21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Ein Denkmal wird hübsch

Rantzau-Obelisk Ein Denkmal wird hübsch

Lange befand sich eines der ältesten Denkmäler der Stadt in einem stiefmütterlichen Zustand. Der Rantzau-Obelisk aus Sandstein fristete ein eher tristes Dasein zwischen den Häusern an der Hamburger Straße. Doch das ändert sich nun: „Bis Ende November soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein“, erklärte Bauamtsleiterin Antje Langethal.

Voriger Artikel
Was wollte der Mann?
Nächster Artikel
Drei neue Bauprojekte

Derzeit wird das Umfeld des Rantzau-Obelisken an der Hamburger Straße in Bad Segeberg etwas ansprechender gestaltet. Im kommenden Jahr soll dann das Denkmal selbst in Angriff genommen werden.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Möglich macht das nicht nur ein Beschluss der Stadtvertretung aus dem Juli dieses Jahres mit der Bereitstellung von Mitteln; wichtig sind auch die nun bewilligten Fördergelder von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Landesamt für Denkmalpflege.

 Zurzeit wird die Umgebung des Obelisken wieder ansprechend gestaltet. Um das Denkmal herum entfernte eine Fachfirma zunächst die bestehenden Platten. Danach wurden kreisförmige Beete um den Obelisken angelegt, die mit Granitsteinen und Betonwänden abgetrennt wurden. Im Innenbereich sollen Bodendecker gepflanzt werden, der äußere Bereich wird gepflastert und mit Sitzbänken ausgestattet.

 Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen laut Stadtverwaltung insgesamt 78000 Euro. Darin sind 46000 Euro Fördermittel vom Landesamt für Denkmalpflege und 10000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz enthalten.

 Im zweiten Bauabschnitt, der im kommenden Jahr folgen soll, wird dann der Obelisk selbst restauriert. „Der Stein hat etwas Schaden genommen, an manchen Stellen bröckelt es, und auch die Inschrift ist nicht mehr gut zu sehen“, erklärt Antje Langethal. Auch für diese Arbeiten sind bereits Fördermittel in Höhe von 10000 Euro beantragt worden. Ein Fachgutachten schätzt die Höhe der gesamten Restaurierung des Obelisken auf knapp 39000 Euro.

 Der Obelisk wurde im Jahre 1590 von Statthalter Heinrich Rantzau zu Ehren des dänischen Königs Friedrich II. gebaut und galt damals als modenes Bauwerk. Die ursprüngliche Höhe von zwölf Metern wird aber wohl nicht wieder hergestellt. Anno 1748 war die Spitze des Sandstein-Denkmals bei einem Sturm abgebrochen. Heute ist der Obelisk nur noch fünf Meter hoch und thront auf einem Granit- und Feldsteinsockel.

 In der Kommunalpolitik hatte es eine leidenschaftliche Diskussion um die Sanierung des Obelisken gegeben. Vor allem die SPD hatte das Vorhaben zunächst strikt abgelegt. Das Denkmal sei „ohne nennenswerten touristischen Wert“, meinte Ortsvereinsvorsitzender Dirk Wehrmann. „Natürlich tut es weh, ein solches Kulturdenkmal zum jetzigen Zeitpunkt nicht retten zu können.“ Doch die Stadt sei wirklich besser beraten, ihre knappen Finanzmittel in die Bildung zu investieren. Die Sozialdemokraten wollten erst ein neues Gesamtkonzept für das Anhübschen der Hamburger Straße abwarten.

 „Auch ein Denkmal kann ein soziales Ding sein!“, konterte seinerzeit Stadtvertreter Thomas Krüger (Die Unabhängige). „Das hat etwas mit Kultur zu tun!“ CDU-Fraktionschef Norbert Reher wiederum übte sich mit Blick auf die Sozialdemokraten in Sarkasmus: „Von einem Obelisken gibt es nun mal keine Wählerstimmen…“

 Als Befürworter der Sanierung outete sich bei der Sitzung im Bürgersaal FDP-Fraktionschef Hermann E. Westphal (FDP). „Wenn wir jetzt lange damit warten, wäre es in meinen Augen ehrlicher, wenn wir den Obelisken gleich abreißen.“ Die Inschrift sei bereits kaum noch lesbar. Petra Kröger (CDU) wies darauf hin, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Landesamt für Denkmalpflege mit Fördermitteln sehr sparsam umgehen. „Wenn wir die jetzt nicht annehmen, brauchen wir gar nicht mehr zu fragen.“ So drehte sich die Stimmung dahingehend, die jetzt gestartete Sanierung noch in Angriff zu nehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3