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Hilfe von Schülern für Schüler

Dahlmannschule in Bad Segeberg Hilfe von Schülern für Schüler

Eine Schnittwunde, ein Junge ist beim Laufen umgeknickt, ein Mädchen klagt über Übelkeit – oder es wird eine Person auf dem Sportplatz gefunden, die nicht ansprechbar ist. Was tun? Viele, auch lebensrettende, Maßnahmen lernten 42 Schüler des Städtischen Gymnasiums in Bad Segeberg.

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Smilla Erdman aus Rohlstorf und Nadine Ralf aus Bad Segeberg prüfen die Vitalfunktionen von „Unfallopfer“ Kushtrim Mustafa aus Bad Oldesloe.

Quelle: Matthias Ralf

Bad Segeberg. Der erweiterte Erste-Hilfe-Kurs, den der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) für die Gymnasiasten anbot, wurde gut angenommen. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Schüler für den Schulsanitätsdienst entscheiden“, erklärte Gymnasiallehrer Jens-Dirk Stolten, der die Ausbildung in den Räumen des Städtischen Gymnasiums initiiert hatte. „Es ist toll, was der ASB hier alles aufgebaut hat.“ Stolten hat sich das Thema Schulsanitäter-Ausbildung vorgenommen, da es derzeit keine Schüler am STG gibt, die sich mit der Versorgung Verwundeter oder Verletzter auskennen; es sei denn, sie haben sich privat fortgebildet. „Früher hatten wir immer Schulsanitäter bei uns an der Schule.“ Das Projekt sei jedoch aus vielerlei Gründen eingeschlafen. Über das große Interesse an dem rund zehnstündigen Kurs, der über zwei Wochenenden läuft, zeigte sich der Pädagoge positiv überrascht. 42 Teilnehmer seien ein tolles Ergebnis und zeigten, dass die Schüler an dem wichtigen Thema sehr interessiert seien.

 Claudia Ehmsen, Ausbildungsleiterin des ASB-Regionalverbandes Stormarn-Segeberg, war ebenfalls zufrieden. „Die Teilnehmer lernen nicht nur etwas über Erste Hilfe.“ Dazu erhielten die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren auch eine Einführung in die so genannten Mems-Kurse. Hier lernen die Teilnehmer, was zum Beispiel in einem Katastrophenfall zu tun ist. Mems stehe für „Medizinische Erstmaßnahmen mit Selbsthilfeinhalten“, erläuterte Ausbilder Julian Wagner.

 Der Erste-Hilfe-Grundkurs wurde mit realistischen Unfallszenen durchgeführt. Dafür war Oliver Renter zuständig. Mit Kunstblut schminkte Renter dem 14-jährigen Kushtrim Mustafa aus Bad Oldesloe eine Platzwunde auf die Stirn. Die Kursteilnehmer Nadine Ralf (14, Bad Segeberg) und Smilla Erdmann (14, Rohlstorf) „fanden“ Kushtrim regungslos auf dem Boden in einem Klassenraum. Unter Anleitung der Ausbilder sprachen die beiden Schülerinnen den „Verletzten“ an, überprüften dessen Vitalfunktionen und brachten ihn in die stabile Seitenlage. Wäre es eine reale Situation gewesen, hätten Rettungskräfte von hier ab übernommen. „Sehr gut“, lobte Wagner die beiden 14-Jährigen nach Ausführung der Erstmaßnahmen.

 „Ich möchte nach dem Kurs ein Schulsanitäter werden“, sagte Nadine. Smilla kann sich das ebenfalls gut vorstellen. „Der Kurs ist sehr interessant.“ Organisator Stolten freut sich über das große Interesse. „Wir haben viele Schulveranstaltungen, bei denen wir Sanitäter benötigen“, sagte der Lehrer für Englisch und Sport. Gerade bei Sportveranstaltungen könnten die Helfer zum Einsatz kommen. Beim Seelauf, der jedes Jahr für die Oberstufe am Großen Segeberger See organisiert wird, mussten in den vergangenen Jahren Rettungskräfte von ASB oder DRK geordert und bezahlt werden. Mit den Schulsanitätern würde auch der Schulträger, der die Kosten bisher übernahm, entlastet werden. In erster Linie gehe es aber darum, den Schülern das Angebot schmackhaft zu machen und damit viele neue Ersthelfer zu gewinnen. Das kann im Notfall Leben retten.

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