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Kekse und Grammatik

Alveslohe Kekse und Grammatik

Mit drei Schülern und einer Lehrerin fing der ehrenamtliche Deutschunterricht für Flüchtlinge in Alveslohe nach den Sommerferien an. Mittlerweile kommen regelmäßig neun Iraner, Syrer und Afghanen. Unterrichtet werden sie nun von einem sechsköpfigen Lehrerinnen-Team.

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Wo normalerweise fleißig Deutsch geübt wird, trafen sich Flüchtlinge und Ehrenamtler in dieser Woche zu einem gemütlichen Weihnachtsessen.

Quelle: Isabelle Pantel

Alveslohe. Zum Jahresabschluss traf sich die Gruppe in gemütlicher Kaffeerunde im Gemeindehaus der Kirche.

 Die Initiative zur Gründung der Deutschgruppe ging von Claudia Söhrnsen aus. Sie fragte sich angesichts der Flüchtlingskrise, auf welche Weise sie helfen könne. Weil sie im Alltag als Berufsschullehrerin das Fach Deutsch unterrichtet, war die Antwort naheliegend. So setzte sich Claudia Söhrnsen mit Pastorin Simone Pottmann in Verbindung, die ihr einen Unterrichtsraum zur Verfügung stellen konnte. Dort wird jetzt donnerstags von 9.30 bis 11 Uhr fleißig geübt. Dass von den 24 Flüchtlingen in Alveslohe fast die Hälfte regelmäßig das Angebot wahrnimmt, ist ein großer Erfolg.

 Die Gruppe orientiert sich eng an einem Kursbuch, mit dem Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird. Außerdem erstellt Claudia Söhrnsen eigenes Material zu Grammatikthemen. Denn insbesondere die fortgeschrittenen Schüler fragen immer wieder danach.

 Seitdem die Gruppe angewachsen ist, haben die Herausforderungen, die im Unterricht bewältigt werden müssen, deutlich zugenommen. „Bei neun Schülern kommen wir bestimmt auf fünf verschiedene Sprachniveaus“, sagte sie. Daher sei es gut, dass es inzwischen ein ganzes Team an Lehrerinnen gebe. „Sonst könnten wir den Schülern kaum gerecht werden.“ Die Spannbreite reiche vom Analphabeten bis hin zum Hochschulabsolventen.

 Zum Jahresabschluss hatten Ehrenamtler und Flüchtlinge gemeinsam einen Brunch-Tisch vorbereitet. Deutscher Apfelkuchen, Brötchen und Weihnachtskekse waren darauf ebenso zu finden wie syrischer Salat. „In der Weihnachtszeit treffen wir uns oft mit Freunden und Verwandten, um gemeinsam zu feiern“, erklärte Pastorin Pottmann den Flüchtlingen. Worum es beim Weihnachtsfest geht, hatte sie ihnen in mehreren Sprachen ausgedruckt. Der Text aus dem Lukas-Evangelium wurde anschließend zusammen gelesen: abwechselnd auf Persisch, Dari, Arabisch und in vereinfachter deutscher Sprache. Die ersten Flüchtlinge waren sogar schon in der Lage, diese Version zu lesen.

 Zum Team der Deutschlehrerinnen zählen neben Claudia Söhrnsen auch Erika Wiechmann, Jasmin Schönau, Natascha Lescow, Charlotte Toll und Renate Rubach. Weitere Unterstützer können sie brauchen, denn Alveslohe sollen innerhalb der nächsten Wochen noch rund zwei Dutzend neue Flüchtlinge zugewiesen werden. Händeringend gesucht werden außerdem Unterkünfte im Dorf. Wer Zimmer zu vermieten hat, kann sich an die Gemeinde wenden: Telefon 04193 / 2033; E-Mail an bgm@alveslohe.eu.

 Über die Feiertage legt der Deutschunterricht eine Pause ein. Das nächste Treffen im Gemeindehaus der Kirche ist für Donnerstag, 7. Januar, vorgesehen.

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