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Politik mal wirklich hautnah erlebt

Debatte in der Schulaula Politik mal wirklich hautnah erlebt

Spannender als jeder Unterricht geriet eine politische Diskussion in der Aula der Bad Segeberger Dahlmannschule: Fünf Landtagskandidaten debattierten unter Leitung von sechs Schülern über Bildung, Wirtschaft und Flüchtlingspolitik. Es gab auch einige kritische Zwischenfragen.

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180 Schüler verfolgten die spannende Politik-Diskussion in der Aula der Dahlmannschule.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Martin Knauer, Leiter der Fachschaft Wirtschaft/Politik, hatte die Idee zu der Veranstaltung entwickelt. Die Organisation legte er in die Hände es sechsköpfigen Schülerteams. Es kamen allerdings nur fünf der sieben Gäste. Die Vertreter der Grünen und der Linken seien bedauerlicherweise in den falschen Zug gestiegen, teilte Knauer dem verblüfften Publikum mit.

Auf dem Podium saßen der frühere Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP), Cordula Schultz (SPD), Flemming Meyer (SSW), Heiko Evermann (AfD) und der Wahlstedter Landtagsabgeordnete Axel Bernstein (CDU), der sein Abitur auf der Dahlmannschule gemacht hat. 

Schüler hakten bei Politikern kräftig nach

Inhaltliche Überraschungen bei den Antworten der Politiker gab es nicht - wobei sich vor allem Garg und Bernstein durch pointierte Vorträge hervortaten. Wenig überraschend gab es für AdD-Mann Evermann den meisten Gegenwind. Unter anderem kritisierte ihn die 17-jährige Samirah Almarie, die vor drei Jahren aus Syrien geflohen ist.  „Wir werden alle geköpft, wenn wir nach Syrien zurückgehen“, sagte sie. Ihr Vater sei Psychiater – und wer in Deutschland könne traumatisierte Flüchtlinge aus diesem Teil der Erde besser behandeln als er, der ihre Sprache spricht und ihre seelischen Nöte aus eigener Erfahrung kennt?

Die Schüler bewiesen in ihren Nachfragen aber ohnehin erstaunliches Selbstbewusstsein. So wollte Robyn Hein wissen, wie die Parteien die geforderten Verbesserungen an den Schulen bezahlen wollen. Nach einer abstrakten Antwort hakte die Schülerin nach: „Was ist denn dann egal? Irgendwas muss ja weniger bezahlt werden. Was wird runtergeschraubt?“ Daraufhin wurde Garg konkreter: Der Ankauf von Flächen für den Naturschutz solle reduziert werden, ebenfalls müssten 150 neue Stellen in der allgemeinen Verwaltung des Landes nicht sein. Und ein Dienstleistungszentrum für das Landespersonal sei schön, aber nicht zwingend.

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