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„Bis an die Grenzen“ gefordert

DRK in Bad Bramstedt „Bis an die Grenzen“ gefordert

Vor einem halben Jahr übernahm der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete und Parteivorsitzende Schleswig-Holsteins, Jürgen Koppelin, den Vorsitz des DRK-Ortsvereins Bad Bramstedt – Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

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Jürgen Koppelin übernahm in einer schwierigen Zeit den Vorsitz des DRK in Bad Bramstedt.

Quelle: Thomas Trutschel

Bad Bramstedt. Die zurückliegenden Monate waren vor allem von der Flüchtlingshilfe bestimmt - die aber manchmal auch missbraucht wird.

Ortsverein, Bereitschaftsdienst und Kleiderkammer des DRK hätten mit großem Engagement die aktuelle Situation bewältigt, meint Koppelin. „Das ging manchmal bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit unserer ehrenamtlichen Kräfte. Umso mehr sind wir diesen Helfern großen Dank schuldig.“ Ohne die starke Unterstützung des DRK-Kreisverbandes wären die Aufgaben in Bad Bramstedt kaum zu bewältigen gewesen.

 Die Zusammenarbeit mit dem Kreisverband habe sich in letzter Zeit wieder deutlich verbessert, stellt Koppelin fest. Das habe sich vor allem gezeigt, als im September die Sporthalle der Bundespolizei zeitweilig als Notunterkunft für bis zu 150 Flüchtlinge genutzt werden musste. Der Rotkrreuz-Kreisverband hatte die Versorgung der Menschen übernommen und war dabei vom DRK-Bereitschaftsdienst Bad Bramstedt unterstützt worden. Auch außerhalb Bad Bramstedts sei der Bereitschaftsdienst im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise gefordert gewesen, beispielsweise bei der Einwohnerversammlung in Boostedt vor zwei Wochen, erklärte Koppelin.

 Stark beansprucht ist nach Koppelins Worten in den letzten Monaten auch die Kleiderkammer, die die in Bad Bramstedt lebenden Flüchtlinge mit Textilien und Schuhen versorgt. „Um die Kleiderausgabe geordnet zu regeln, wird das DRK voraussichtlich in Kürze weitere Öffnungszeiten anbieten“, stellte der Vorsitzende in Aussicht. Die derzeitigen Ausgabezeiten – jeden zweiten Mittwoch von 14.30 Uhr bis 18 Uhr – reichten nicht aus, um die Menschen zu versorgen. „Der Andrang ist in der regulären Zeit nicht zu bewältigen“, sagt Koppelin. „Beim letzten Mal hatten wir bis 19.30 Uhr geöffnet, die Leute standen bis auf die Straße.“

 Das birgt auch Konfliktpotenzial. Es habe auch schon „Rempeleien“ unter den Wartenden gegeben, erzählt Koppelin. „Solche Leute werden wieder weggeschickt.“ Besonders dreist: Einige Balkanflüchtlinge versuchen offenbar Geschäfte mit den Alttextilien zu machen. Koppelin schildert folgendes Vorkommnis: „Eine Frau wurde offensichtlich vorgeschickt, um gleich mehrere Paar Schuhe zu holen, die ihr aber gar nicht passten. Als das abgelehnt wurde, kam der recht massiv auftretende Mann und forderte die Herausgabe. Um die Ecke stand dann der Audi mit geöffnetem Kofferraum.“ Das sei aber nicht die Regel, vor allem die Syrer seien sehr umgängliche Menschen. Dennoch zwingen solche Missbrauchsfälle das DRK zu verschärften Kontrollen. „Wir geben jetzt nur noch Kleider an Leute heraus, die einen Nachweis mit sich führen, dass sie in Bad Bramstedt oder im Amt Bad Bramstedt-Land als Flüchtlinge registriert sind.“ Es komme nämlich auch vor, dass Flüchtlinge aus Neumünster um Kleidung bitten. Die müssten wieder weggeschickt werden. „Wir müssen verhindern, dass die Leute reihum die Kleiderkammern abklappern“, sagt Koppelin.

 Erfreulich sei die nach wie vor große Bereitschaft der Bad Bramstedter, mit Kleidung, Sach- und Geldspenden zu helfen, freut sich der DRK-Vorsitzende. Aus eigener Kraft hätte das DRK Bad Bramstedt die Aufgaben in den letzten Monaten nicht bewältigen können. Mit Hilfe des Kreisverbandes sucht das DRK zurzeit ein neues Domizil in der Stadt. Das vor gut einem Jahr in der Kieler Straße in Fuhlendorf bezogene Haus biete nicht die nötigen Kapazitäten, stellt Koppelin fest. Vor allem für die Kleiderkammer sei es hier zu eng.

 Koppelin stellte klar: „Unabhängig von der persönlichen Meinung der Verantwortlichen im DRK zur Flüchtlingspolitik in Land und Bund wird es immer Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes sein, humanitär jedem zu helfen, der auf Hilfe angewiesen ist.“ Doch auch die Flüchtlinge müssten ihren Beitrag zur Integration leisten. Neben der Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen, müssten sie „Respekt vor den Werten ihrer neuen Heimat“ haben. Parallelgesellschaften verkrafte Bad Bramstedt nicht. Koppelin: „Unsere Werte und Normen stehen nicht zur Disposition. Es kann ganz einfach ausgesprochen werden: Die Menschen, die hier ankommen als Flüchtlinge, werden bei uns Hilfe finden, sie müssen jedoch unsere Gesetze akzeptieren und respektieren, wie wir selber es auch müssen. Wer dazu offen und bereit ist, dem werden wir auch als DRK zur Seite stehen.“

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