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Ein Tag für Flüchtlinge

Daldorf Ein Tag für Flüchtlinge

Wie Integration funktionieren kann, zeigt ein Beispiel in Daldorf. Unter dem Motto „Ein Tag für Flüchtlinge“ hatten Sandra Hein und Anja Bergmeier zu einem Treffen in die Alte Schule eingeladen. 40 Leute kamen, führten interessante Gespräche, und viele nützliche Dinge wurden für Gemeinschaftsunterkünfte gespendet.

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Rege unterhielt sich (von links) Daldorfs Bürgermeister Jürgen Frank beim „Tag für Flüchtlinge“ mit den aus Syrien kommenden Flüchtlingen Ayham Kiwan und Walaa Alshami.

Quelle: Harald Becker

Daldorf. Eingeladen von Sandra Hein, kamen auch die 27-jährige Ayham Kiwan und ihr 30-jähriger Ehemann Walaa Alshami, die momentan in Stipsdorf wohnen, zum Klönschnack bei Kaffee und Kuchen. Alshami, studierter Tourismus-Manager, der mit seiner Ehefrau in Süd-Syrien an der Grenze zu Jordanien lebte, hat eine mehrmonatige Odyssee über Libanon, Griechenland und die Balkan-Route hinter sich. Seine Ehefrau holte er vor zwei Monaten nach Deutschland nach.

 Die deutsche Sprache beherrscht der Syrer schon gut: „Deutsch habe ich mir selbst beigebracht. Erst in den nächsten Tagen werde ich einen regulären Deutschkurs mitmachen.“ Walaa Alshami beschrieb die Umstände der Flucht: „Das Ganze war schon sehr beschwerlich. Bis ich in Deutschland angekommen war, musste ich viele Kilometer zu Fuß zurücklegen.“

 Sandra Hein hatte die beiden Syrer zu sich nach Hause zum Essen eingeladen: „Ich habe Ihnen Couscous, eine arabische Spezialität, zubereitet. Das Welcome-Dinner-Projekt möchte ich auch in Daldorf etablieren. Vielleicht finden sich ja Nachahmer.“ Die Daldorferin würde sich freuen, „wenn wir auch in Daldorf demnächst Flüchtlinge unterbringen können. Multi-Kulti bereichert doch unser Leben.“

 Doch Daldorfs Bürgermeister Jürgen Frank, Schirmherr des Nachmittags, macht auf das Problem aufmerksam: „In Daldorf haben wir zur Zeit keinen freien Wohnraum. Erst wenn Wohnungen frei sind, können auch Flüchtlinge aufgenommen werden.“

 Auf die Frage, was ihm gut und nicht so gut in Deutschland gefalle, antwortete Walaa Alshami: „Es läuft alles sehr geordnet ab. Alle sind nett, freundlich und hilfsbereit. Die Sonne fehlt allerdings. Das Wetter ist schon gewöhnungsbedürftig.“ Seine Ehefrau Ayham Kiwan verriet das erste deutsche Wort, das sie lernte: „Danke.“ Das gelte allen Menschen, die sie so gut aufgenommen hätten. Beide wollen, wenn in Syrien wieder Frieden herrscht, in ihre Heimat zurückkehren und das Land wieder aufbauen.

 Die parallel zum Kaffee und Kuchen verlaufene Spendenaktion war erfolgreich. Kleidungsstücke, Schuhe, Geschirr und andere Haushaltsutensilien wurden abgegeben. „Die Sachen werden wir jetzt zwischenlagern und in den nächsten Tagen auf die Erstunterkünfte beispielsweise im Levo-Park in Bad Segeberg verteilen“, erklärte Anja Bergmeier.

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