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20 Jahre Betreutes Wohnen

Trappenkamp 20 Jahre Betreutes Wohnen

Eine der Institutionen Trappenkamps feiert ihr 20-jähriges Bestehen: das Erwin-Wengel-Haus in der Danziger Straße. Im Frühjahr 1995 zogen die ersten Bewohner ein in eine damals noch neue Einrichtung: Betreutes Wohnen.

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Nach dem früheren Trappenkamper Bürgervorsteher Erwin Wengel wurde das Seniorenwohnhaus in der Danziger Straße in Trappenkamp benannt.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Ein Mieter der ersten Stunde, der immer noch dort lebt, ist Werner Kowitz. Er hat sein Seniorendomizil dem Namensgeber der Anlage zu verdanken, dem ehemaligen Bürgervorsteher, Bürgermeister und Ortsvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Erwin Wengel.

 „Ich bin mit meiner Frau hier eingezogen“, berichtet der heute 85-jährige Kowitz. Seine Frau arbeitete bei der Awo und kam deshalb oft mit Wengel zusammen, weshalb es wohl so schnell mit der neuen Bleibe klappte. „Wir wohnten vorher im Hochhaus in der Gablonzer Straße 11. Dagegen war es hier geradezu unheimlich ruhig.“ Statt zwischen jungen Familien, die auch mal Lärm machten, lebte das Ehepaar nun unter ruhigen Rentnern.

 Mit der Zeit gewöhnten sich die Eheleute Kowitz an die Ruhe in ihrer Zweizimmerwohnung. Mit den anderen Bewohnern der 48 Wohnungen mit eineinhalb oder zwei Räumen entwickelte sich ein geselliges Leben bei Veranstaltungen und gemeinsamem Kochen. Das Zentralgebäude mit Gemeinschaftsräumen steht zwischen den beiden Wohntrakten und ist barrierefrei durch Glasflure zu erreichen. Im großen Garten finden im Sommer auch mal Feste statt. Ansonsten sitzt Kowitz, dessen Frau vor einigen Jahren starb, gern auf der Terrasse vor seiner Erdgeschosswohnung.

 Immer müsse man nicht zusammen hocken und sich auch nicht „in den Kochtopf gucken“, betont der Rentner. Wichtig sei ihm und den Nachbarn die ständige Rufbereitschaft von Pflegern und medizinischem Personal. „Wenn etwas ist, drückt man auf den Notrufknopf, und sofort kommt jemand“, berichtet der ehemalige Berufskraftfahrer und spätere Gemeindebote. Der Vorteil sei die Nähe zur DRK-Bereitschaftsstation in Bornhöved, erklärt Trappenkamps Awo-Vorsitzender Werner Schultz. Außerdem sind tagsüber in der Regel Pflegekräfte der Awo im Haus, die auch mal bei kleinerem Unwohlsein nach dem Rechten sehen.

 Zum Jubiläumsfest am Freitag soll es aber allen gut gehen. Ab 10 Uhr wird gefeiert mit Grußworten, Spanferkel und Livemusik. Dabei wird auch Erwin Wengel (1911-1994) gedacht. Wengel sammelte Anfang der 1990-er Jahre 250000 Euro Spenden als Grundstock für das Betreute Wohnen und konnte so den Landesverband überzeugen, das Projekt in Trappenkamp zu realisieren. Den Einzug erlebte er jedoch nicht mehr mit. Neben der Sozialstation der Awo errichtete die Wohnungsbaugesellschaft Wobau zwei Wohngebäude. Heute gehören sie der österreichischen Gesellschaft Buwog. An sie überweisen die Bewohner ihre Miete, dazu kommt ein Pflegegeld, von dem die Betreuung durch die Mitarbeiterinnen der Awo-Pflege finanziert wird.

 Dass in wenigen Monaten nur ein paar Meter weiter in der Gablonzer Straße eine weitere Seniorenwohnanlage mit Betreutem Wohnen vom Landesverein für Innere Mission entsteht, werde keine großen Auswirkungen haben, vermutet Gemeindedezernent Werner Schultz. Diejenigen, die zurzeit im Erwin-Wengel-Haus wohnen, seien zufrieden. Und die Nachfrage nach Betreutem Wohnen sei deutlich größer als sie in der Gablonzer Straße erfüllt werden kann. Man könnte doppelt so viele Wohnungen anbieten, vermutet Schultz, denn es gebe viele ältere Menschen in Trappenkamp, die gerne ihr Haus verkaufen würden, wenn sie sich gut aufgehoben wissen. „Und aufgrund der demografischen Entwicklung werden es noch mehr.“

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