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4000 Asylbewerber erwartet

Flüchtlingskrise 4000 Asylbewerber erwartet

Die Zahl der neuen Asylbewerber explodiert geradezu. Für 2016 stellt sich der Kreis auf bis zu 4000 Flüchtlinge ein, die ihm zugewiesen werden. Das sagte Rolf Meenen, Leiter der Kreisausländerbehörde, während der Sitzung des Kreisausschusses für Ordnung, Verkehr und Gesundheit.

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Rolf Meenen, leiter der Ausländerbehörde des Kreises Segeberg, zog Zwischenbilanz.

Quelle: Harald Becker

Kreis Segeberg. „Die Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber wird eine der vordringlichen Aufgaben, die wir bewältigen müssen“, ergänzte Landrat Jan Peter Schröder in der Norderstedter Feuerwehrleitzentrale. Für dieses Jahr sollen insgesamt 2600 Asylbewerber auf den Kreis Segeberg verteilt werden. Bislang war mit 1900 gerechnet worden.

 Die Steigerungen haben Folgen. Denn es fehlen Unterkünfte in den Städten und Dörfern. Der Kreis will sich jetzt selbst darum kümmern. Neu zu bauen, ist allerdings zu langwierig. „Trotz der Vergaberechtserleichterungen erfordert dies einen gewissen Vorlauf“, schreibt Thorsten Backhaus, Leiter des Kreisgebäudemanagments, in einer Vorlage für Kreistagspolitiker. Deshalb sei ein Weg, Immobilien zu kaufen. Für 1,4 Millionen Euro sei eventuell eine Liegenschaft zu erwerben, die 120 Menschen Platz böte. Welche es ist, teilte Backhaus nicht mit. Bekannt wurde aber bereits, dass der Kreis zeitweise Interesse am Gasthof am See in Warder gezeigt haben soll.

 Backhaus schlägt außerdem vor, die Kreisgemeinschaftsunterkunft bei Schackendorf zu erweitern. Sie wird derzeit saniert und ab Anfang 2016 knapp 90 Menschen unterbringen können. Gebäudemanager Backhaus unterbreitet der Politik die Idee, Plätze für weitere 100 Asylbewerber auf dem Grundstück an der A21 zu schaffen. Die Gemeinde Schackendorf habe bereits Zustimmung signalisiert, wolle aber keine Stahl-Container. Die könnten wegen der großen Nachfrage aber ohnehin frühestens Mitte 2016 geliefert werden, erklärt Backhaus. Er schlägt eine Modulbauweise vor. Auf 1,1 Millionen Euro schätzt Backhaus die Kosten.

 Die Gremien des Kreistags beraten derzeit über die Vorschläge. Die Linke-Fraktion hat bereits warnend den Finger gehoben, bei den Bauprogrammen nicht zu vergessen, dass auch für andere Gruppen bezahlbarer Wohnraum fehle.

 In der Sitzung des Ordnungsausschusses beschrieb Behördenleiter Meenen die aktuelle Lage. In diesem Jahr seien dem Kreis bislang 1130 Asylbewerber zur Aufnahme und Unterbringung zugewiesen worden, 169 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Die Zuweisungen erfolgen seit dieser Woche täglich“, nicht mehr wöchentlich. . „Im kommenden Jahr werden nach meiner Prognose dem Kreis bis zu 4000 Asylbewerber zugewiesen werden.“

 Die Landeseinrichtung in der ehemaligen Kaserne in Boostedt, ursprünglich auf maximal 500 Personen ausgelegt, werde erweitert, erklärte Meenen. „Derzeit sind bereits 800 Menschen untergebracht. Ziel ist die Unterbringung von bis zu 1800 Personen“, berichtete Meenen.

 Derzeit halten sich 1550 Menschen im Kreis Segeberg auf, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sind. 2015 seien dem Kreis Segeberg bislang 353 Asylbewerber aus den Westbalkanstaaten zugewiesen wurden. Deren Asylanträge hätten laut Meenen äußerst geringe Erfolgsaussichten. „Dieser Personenkreis hat keine Aufenthaltsperspektive in Deutschland. Er ist nach Abschluss des Asylverfahrens in der Regel ausreisepflichtig.“

 Meenen berichtete außerdem, dass Mitte dieses Jahres rund 17000 ausländische Staatsangehörige aus 149 Herkunftsstaaten im Kreis Segeberg gemeldet waren. Das seien rund 26 Prozent mehr Ausländer als 2011.

 Meezen kündigte den Kreispolitikern an, für den Stellenplan 2016 drei neue Vollzeitstellen für sein Amt zu fordern.

 

 Weiterer Bericht: Flüchtlingszahlen steigen auch in Boostedt

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