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Empörung über Busfahrer-Streik

Bad Segeberg Empörung über Busfahrer-Streik

Weinende Grundschüler, verzweifelte Fünftklässler, genervte Schulsekretärinnen – der unangekündigte Warnstreik der Busfahrer hat auch in Bad Segeberg für erhebliche Unruhe an den Schulen gesorgt. Etliche Schüler kamen zu spät oder verpassten den Unterricht. Laut Verdi ist es denkbar, dass weitere Streiks folgen. Ebenfalls ohne Vorwarnung.

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Viele Schüler warteten vergeblich auf den Schulbus. Der Streik hatte auch die Eltern überrascht.

Quelle: Sönke Ehlers

Bad Segeberg. In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft vorerst gescheitert und am Dienstag wieder aufgenommen worden. Es geht um den Lohn der rund 2500 Mitarbeiter im privaten Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein. Vor allem Betriebe mit mehr als 15 Mitarbeitern schlossen sich am Montag dem Aufruf zum Warnstreik an. Landesweit legten etwa 800 Busfahrer die Arbeit nieder. In Bad Segeberg fielen die Schulbusse und der Stadtbusverkehr über Stunden aus.

 „Wir hatten den ganzen Vormittag über Telefonate“, schildert Rektorin Anja Look von der Heinrich-Rantzau-Schule. „Für das Schulbüro war das schon sehr schwierig.“ Schulsekretärin Sandra Hintz musste weinende Erstklässler trösten, die nicht wussten, wie sie mittags nach Hause kommen sollen. „Die Kinder waren sehr verunsichert“, sagt Anja Look. „Für viele war es der erste Tag, an dem sie selbstständig Bus fahren sollten. Das war schon sehr unglücklich.“

 133 der 380 Rantzau-Schüler kommen per Bus zur Schule. „Ich habe Verständnis für Streikmaßnahmen“, betont die Rektorin, „aber als Schulleiterin muss ich an meine Schüler denken – und vor allem an die vielen Schulanfänger.“ Bei den Kindern dürfte das Vertrauen in den Öffentlichen Personen-Nahverkehr erst einmal erschüttert sein.

 An der Theodor-Storm-Schule klappte morgens das Bringen der Schüler nahezu reibungslos, weil sich viele Eltern kurzfristig auf den Streik einstellten. Schwieriger wurde es am Mittag, weil etliche Mütter und Väter zur Zeit des Unterrichtsendes berufstätig sind und nicht mal eben Chauffeur spielen können. Die Kinder waren vollkommen ratlos. Rektorin Christiane Wolf: „Hier standen Schlangen an den Telefonen. Das war für die Kollegen eine stressige Zeit.“ Da die meisten Grundschüler noch kein Handy haben (und die Geräte in der Schule auch nicht erwünscht sind), mussten alle Gespräche über die Festnetz-Telefone der Schule abgewickelt werden. Wolf: „Die ganzen Erstklässler waren total aufgelöst. Die versuchen, sich an eine Routine zu gewöhnen und wussten nicht, wie sie nach Hause kommen sollen.“ Ein Fünfteil der 220 Theodor-Storm-Schüler ist auf den Bus angewiesen.

 Doch auch die Älteren hatten ihre Sorgen mit dem Bus. „Bei uns klingelte das Telefon heiß“, schildert Direktor Frank Ulrich Bähr vom Städtischen Gymnasium. Etwa zehn bis zwanzig Schüler seien letztlich nicht zum Unterricht erschienen. Zudem habe sich plötzlich das Gerücht in der Stadt verbreitet, dass die Schule wegen des Streiks komplett ausfällt. Es gab entsprechende Nachfragen. „Eltern sollen sich in solch einem Fall natürlich bemühen, die Kinder zur Schule zu bringen“, betont Bähr. Etwa 40 Prozent seiner 900 Schüler nutzen den ÖPNV.

 An den beiden Gemeinschaftsschulen hielten sich die Sorgen in Grenzen. Am Seminarweg (ein Drittel Busnutzer bei 445 Schülern) informierte die Stadt frühzeitig über den Streik. Die Schule am Burgfeld (ehemals Schulzentrum) wurde laut Rektor Bernd Falkenhagen „kalt erwischt“. Die Hälfte der 850 Schüler fährt Bus. Die Lehrer hätten aber darauf verzichtet, grundlegend neue Inhalte einzuführen, so dass diejenigen Schüler, die fehlten, nicht allzu viel Stoff verpasst haben.

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