPD) beispielsweise meinte: „Die Stadt hat Vorbildliches geleistet. Schön, dass alle an einem Strang ziehen.“ Der Einzige, der die Verwaltung kritisierte, war Danny Blechschmidt, Vertreter der Linken. Er hätte sich vorab mehr Informationen gewünscht.

 Als Standort für das Containerdorf wurde ein städtisches Grundstück hinter dem Festplatz gewählt. Es hat den Vorteil, dass es sich schnell erschließen ließ und verkehrsgünstig gelegen ist. Allerdings gibt es auch Nachteile. Renate Volkland von der Wählergemeinschaft Pro-Kaki machte darauf aufmerksam, dass sich in direkter Nachbarschaft das Schützenheim befindet, wo regelmäßig geschossen wird. „Wir müssen bedenken, dass in den Wohncontainern Kriegsflüchtlinge leben werden“, warb sie um Sensibilität. Aus diesem Grunde wurde angeregt, dass das Ordnungsamt bei den Flüchtlingen für Aufklärung sorgen soll.

 In der Siedlung werden bis Ende des Jahres 44 Container aufgestellt. 40 davon können bewohnt werden, die anderen sind als Lager und Büro sowie für Waschmaschinen gedacht. Die Erstausstattungen wurden inzwischen geliefert. Teilweise wurden sie von Kaltenkirchener Unternehmen gespendet. Die bislang vorhandenen Feldbetten sollen in den nächsten Tagen durch Etagenbetten ausgetauscht werden. Jedem Flüchtling werden in den Containern etwa acht Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen.

 Am Dienstag wurden Tische und Schränke geliefert. Beim Zusammenbauen halfen fast zwanzig ehrenamtliche Helfer, die spontan einem Aufruf gefolgt waren. Unter den Freiwilligen waren auch mehrere Flüchtlinge, die schon länger in Kaltenkirchen leben.

 Für die Asylbewerberunterkunft am Kamper Stieg ist inzwischen ein Hausmeister eingestellt worden. Er ist nicht nur für handwerkliche Fragen zuständig, sondern soll die Flüchtlinge auch ein wenig im Alltag unterstützen. Nach diesem Vorbild wird nun ebenfalls im Freizeitpark verfahren. Für diese Anlage möchte die Stadt kurzfristig einen Betreuer einstellen, der den ganzen Tag über vor Ort sein soll. In den Nachtstunden wird ein Sicherheitsunternehmen Ruhe und Ordnung gewährleisten. Dessen Mitarbeiter sollen regelmäßig Streife gehen. Auch die Polizei wird in das Sicherheitskonzept eingebunden.

 In der Stadtvertretersitzung beschlossen wurden die finanziellen Mittel zur Einrichtung des Containerdorfes. In diesem Jahr soll es rund 310000 Euro kosten, inklusive Anmietung der Container und Bewirtschaftung. Ebenfalls zugestimmt wurde einer Nachtragssatzung zur Erhebung von Benutzungsgebühren. Denn darüber kann sich Kaltenkirchen seine Ausgaben für die Unterbringung der Flüchtlinge im Laufe der Zeit von Kreis und Land zurückholen.

 Ursprünglich war der Einzug der ersten Asylbewerber für Mittwoch vorgesehen gewesen. Weil sich die Bauarbeiten hinzogen, war dieser Termin aber nicht zu halten. Die zwei syrischen Flüchtlinge, die gestern eintrafen, wurden daher in einem Hotel einquartiert. In das Containerdorf werden sie am Freitag wechseln können – zusammen mit den vier weiteren Asylbewerbern, die bis dahin noch in Kaltenkirchen erwartet werden.

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