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Ärgernis Stadtbus

Kaltenkirchen Ärgernis Stadtbus

Es gibt Ärger mit dem Stadtbusverkehr in Kaltenkirchen, für den die Stadtwerke zuständig sind. Viele Fahrgäste beschweren sich über Unpünktlichkeit, den Zustand des eingesetzten Fahrzeugs, über das Personal und dass Haltestellen nicht mehr angefahren werden.

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Der Kaltenkirchener Stadtbusverkehr wird seit letztem Jahr mit Ersatzfahrzeugen durchgeführt, die teilweise zu groß oder in keinem so gute Zustand sind. Der ursprünglich dafür eingesetzte Bus ist kaputt und wird einfach nicht repariert.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Ab dem 31. August soll nun trotz dieser Missstände ein erweiterter Fahrplan in Kraft treten. So sollen nun zusätzliche Haltestellen angefahren werden: zum Beispiel bei Dodenhof und beim Globus-Baumarkt. Welches Unternehmen aber dafür den Bus stellt, ist zurzeit offen.

 Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Städtischen Betriebe, Kurt Barkowsky, ist die Abwicklung des Stadtbusverkehrs schon seit langem ein großes Ärgernis. „Verantwortlich dafür ist leider die Geschäftsführung der Stadtwerke.“ Die sei vom Aufsichtsrat mehrfach auf die Versäumnisse aufmerksam gemacht worden. „Das Ergebnis ist bis heute leider gleich Null“, bedauert Barkowsky. Die Städtischen Betriebe, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, sind die Holding, unter deren Dach die Stadtwerke und die Holstentherme beheimatet sind. Als Geschäftsführer der Städtischen Betriebe und der Stadtwerke fungiert Olaf Nimz.

 Um den Etat der Stadt nicht mit dem defizitären Stadtbus zu belasten, der letztes Jahr ein Minus von fast 150000 Euro einfuhr, hat die Stadtvertretung die Konzession den Stadtwerken übergeben. Deren Bilanz ist positiv. Laut Auskunft der Stadtwerke nutzten letztes Jahr 45000 Fahrgäste den Stadtbus, eine Zahl, die von vielen als zu hoch angezweifelt wird.

 Die Stadtwerke wiederum vergaben den Fahrbetriebe an die Autokraft in Bad Segeberg, die ihrerseits den Busbetrieb Henning als Subunternehmen einsetzte. Als im letzten Jahr ein Motorschaden den Kleinbus lahm legte, der Henning gehört, häuften sich die Beschwerden, denn das Fahrzeug wurde aus finanziellen Gründen nicht repariert. Statt dessen setzte Henning auch schon mal große Busse ein. Die Folge: Es konnten nicht mehr alle Haltestellen angefahren werden, weil das Fahrzeug sie nicht erreichte, die Fahrgäste warteten vergebens und nahmen sich statt dessen ein Taxi. Auch zeitlich wurden die Fahrpläne nicht mehr eingehalten.

 Jetzt setzt das Unternehmen einen betagten, gemieteten Kleinbus ein, um den Verkehr aufrecht zu erhalten. Das Fahrzeug ist allerdings nicht behindertengerecht. Alles das ist für Aufsichtsratsvorsitzenden Barkowsky ein Ärgernis: „Es muss doch wohl möglich sein, einen Stadtbusverkehr mit einem vernünftigen Fahrzeug auf die Beine zu stellen. Ausreden zählen für mich nicht mehr.“

 Wilhelm Henning vom beauftragten Busunternehmen gibt die Probleme unumwunden zu und findet die derzeitige Situation ebenfalls unbefriedigend. Es sei aber nicht seine Schuld, so Henning, dass es häufig zu Zeitverzögerungen gekommen sei. „Der Fahrplan der Stadtwerke war einfach nicht fahrbar.“ So gab und gibt es in Kaltenkirchen zahlreiche Baustellen, die Umwege erfordern und Zeit kosten. Dazu kämen viele Tempo-30-Zonen. Und im übrigen sei der Vertrag für den Stadtbus ihm gegenüber bereits mündlich gekündigt worden. Das wollte ein Sprecher der Autokraft noch nicht bestätigen, räumte aber intensive Gespräche mit dem Unternehmen nach den Beschwerden ein. Die Arbeit des Busunternehmens bezeichnete er als nicht optimal. Deswegen würden Alternativen geprüft. Zum Beispiel könnte die Autokraft einen Kleinbus anschaffen und den Stadtverkehr dann selbst betreiben. Auch ein anderes Unternehmen könnte einspringen.

 Bereit stünde zum Beispiel der Kaltenkirchener Taxen- und Busunternehmer Hans-Werner Süfke. „Den Stadtbusverkehr durchzuführen ist für uns kein Problem. Wir würden dann sofort den entsprechenden Bus kaufen“, erklärte Süfke, „und genügend Personal haben wir selbstverständlich auch.“ Das Unternehmen Süfke hatte den Stadtbusverkehr schon einmal übernommen. Doch dann konnte sich der Firmenchef nicht mit Stadtwerke-Geschäftsführer Nimz auf eine Verlängerung des Vertrages einigen. Streit gab es zum Beispiel um die Beschriftung des Busses. So wollte Nimz ihn komplett für die Stadtwerke als Werbeträger nutzen, Süfke aber eine Hälfte für sein Unternehmen abzweigen. „Das ist doch wohl fair. Schließlich war es doch unser Fahrzeug“, sagt der Taxen- und Busunternehmer. Jetzt fährt der Stadtbus hingegen seit vergangenen Jahr weitgehend ohne Stadtwerke-Werbung, weil das damit beklebte Fahrzeug kaputt in einer Halle steht.

 Von Stadtwerke-Geschäftsführer Nimz war keine Stellungnahme zu erhalten. Er macht zurzeit Urlaub.

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