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50 Flüchtlinge auf dem Flur

Kreissozialausschuss 50 Flüchtlinge auf dem Flur

Der Sozialausschuss des Kreises Segeberg hat sich in seiner jüngsten Sitzung fast gänzlich mit Asylbewerbern befasst. „Jeden Tag stehen viele neue vor unserer Tür in der Verwaltung und brauchen unsere Hilfe“, erklärte Leeza Lorenz, die sich um die Helfer in den Kommunen kümmert.

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Anja Voss ist die neue Leiterin des Fachdienstes „Soziale Sicherung“ beim Kreis Segeberg.

Quelle: Patricia König

Kreis Segeberg. Da sie selbst Arabisch spreche, sei sie eine wichtige Ansprechpartnerin, erklärte Leeza Lorenz dem Ausschuss. Die Hilfsbereitschaft der Freiwilligen vor Ort sei nach wie vor groß, doch seien die zunehmenden Probleme bei der Unterbringung für die Flüchtlinge und die Helfer gleichermaßen eine Belastung.

 Neue Fachdienstleiterin für den Bereich Soziale Sicherung in der Kreisverwaltung ist Anja Voss. Die 40-Jährige hat zum 1. August die Stelle von Elke Andrasch übernommen, wohnt in Harmsdorf bei Ratzeburg, hat seit 1999 beim Landkreis Lüneburg gearbeitet und war zuletzt Teamleiterin beim Jobcenter in Lüneburg.. Die langjährige Ressortleiterin Andrasch widmet sich nun gänzlich der Koordination der Asylbewerber und hat auch die Leitung des Fachdienstes Flüchtlingsbetreuung/Fachaufsicht übernommen. Am Tag ständen bis zu 50 Asylbewerber auf dem Flur, erzählte sie. Mehrere Angestellte der Kreisverwaltung seien täglich damit beschäftigt, die Menschen zu versorgen. Unter anderem geht es um Wohnungen und Verpflegung. Honorarkräfte und Ehrenamtliche helfen dabei.

 Die geplante Betreuung und Supervision der ehrenamtlichen Helfer koste etwa 70 Euro pro Stunde, berichtete Elke Andrasch. Bei etwa 10 Supervisionen in jedem der 20 Helferkreise (insgesamt 350 Helfer) im Kreis ergäbe das eine Ausgabe von rund 14000 Euro. Der Ausschuss empfahl, damit so schnell wie möglich zu beginnen.

 Ebenfalls diskutiert wurde, eine Koordinierungsstelle einzurichten. Der Kreis Segeberg kann eine Förderung des Landes von zwei Vollzeitstellen mit 63000 Euro pro Stelle und Jahr erhalten, wenn er nachweist, dass er eine Koordinierungsstelle „zur integrationsorientierten Aufnahme von Flüchtlingen“ betreibt. Deren Einrichtung hatte auch der Unterausschuss Asyl in seiner Sitzung empfohlen. Laut Elke Andrasch sind die umfangreichen Aufgaben, die mit der Aufnahme der Asylbewerber einhergehen, nicht mehr zusätzlich von den Verwaltungsangestellten zu leisten. Der Sozialausschuss beschloss nach kurzer Debatte, nicht nur wie geplant eine Stelle für eine Koordinierungsstelle zu empfehlen, sondern sprach sich für 2,5 Vollzeitstellen aus, die bis Ende 2018 befristet sein sollen.

 Asylbewerber haben im Falle einer Erkrankung einen Anspruch auf „Schmerz- und Akutbehandlung“. Die Bearbeitung dieser Fälle ist Aufgabe des Kreises, dazu gehöre auch die Abrechnung mit Kassen, Städten, Amtsverwaltungen, Gemeinden und Land, erklärte Andrasch. Im Mai 2015 wurde deswegen eine zweite Stelle besetzt, die bis zum Dezember 2017 befristet ist. Der Sozialausschuss folgte dem Vorschlag der Kreisverwaltung und sprach die Empfehlung aus, vier zusätzliche Vollzeitstellen zu Jahresbeginn 2016 und weitere 1,5 Assistenzstellen zu schaffen, die bis Ende 2017 befristet sein sollen.

 Nach Mitteilung des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten muss sich der Kreis darauf einstellen, bis zum Jahresende etwa 100 Flüchtlinge pro Woche aufzunehmen - also rund 430 Flüchtlinge im Monat .

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