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Flugsicherung plant neue Radarstation

Seedorf Flugsicherung plant neue Radarstation

Überraschung in der Seedorfer Gemeindevertreter. Während der Sitzung in der Turmschänke überraschte Bürgermeister Gerd Lentföhr mit der Nachricht, die Deutsche Flugsicherung (DFS) plane den Bau einer großen Radarstation im Gebiet zwischen Fresenfelde, Hornsmühlen, Hornsdorf und Seedorfer See.

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Die Pläne sind schon weit gediehen. Die Navigationsanlage „Doppler Drehfunkfeuer“ wird etwa diese Form haben. Sie soll nahe des Seedorfer Sees bei Hornsdorf gebaut werden. Mehrere neue Windkraftanlagen in der Nähe werden dann nicht gebaut werden können.

Quelle: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Seedorf.. Dies hätte auch Folgen für die Nachbardörfer Damsdorf, Stocksee und Schmalensee, entfuhr es spontan einigen Politikern: Der Bau von etlichen Windkraftanlagen dort wäre damit wohl nicht mehr möglich.

 Der Grund: Im Umkreis von 15 Kilometern von Drehfunkfeuern dürfen keine Windenergieanlagen stehen. Das betont das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung.

 Dies träfe den Windpark-Investor Denker & Wulf (Sehestedt) hart. Die Planung für seine Masten etwa in Damsdorf sind schon weit gediehen. Projektleiter Holger Gronau ist überrascht, alsihn die SZ mit den DFS-Plänen konfrontiert. Davon wisse er nichts. Er fordert, ein Antragsteller (wie die DFS) müsse die älteren Windparkpläne berücksichtigen.

 Kreisplaner Frank Hartmann erklärt auf Anfrage der SZ, dass die DFS und das Land bereits Gespräche führten. Der Kreis habe keinen Einwand gegen die Anlage. Die Strahlung sei im Übrigen gering, ähnlich einem UKW-Sender.

 „Bis jetzt ist es nur eine Anfrage von DFS“, erklärte Seedorfs Bürgermeister Gerd Lentföhr während der Sitzung und reichte ein Informationsblatt an die Gemeindevertreter weiter. Darauf erklärt die DFS, dass sie auf dem Gebiet der Gemeinde Seedorf eine DVOR-Flugnavigationsanlage mit Entfernungsmessgerät bauen möchte. DFS sei auf der Suche nach einer Fläche bei Hornsdorf. Auf einer Karte waren bereits drei mögliche Standorte in dem Raum markiert.

 „Von der Navigationsanlage geht ein Signal an die Flugzeuge aus“, erklärt DFS-Pressesprecher Axel Raab auf Anfrage der Segeberger Zeitung. Nah gelegene Windparks wären da im Weg. Diese Signale werden von den Windkraftanlagen leider gespiegelt, die Piloten erhalten plötzlich zwei Signale und würden so irregeführt, sagt Raab. Wichtig sei immer, dass zwischen Anlage und Windpark mindestens 15 Kilometern Abstand ist.

 Die geplante Anlage besteht aus einem Doppler-UKW-Drehfunkfeuer (DVOR) und einem 15 Meter hohen Messstab. Das gesamte Konstrukt benötigt eine Fläche von etwa 40 mal 40 Metern. Darauf wird dann ein Gerätehaus in der Größe einer Doppelgarage und ein Metallgitter von 30 Meter Durchmesser und fünf Meter Höhe gebaut. Auf dem Gitter stehen 51 Sendeantennen und ein sechs Meter hohes Entfernungsmessgerät. 180 Meter davon entfernt wird zusätzlich ein 15 Meter hoher Monitormast aufgestellt.

 Die Drehfunkfeuer geben Flugzeugführern durch Richtungsinformationen eine navigatorische Flugunterstützung. Das Messgerät zeigt dem Piloten die Entfernung zur Anlage an. Sie hat eine Reichweite von 120 Kilometern.

 Nach Aussage der DFS soll das Technikbauwerk etwa für Abflüge am Hamburger Flughafen genutzt werden. Für den Flughafen Lübeck soll die neue Navigationsanlage bei Fehlflugverfahren helfen. Das ist aus Sicherheitsgründen notwendig, wenn ein Pilot den regulären Anflug abbrechen muss.

 DFS-Sprecher Raab sagt, um das Netz abzudecken, sei ein Standort in Hornsdorf oder Umgebung nötig.

 Wohl auch deshalb, weil die DFS kürzlich ihren Standort bei Stockelsdorf räumen musste. Weil dies geschah, darf die Firma BayWa wahrscheinlich bei Pronstorf weitere 14 Windkrafträder bauen, die bislang im 15-Kilometer-Radius lagen.

 Bevor die DFS in Seedorf bauen darf, sind aber noch einige Schritte nötig, sagte Bürgermeister Lentföhr. Sie müsse für die Anlage bei der Gemeinde einen Bauantrag stellen. Darüber müsse dann entschieden werden.

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