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Bergschlösschen wird abgerissen

Am Kalkberg Bergschlösschen wird abgerissen

Das Bergschlösschen wird seit Montag abgerissen. Nach 112 Jahren endet damit die Geschichte des Ausflugslokals auf halber Höhe des Kalkbergs. Die Stadtvertretung hatte oft diskutiert, sah aber keine Chance mehr für den Erhalt der maroden Immobilie.

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Die Rendsburger Firma Elly Nickels hat mit dem Abriss des Bergschlösschens auf dem Kalkberg begonnen. Innerhalb von drei Wochen soll das Gebäude vollständig verschwunden sein. So lange ist auch das Begehen des Berges nicht möglich.

Quelle: Andreas Wicht

Bad Segeberg. Der Vorschlag, das Bergschlösschen abzureißen, war hinter verschlossenen Türen von FDP-Fraktionschef Hermann E. Westphal gekommen. Ihm behagte nicht, dass die Stadt rund 150000 Euro in die Sanierung der steilen Zufahrtsrampe investieren sollte, um das Gebäude weiterhin als Lokal verpachten zu können. Es stand ohnehin seit längerem leer.

 Drei Wochen soll der Abriss laut Bauamtsleiterin Antje Langethal dauern – und damit länger als einst der Aufbau. Das Bergschlösschen war nämlich das erste Fertighaus in Bad Segeberg. Es wurde im Mai 1903 mit der Bahn herangeschafft und innerhalb von knapp zwei Wochen komplett aufgestellt. Zuvor hatte der Verschönerungs-Verein, der den Kur- und Badebetrieb im jungen Heilbad unterstützte, befestigte Wege zum Berggipfel angelegt. Ein Lokal sollte das Erlebnis, auf den Kalkberg zu steigen, abrunden.

 Doch nun ist die Rendsburger Abrissfirma Elly Nickel damit beschäftigt, das Gebäude vorsichtig abzutragen. Mit großem Gerät kommt sie allein schon wegen der schmalen Zufahrt nicht auf den Berg; aber die Bauarbeiter wollen sich auch nicht plötzlich samt Großbagger ein paar Stockwerke tiefer wiederfinden. In dem Bereich liegen Ausläufer der Kalkberghöhle – und über den Hohlräumen ist der Einsatz von schweren Maschinen keine gute Idee.

 Bis zu 7,5 Tonnen dürfen die Fahrzeuge laut Antje Langethal schwer sein – und zwar inklusive Ballast. Um die Trümmer vom Berg zu bekommen, wird daher eine hölzerne Rutsche hinunter zum David-Kropff-Weg gebaut. Neben der Treppe, die hinauf zum Bergschlösschen führt, wird ein Container aufgestellt, in den der Schutt dann hineinfällt. Dieses Verfahren sei effizienter und schonender, sagt Antje Langethal. „Die Fahrzeuge müssen nicht ständig nach oben fahren.“ Dort, wo der Container stehen wird, befindet sich kein Teil der Höhle.

 Die baulichen Bestandteile des Gebäudes müssen, den aktuellen Vorgaben folgend, getrennt entsorgt werden. Alles auf einen Haufen kippen und abfahren - das geht heute nicht mehr. Ein Schadengutachten war zuvor in Auftrag gegeben worden, so dass die Stadt genau weiß, welche Materialien enthalten sind.

 Was aus dem Gelände wird, ist nach Worten der Bauamtsleiterin noch nicht geklärt. „Eventuell stellen wir da ein Spielgerät oder Sitzbänke auf. Man muss aber erst einmal schauen, wie es dort aussieht, wenn das Bergschlösschen weg ist.“

 Seit 1921 befand sich das Lokal in städtischem Besitz. Damals hatte die Kommune den gesamten Kalkberg für 50000 Reichsmark gekauft. Während des Zweiten Weltkrieges war die Gaststätte geschlossen. Später wurde sie nacheinander von Militär und Flüchtlingen bewohnt. 1948 wurde das Bergschlösschen als Lokal neu eröffnet. 1952 erfolgte eine Erweiterung, die nächste 1983.

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