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Karpfen geht’s an die Kiemen

Ihlsee Bad Segeberg Karpfen geht’s an die Kiemen

Den Fischen im Ihlsee geht es an die Kiemen – und zwar im Sinne des Naturschutzes. Innerhalb von fünf Jahren soll das sensible Gewässer laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) weitgehend leergeangelt werden. Der Vorwurf der Kieler Experten an die glitschigen Seebewohner: „Wühltätigkeit und Fraß“.

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Keine gute Nachricht für Karpfen: Fünf Jahre lang soll am Ihlsee in Bad Segeberg intensiv geangelt werden, damit möglichst viele Fische aus dem sensiblen Gewässer herausgeholt werden.

Quelle: Kai Pörksen

Bad Segeberg. Der Ihlsee ist nährstoffarm und extrem kalkarm – und soll es auch bleiben. Schließlich hat der See mit seinem klaren Wasser eine große Bedeutung für den Naturschutz. Dort wachsen hochgradig seltene Pflanzen wie die geschützte Wasserlobelie und der Strandlingsrasen.

 Die Unterwasservegetation ist aber bei allerlei Weißfischen (zum Beispiel Karpfen, Brassen und Rotaugen) eine beliebte Mahlzeit. Sie wühlen den Seegrund auf und lassen es sich schmecken. Einige Krebsarten tummeln sich dort ebenfalls. Dass die Tiere mit ihren Ausscheidungen den See düngen, gefällt den Naturschützern ebenfalls nicht.

 Das Abfischen gehört zu einem Managementplan für das Ihlseegebiet. Er wird vom Landesamt aufgestellt und soll langfristig die Qualität des Sees sichern. Der Plan wird erst noch erarbeitet; das Angeln gilt als vorgezogene Maßnahme.

 Dass die Fische aus dem See geholt werden, schreibt sich die Interessengemeinschaft Ihlsee auf die Fahnen. Deren Vorsitzender Asmus J. Hintz betont im Namen der Ihlsee-Anwohner, dass er und seine Mitstreiter in Gesprächen mit dem Landesamt, der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) und den Segeberger Sportfischern das seit 20 Jahren diskutierte Befreien des Ihlsees von den gefräßigen Fischen durchbekommen haben. Hintz: „Hätte die Interessengemeinschaft die gezielte Weißfisch-Entnahme nicht erneut vorgeschlagen und vorangetrieben, wäre wie in den Jahrzehnten zuvor nichts geschehen.“

 Lange wurde auch über die Art des Abfischens diskutiert. Hier redeten Biologen, Sportangler, die Stadt Bad Segeberg, die UNB und das Landesamt mit. Als „einzige zielführende Methode“ stellte sich die Handangel heraus. Mit anderen Methoden (zum Beispiel Netzen) hätte man ungewollt genau die Unterwasserpflanzen ruinieren können, die man schützen will.

 Um möglichst viele Fische zu erwischen, dürfen die Sportfischer mit Genehmigung des Landesamtes sogar etwas tun, das am Ihlsee ansonsten streng verboten ist: das Anfüttern. Da keine Nährstoffe in den See eingebracht werden dürfen, sind die sogenannten Anlockstoffe normalerweise nicht erlaubt.

 Ohne Bürokratie geht bei solch einem Projekt natürlich nichts. „Um den Erfolg dieser Maßnahme zu dokumentieren, ist ein Fang-Protokoll pro Angeltag zu führen“, heißt es in einer Stellungnahme des Landesamtes. „Dies ist wichtig, damit das Verhältnis zwischen eingetragenem Phosphor (über Anlockstoffe) und ausgetragenem Phosphor (Fische) ermittelt werden kann.“ Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des fünfjährigen Fangversuchs werde von einem Fischerei-Biologen vorgenommen und vom Umweltministerium finanziert.

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