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Kampf ums Revier

Prostitution an der B 206 Kampf ums Revier

Der Streit zwischen konkurrierenden Prostituierten an der B 206 zwischen Wittenborn und Schafhaus vor einigen Tagen war nach Informationen der Segeberger Zeitung dramatischer als bislang bekannt.

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Vor einigen Monaten ging es noch friedlich zwischen den beiden Gruppen unter den Prostituierten an der B206 zu.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Eine Rumänin hatte am „Barker Einschnitt“ vor dem früheren Standortübungsplatz der Bundeswehr im Kampf um Kunden mit einer Teleskopstange aus Metall brutal auf eine Bulgarin eingeschlagen. Das Opfer musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie nun zu vernehmen ist, soll die Verletzte in einem frühen Stadium schwanger gewesen sein und ihr Embryo verloren haben. Der mutmaßlichen Täterin droht eine Anzeige wegen Körperverletzung.

 Grund für die Keilerei waren Revierkämpfe. Offenbar gehörten die insgesamt knapp zehn Prostituierten entlang der B 206 unterschiedlichen Gruppen an. Die Rumäninnen sollen ihre „Beschützer“ - wie die Hintermänner genannt werden - in Kiel gehabt haben, die Bulgarinnen auf der Reeperbahn in Hamburg. Monatelang hatten beide Gruppen auf mehreren Parkplätzen an der Bundesstraße zwischen Bad Segeberg und Bad Bramstedt konfliktfrei um Kunden geworben und mangels fester Quartiere in der näheren Umgebung auch gleich ihre Dienste verrichtet. Kürzlich sollen aber die Bulgarinnen von Hamburger zu Lübecker Beschützern weitergereicht worden sein. Kurz danach haben die Revierkämpfe zwischen den beiden Prostituiertengruppen begonnen und sich hochgeschaukelt.

 Das hat die Polizei auf den Plan gerufen. Sie beendete dem Treiben ein abruptes Ende. Gegen alle Frauen an allen Parkplätzen wurden Platzverweise ausgesprochen. Außerdem wurden nach Informationen der SZ verschärft Ordnungsgelder verhängt. Selbst in Momenten, in denen die Prostituierten gerade mit Kunden beschäftigt waren. Manche Prostituierte sollen Polizisten Geld oder Liebesdienste angeboten haben, falls sie in Ruhe gelassen würden – allerdings vergeblich. Die Polizei brachte nach den Platzverweisen viele Prostituierte, die ohne eigene Fahrzeuge am Straßenrand standen, in nahe Städte oder zu Bahnhöfen. Eine allerdings soll, nachdem sie kurz darauf wieder am alten Fleck stand, von Polizisten erneut aufgegriffen und bis zum Ende der üblichen Prostituiertenschicht um 19 Uhr in einer Zelle einer Wache in Gewahrsam genommen worden sein.

 Zu diesen neuen Details wollte eine Pressesprecherin der Polizei nichts sagen. Sie bestätigte aber, dass die Prostituierten seit Tagen nicht mehr an der Bundesstraße 206 stehen. Wo sie sich jetzt aufhalten, sei nicht bekannt.

 Vorläufig beendet ist für die Polizei damit ein langwieriger Kampf um Prostitution an der B 206. Nach Protesten von Anwohnern hatte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sich eingeschaltet. Die Behörde untersagte den Frauen vor einigen Monaten die Sondernutzung der Parkplätze und ließ sie Ordnungsgeld zahlen. Trotzdem gingen die Prostituierten ihren Geschäften weiter nach. Land und Polizei drückten allerdings ein Auge zu, nachdem die Frauen einen wohnortnahen Parkplatz zwischen Schafhaus und Bockhorn geräumt hatten und sich auf andere abgelegene Parkflächen wie am Barker Einschnitt konzentrierten. Daraufhin war für einige Wochen weitgehend Ruhe eingekehrt, bis die Revierkämpfe begannen – und aus Ordnungswidrigkeiten Straftaten wurden.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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