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Atommüll - Viele offene Fragen

Deponien im Kreis Segeberg Atommüll - Viele offene Fragen

Abbruchreste von Atomkraftwerken auf einer Mülldeponie in unmittelbarer Nähe zum eigenen Dorf? Diese Vorstellung sorgt in den Regionen um die Deponien Damsdorf/Tensfeld und Großenaspe für Skepsis. Eine Menge Aufklärungsarbeit werde nötig sein, meinen die Bürgermeister.

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Auf der Deponie Damsdorf/Tensfeld sollen voraussichtlich Reste vom Abbruch dreier Atomkraftwerke gelagert werden.

Quelle: Archiv

Kreis Segeberg. Am Mittwoch nahmen die Bürgermeister Torsten Klinger aus Großenaspe und Dr. Beatrix Klüver aus Tensfeld sowie der stellvertretende Bürgermeister von Damsdorf Hugo Jürgens an einer Informationsveranstaltung in Kiel teil, in der Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck Bürgermeistern und Landräten erklärte, wie er Teile der stillgelegten Atomkraftwerke Brunsbüttel, Geesthacht und Krümmel auf den sieben Mülldeponien verteilen will.

 „Ich finde gut, dass wir so früh einbezogen werden“, sagte Beatrix Klüver am Donnerstag. „Aber ich muss mich erst einmal in die Thematik hineinarbeiten.“ Dass keine „gelben Fässer“ gebracht werden, finde sie schon beruhigend. Stattdessen gehe es um Bauschutt, etwa von Zufahrtstraßen. Auch die Maximalstrahlung, von der die Rede war, macht ihre keine Sorgen: „In den Kieskuhlen hier in der Umgebung strahlt es doller. Das ist wissenschaftlich belegt.“

 Eigentlich sei sie nicht beunruhigt, sagte Klüver. „Ich würde aber gerne nachmessen und kontrollieren können, ob die versprochenen Richtwerte wirklich eingehalten werden.“ Eine Zusage dieser Art habe Habeck bisher noch nicht gemacht. Auch ob die Feuerwehr höhere Auflagen erfüllen muss, sei noch offen. Fragen sollen einer Informationsveranstaltung geklärt werden, die für Bewohner von Damsdorf, Tensfeld und Tarbek organisiert werden soll. „Ich hoffe, dass das friedlich weiter geht, auf der sachlichen Ebene“, so Klüver.

 Dass noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist, glaubt auch Torsten Klinger. „Das wird uns noch Wochen, Monate und Jahre beschäftigen“, glaubt der Großenasper Bürgermeister Es habe schon Anfragen von Bürgern gegeben. „Einer dachte, Brokdorf wird komplett abgebaut und nach Großenaspe gebracht“, berichtete er am Donnerstag. Er habe sofort nach dem Besuch in Kiel die Fraktionsvorsitzenden im Ort mit den Unterlagen versorgt. Außerdem soll auch in Großenaspe eine Informationsveranstaltung stattfinden, „mit jemandem aus dem Ministerium, vielleicht Habeck selbst“.

 Prinzipiell - so Klinger - habe Habeck recht, wenn er für eine solidarische Lösung der sieben Deponien im Land plädiert, bei der jede von ihnen über einen Zeitraum von gut 20 Jahren rund 5000 Tonnen aufnimmt. „Gerne haben möchte es kein Bürgermeister oder Betreiber einer Deponie, denn der braucht die Akzeptanz der Bevölkerung“, erklärte Klinger. Ob die Gemeinden wirklich ein Mitspracherecht haben, sei bisher nicht deutlich gemacht worden. „Er hat nicht gesagt, was passiert, wenn eine Gemeinde nicht mitmachen will.“

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