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Schnelle Retter auf dem Motorrad

DRK Kreis Segeberg Schnelle Retter auf dem Motorrad

Unfall in der A7-Baustelle: Im Stau fehlt für die Rettungsgasse der Platz. Doch ein Motorrad passt noch durch und bringt schnelle Hilfe zu den Verletzten. Als Helfer in der Not kommen ab nächstem Jahr Ehrenamtliche der neu gegründeten Motorradstaffel im Segeberger Kreisverband des DRK.

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Lars Schlegemilch aus Tensfeld (links) und Kay Jürgensen aus Fahrenkrug stellten die neuen Maschinen der DRK-Motorradstaffel vor der Rettungswache in Bad Segeberg vor.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. Die Hilfsleistung gehört nicht zum regulären, gesetzlich geregelten Rettungsdienst, sondern ist ein ergänzendes und unterstützendes Angebot des DRK. Zwischen Anfang April und Ende Oktober, vor allem an Wochenenden, Tagen mit Großveranstaltungen oder zu Ferienbeginn und -ende, sollen die Biker im Einsatz sein. Acht Rotkreuzler lassen sich für diese Aufgabe ausbilden, unter ihnen auch hauptamtliche Mitarbeiter des Rettungsdienstes, die in ihrer Freizeit als Sanitäter einspringen wollen.

 Zwei Motorräder hat das DRK aus eigenen Mitteln angeschafft, die zusammen mit der Sonderausstattung rund 50000 Euro kosteten. Die medizinische Ausrüstung besteht jeweils aus einem Automatischen Externen Defibrillator (dem sogenannten Elektroschocker), medizinischen Notfalltaschen und Wasserflaschen. Dazu kommen Feuerlöscher, Blinkleuchten zur Absicherung der Einsatzstelle, Navigations- und Kommunikationsgeräte.

 Dieses Equipment und ihre „solide Ausbildung“, wie es das DRK formuliert, sollen die Helfer in die Lage versetzen, bei medizinischen, emotionalen oder technischen Notlagen einzugreifen. Sie sollen sowohl bei Herz-Kreislauf-Stillstand reanimieren als auch verängstigte Kinder mit Kuscheltierchen trösten können. Davon sprachen Siegfried Prante als Vorsitzender des Präsidiums, Stefan Gerke als Vorstand des DRK-Kreisverbands Segeberg, Stefan Krause als Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Segeberg gGmbH, und Stephan Balk als stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter, als die neue Motorradstaffel am Freitag vorgestellt wurde.

 Die beiden Maschinen, die eine geländegängig, die andere nur für die Straße geeignet, sollen in der Nähe zur A 7 stationiert werden. Aber nicht nur die Autobahn, auch unwegsames Gelände kommt als Einsatzort in Frage. Geübt wurde schon mal beim Triathlon „Q-Tri“ vor zwei Wochen in Bornhöved, sagte Lars Schlegemilch, einer der acht Helfer auf zwei Rädern. Bei Festivals, Ausritten oder Kutschfahrten könnte das Geländebike von Vorteil sein.

 Das DRK versteht die Motorradstaffel als künftigen weiteren Bestandteil eines komplexen Hilfeleistungssystems. „Eine absolut sinnvolle Ergänzung, fast schon überfällig“, meinte Krause. Die Rettungsleitstelle verspricht sich vor allem verlässliche und präzise Angaben über das Unfallgeschehen, um gezielt Helfer und Fahrzeuge einsetzen zu können, erklärte Andy Renger.

 Die Bereitschaften möchten Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Ehrenamts steigern. „Motorradfahren und dabei auch noch helfen können“ wollten viele, sagte Stephan Balk. Er hofft auf mehr Zuwachs für die sieben Bereitschaften mit 150 Mitglieder.

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