16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Demo gegen Abschiebung

Afghanen in Bad Segeberg Demo gegen Abschiebung

Rund 120 Afghanen und einige Segeberger demonstrierten auf dem Platz zwischen der Marienkirche und dem Jugendcafe gegen die Pläne der Bundesregierung, Afghanistan zu einem „sicheren Herkunftsland“ erklären, um abgelehnte Asylbewerber leichter dorthin abschieben zu können.

Voriger Artikel
Vormund für Flüchtlinge
Nächster Artikel
Sozialverband geht ins Schloss

Gegen die Einstufung Afghanistans als „sicheres Herkunftsland“ zur Erleichterung von Abschiebungen demonstrierten rund 120 Menschen in Bad Segeberg.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. „Wenn Afghanistan sicher ist, warum hatten dann Innenminister Thomas de Maizière und Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei ihren Besuchen dort Helme auf und schusssichere Westen an?“ Das fragt sich – und die deutschen Politiker – der 33-jährige Erfan Haschemi. „Afghanistan ist absolut nicht sicher“, betonte er nach der Demonstration in der Innenstadt im Gespräch mit der Segeberger Zeitung. Der Afghane lebt mit seiner Frau und zwei Kindern seit 2011 in Deutschland. Erst neulich hätten die Vereinten Nationen berichtet, dass allein im vergangenen Jahr 11000 Zivilisten getötet worden seien.

 Die Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Plön-Segeberg, Astrid Schukat, hatte die Kundgebung mit einer Rede eröffnet. Man habe im vergangenen Jahr die enorme Zahl von einer Million Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen und damit weltweit für Aufsehen gesorgt und viel Anerkennung erhalten, sagte sie. Doch nun sollen Familien in sogenannte sichere Herkunftsländer wie Afghanistan zurückgeschickt werden, obwohl es dort noch keine Sicherheit und schon gar keine Normalität gebe. Dazu sage sie als Christin: „Nein.“ Sie forderte dazu auf, sich für die Mitmenschen einzusetzen, Härtefallanträge zu stellen und Petitionen oder Unterschriftenlisten einzureichen.

 Danach machten sich die Demonstranten mit ihren Plakaten spontan auf den Weg über den Marktplatz und die Oldesloer Straße zum Bahnhof. „Zum Glück waren sehr schnell hilfreiche Polizisten da, die für uns die Bahnhofstraße und den Übergang absperrten“, erzählte Svenja Polonji vom Verein „alleineinboot“. Die Veranstaltung war von dem Segeberger Verein und dem evangelischen Kirchenkreis organisiert worden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3