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Heftige Pensionierungswelle

Dahlmannschule Bad Segeberg Heftige Pensionierungswelle

Im Sommer wird etwa ein Drittel der Lehrer die Dahlmannschule verlassen – entweder aus Altersgründen, aber auch wegen Versetzungen und neuen Herausforderungen an einer anderen Schule. Das Personal-Puzzle für das neue Schuljahr ist allerdings so gut wie fertig.

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An der Bad Segeberger Dahlmannschule ändert das Kollegium zum neuen Schuljahr deutlich sein Gesicht.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Schulleiterin Nele Degenhardt: „Wir können die ganze Stundentafel erfüllen. Wir müssen nichts kürzen.“

 In diesem Schuljahr erwischt die Pensionierungswelle die Dahlmannschule besonders heftig. Die langjährige Unterstufenleiterin Angela Reher ist schon zum Halbjahr gegangen; ihr folgen mit Oberstufenleiter Dietrich von Maercker, Werner Stolle, Marlies Schütt, Michael Hansen, Uwe Rönnfeldt, Adolf Matthiesen und Antje Lassen-Villwock gleich sieben weitere Pädagogen mit zusammen fast zweihundert Dienstjahren. Violetta Weber-Sundergeld und Inge Natius gehen in ein Sabbatjahr, Frank Rössel wird Unterstufenleiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Preetz.

 „Außerdem werden zwei Kolleginnen an ihren Wohnort Lübeck versetzt“, berichtet Nele Degenhardt. „Das haben sie sich schon seit Jahren gewünscht.“ Fünf Lehrerinnen sind in den Mutterschutz gegangen. Insgesamt hat die Dahlmannschule derzeit 72 Lehrkräfte.

 Diese Zahl sinkt zum neuen Schuljahr auf 64. Zum einen war die Dahlmannschule nach den Berechnungen des Kieler Bildungsministeriums in den vergangenen Jahren ohnehin um einige Planstellen überbesetzt, zum anderen verlässt in wenigen Wochen der Doppeljahrgang aus G8- und G9-Schülern das Gymnasium. „Wir haben jetzt 882 Schüler“, sagt Nele Degenhardt. „Hinterher werden es noch etwa 650 bis 660 sein.“ Das werde auch räumlich für eine gewisse Entspannung sorgen.

 Die größte Herausforderung der vergangenen Wochen und Monate war allerdings, die gewaltigen Lücken im Kollegium zu schließen. Denn unter den Lehrern, die sich verabschieden, sind auch etliche mit so genannten „Mangelfächern“. Besonders in den Naturwissenschaften kommt zu wenig pädagogischer Nachwuchs; aber auch im Bereich Wirtschaft/Politik („WiPo“) ist die Zahl der Junglehrer überschaubar.

 „Es ist ein Riesen-Puzzlespiel“, sagt Nele Degenhardt. Man könne die Situation wegen der vielen Verschiebungen aber auch mit Schach vergleichen. Und ein bisschen ist es auch wie das Internet-Auktionshaus Ebay mit dem Slogan „Drei – zwei – eins – meins!“

 Denn das Bildungsministerium betreibt das Bewerbungsportal „PB Online“. Die Abkürzung „PB“ steht für Personalbeschaffung. „Ich kann die Leute im Rahmen des Stellenplans selber einstellen“, sagt Nele Degenhardt.

 Anders als früher können die Schulleiter über ihr Personal selbst entscheiden und bekommen es nicht mehr aus Kiel zugewiesen. Aber erst, wenn eine Lehrkraft ihr Profil auf „PB Online“ hochgeladen hat, können Schulleiter darauf zugreifen. „Die Kunst dabei ist, oft online und ganz schnell zu sein“, erklärt die Direktorin der Dahlmannschule. „Oft schaue ich schon von zu Hause aus einmal nach – und wenn ich in der Schule bin, gehe ich gleich wieder in das Programm.“ Denn sie wolle schließlich Lehrer mit dringend benötigten Fächerkombinationen und vernünftigen Noten. Stellvertreterin Grit Sabelus: „Die Datenbank ändert sich fast stündlich.“

 In Vorstellungsgesprächen werden die Lehrer dann unter die Lupe genommen und von der Dahlmannschule überzeugt. Unter anderem wirbt Nele Degenhardt mit dem schönen Schulgebäude, den vielfältigen Arbeitsgemeinschaften, den Oberstufen-Profilen und den umfangreichen Sammlungen in den Naturwissenschaften. So konnte Lehrerin Stephanie Käther mit Biologie und Chemie für die Dahlmannschule gewonnen werden. Harald Kocks kommt mit Deutsch, Geschichte und WiPo. Zwei Lehrerinnen sind aus Harksheide und Kaltenkirchen nach Bad Segeberg gezogen und werden an die „DMS“ versetzt. Unter anderem werden dadurch die Abgänge im Fach Darstellendes Spiel ausgeglichen. Vier Referendare kommen an das Gymnasium.

 Nele Degenhardt ist sogar optimistisch, dass ab Sommer 2017 wieder ein Oberstufenprofil mit dem Schwerpunkt Geografie eingerichtet werden kann. Das ist in diesem Jahr wegen fehlender Fachlehrer nicht gelungen. Die Neuen im Kollegium sieht die Direktorin als Chance für frische Ideen. „Auch traditionelle Schulen müssen sich verändern, weil die Zeiten sich verändern. Ich bin froh, dass die Stadt Bad Segeberg als Schulträger und das Ministerium in Kiel uns so gut unterstützen.“

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