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Hallenbad: Teurer Badespaß

Defizit und Reparaturbedarf Hallenbad: Teurer Badespaß

Ein Defizit von 820000 Euro im laufenden Jahr, eine knappe Million Euro an notwendigen Investitionen allein in den nächsten fünf Jahren – für die Stadt Bad Segeberg entwickelt sich das Hallenbad zu einem Fass ohne Boden. Nun wird nach Lösungen gesucht, das jährliche Minus zu senken.

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Rund 1 Million Euro muss Bad Segeberg in den kommenden fünf Jahren in das marode Hallenbad an der Theodor-Storm-Straße investieren, um zumindest das Nötigste auf Vordermann zu bringen.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg. Die Zahlen, die den Stadtvertretern in deren jüngster Sitzung vorgelegt wurden, haben es in sich. Fachingenieure des Büros Betonkontor haben errechnet, dass Bad Segeberg in den Jahren 2017 bis 2021 mindestens 950000 Euro in die marode Immobilie stecken muss. Am 18. Oktober wird der städtische Bauausschuss im Rahmen einer Sondersitzung die Schäden in Augenschein nehmen.

 Seit Anfang 2015 ist das Hallenbad wieder in städtischer Eigenregie und wird nicht mehr von der früheren Mittelzentrums-Holding (MZH) betrieben. Im vergangenen Jahr lief bei der Stadt ein Zuschussbedarf von rund 585000 Euro für die Schwimmhalle auf. In diesem Jahr werden (so zumindest die Planung) 299000 Euro eingenommen und über 1,1 Millionen Euro ausgegeben. Die Stadt hat mit erhöhten Personalkosten und den im öffentlichen Dienst üblichen Zuschlägen für Arbeit am Abend sowie an Sonn- und Feiertagen zu kämpfen.

 Bürgermeister Dieter Schönfeld hofft, dass das Defizit für 2016 durch die Nichtbesetzung einer derzeit freien Stelle und andere Umverteilungen noch um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden kann. „Eine Mitarbeiterin hat gekündigt, ein Kollege ist in Rente gegangen und eine Reinigungskraft wurde in den Bienenhof umgesetzt“, schildert Schönfeld. Insgesamt seien auch nach den Abgängen noch 20 Menschen im Hallenbad beschäftigt – davon einige in Teilzeit.

 Ein wesentlicher Kostenfaktor, der verringert wird, ist die Energielieferung. Für das Hallenbad wurde im Dezember 2015 ein eigenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Dort produziert die Stadt ihren eigenen Strom - und nutzt die dabei entstehende Wärme zum Heizen. Die Stromproduktion ist so hoch, dass nicht das gesamte Volumen für das Hallenbad gebraucht wird. Den Überschuss speist die Stadt ins Stromnetz ein und kann dort jährliche Einnahmen von rund 30000 Euro verbuchen. Frühere Überlegungen, die Wassertemperatur in den Schwimmbecken zu senken, um weniger Energie zu verbrauchen, sind damit vom Tisch.

 In den kommenden Wochen und Monaten will sich Schönfeld nun mit Kommunalpolitikern darüber austauschen, in welcher Form es möglich ist, Einsparungen beim Betrieb des Hallenbads vorzunehmen. Denkbar sind laut Schönfeld unter anderem eine Einschränkung der Öffnungszeiten und die Übergabe des Betriebs an einen privaten Träger. Durchs Rathaus geisterte schon mehrfach das Gerücht, dass der MTV Segeberg ein geeigneter Kandidat wäre. Gespräche darüber gab es aber noch nicht, wie Schönfeld sagt. Auch eine Teilübertragung des Betriebs zieht er in Betracht.

 Hintergrund ist, dass die Stadt Bad Segeberg noch bis Ende 2018 mit finanzieller Hilfe aus Kiel rechnen kann. Die hoch verschuldete Kommune, die zu den 17 ärmsten in Schleswig-Holstein zählt, hat einen Konsolidierungsvertrag mit dem Land abgeschlossen. Dieser Vertrag läuft zum 31. Dezember kommenden Jahres aus. Danach ist die Kalkbergstadt mit ihren Finanzsorgen wieder allein – und mit ihrem kostspieligen Hallenbad.

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