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Das sind die Kandidaten für die Kirche

Gemeinderatswahl Das sind die Kandidaten für die Kirche

Rund 120 Mitglieder – mehr Plätze gab es auch nicht im Saal des Gemeindehauses – wollten sie hören und sehen, die 24 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich am Sonntag, 27. November, zur Wahl für den Kirchengemeinderat stellten.

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23 von 24 Kandidaten (ein Bewerber ist nicht erschienen) wollen im Kirchengemeinderat mitbestimmen. 14 können gewählt werden.

Quelle: Bernhard M. Domberg

Bad Bramstedt. 14 Frauen und neun Männer hatten in einer Gemeindeversammlung jeweils zwei Minuten Zeit sich vorzustellen, einer war nicht erschienen. Zuvor hielt Ina Koppelin, noch Vorsitzende des Kirchengemeinderates, ihren jährlichen Rechenschaftsbericht. Vom allgemeinen Trend des Mitgliederschwunds blieb auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Bramstedt nicht verschont. Seit 2010 schrumpfte die Gemeinde um 10,5 Prozent, der Kirchenkreis sogar um 13,2 Prozent. Ina Koppelin rechnet damit, dass die Gemeinde zu Beginn des neuen Jahres gut 9000 Mitglieder zählen wird.

Dennoch konnte Koppelin von einem ausgeglichenen Gemeindehaushalt berichten. Insgesamt werden in diesem Jahr 1,9 Millionen Euro bewegt. Die Kirchensanierung wurde sogar um 82.000 Euro billiger als erwartet. Sie kostete gut 850.000 Euro.

Kirche sorgt sich um Kita-Situation

Probleme bereitet der Vorsitzenden die Situation der kirchlichen Kitas. „Die Tagesstätten leiden unter einer extrem belastendenden Personalsituation,“ beklagte Koppelin. Es gebe einen hohen Krankenstand und einen großen Mangel an Vertretungskräften. „In den Kitas kam es bereits zu ganztägigen Ausfällen und Gruppenschließungen,“ so die Kirchenfrau. „Der Arbeitsmarkt an Fachkräften ist leer. Es gibt nicht einmal Kräfte von Zeitarbeitsfirmen, die kurzfristig eingesetzt werden könnten“, berichtete sie. „Hilfreich wäre es, wenn sich ein Pool ehrenamtlicher Kräfte bilden würde, aus dem man im Notfall schöpfen könnte“, wünschte sich Koppelin.

Entlastung vor allem für den ehrenamtlich tätigen Gemeinderat erhofft sie sich von der Übertragung der Kindertagesstätten auf das Kita-Werk des Kirchenkreises Altholstein zum Jahreswechsel. Die überregionale Einrichtung bildet zurzeit das Dach für über 60 Kitas im Kirchenkreis und könne mit seiner Größe eine Reihe qualifizierter und engagierter Fachkräfte einsetzen. „Ob korrekte Überwachung des Stellenplanes, Gewährleistung von Urlaubs- und Schwangerschaftsvertretungen oder Verhandlungen mit kommunalen Trägern, dies alles kann von dort aus effektiver geregelt werden“, sagte Koppelin.

Sorgen bereitete der scheidenden Vorsitzenden der Wandel in der Beerdigungskultur. Von 162 Beisetzungen auf dem kircheneigenen Friedhof in Bad Bramstedt erfolgten 59 Beisetzungen ohne kirchliche Mitwirkung, auch anderer Konfessionen.

Kandidaten haben unterschiedliche Beweggründe

Dem scheidenden Gemeinderatsmitglied Gerhard Andresen oblag es, die mit Spannung erwartete Vorstellung der Kandidaten zu moderieren. Zwei Minuten Zeit hatte jeder, die meisten hielten sich daran. Die Bewerber, deren Alter zwischen 27 und 71 Jahren liegt (das Durchschnittsalter ist knapp 53 Jahre) beschrieben sich und ihre vielfältigen Motivationen, die sie beflügelten, Mitglied des Kirchengemeinderates zu werden. Da gab es den Bewerber Hans Arns, der eigentlich Pastor werden wollte, zwischenzeitlich aus der Kirche ausgetreten war, nun aber seine gefühlte Geborgenheit einbringen will. Der ehemals Selbstständige (Gerd-Volker Brandt), der die Kirchenfinanzen wie ein mittelständisches Wirtschaftsunternehmen verwaltet wissen möchte.

Eine Bewerberin (Christine Göppert) will ihren Glauben öffentlich leben. Besorgt zeigte sich Kandidatin Cornelia Schönau-Sawade über die Kirchenaustritte, denen sie begegnen möchte. Dass sich christlicher Glaube und die Substanzerhaltung der Gebäude nicht ausschließen, war die etwas lockere Bemerkung von Stefan Dörksen, der für die Kirchensanierung verantwortlich zeichnete. Und die Tochter von Ina Koppelin, Dorthe, will wissen, was „hinter den Kulissen“ des Kirchengemeinderates passiert. Großen Applaus erntete Reimer Fülscher, der seine Bewerbung auf Plattdeutsch vortrug. Er sei durch Pastor Bernd Hofmann zu der Bewerbung gekommen, „wie die Jungfrau zum Kind, was ja auch ein christliches Thema wäre“, erläuterte er der amüsierten Gemeinde.

Ina Koppelin tritt nach 20 Jahren Gemeinderatsarbeit nicht wieder zur Wahl an.

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Ein Artikel von
Bernhard M. Domberg

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