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Proben gut im Zeitplan

Karl-May-Spiele Proben gut im Zeitplan

„Es ist wunderbar, es ist fabelhaft…“ singt Patrick Schmitz in rosafarbenen Shorts und braunem T-Shirt und tanzt dazu im Sand der Freilichtbühne in Bad Segeberg. Regisseur Norbert Schultze jr. hätte allen Grund, dieses Lied mitzusingen. Denn alles klappt gut bei den Proben für das neue Stück der Karl-May-Spiele „Im Tal des Todes“.

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Regisseur Norbert Schultze jr. (rechts) beobachtet die Szene mit der Begegnung zwischen „Senorita Miranda“ (Barbara Wussow) und „Roulin“ (Joshy Peters).

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Die Segeberger Zeitung durfte schon einmal einen Blick riskieren. „Wir liegen gut im Zeitplan“, erzählt Schultze jr. gut gelaunt. „Jetzt feilen wir noch an den Details.“ Patrick Schmitz, der in diesem Jahr als „Heinz-Egon Winzigmann“ im Stil von Heinz Erhardt unter anderem für die komischen Szenen zuständig ist, arbeitet gemeinsam mit Choreograph Jean-Marc Lebon noch an der Schrittfolge für seine Tanzszene. Unermüdlich singen die beiden den Refrain, vor und zurück geht es im weichen Sand, eine Drehung, die Hüfte mehr bewegen, ein neckischer Sprung in die Luft - und wieder von vorn.

 Auch die beiden Statistinnen Laura Hornung und Jacqueline Zahn proben den Tanz mit. „Es macht viel Spaß“, sagt Laura Hornung in einer Pause. „Am Anfang der Probenzeit war es ganz schön kalt, aber dann zieht man sich einfach dicker an.“ Auch den drei Jungs, die sich die Rolle von Old Firehands Sohn Harry teilen, ist die Begeisterung anzumerken. Gerade ist der jüngste der drei, Theo Seegebrecht, mit dem Proben dran. Unsanft wird der Neunjährige vom gemeinen Bergwerksbesitzer Roulin (Joshy Peters) geschubst und landet auf den Knien. „Nein, das tut nicht weh“, erzählt Theo später. Außerdem darf er in der gleichen Szene einem anderen Fiesling – Juanito, gespielt von Fabian Monasterios – selbst mit Schwung auf den Fuß treten, um sich aus dessen Umklammerung zu befreien. Seinen Text kann Theo schon sehr gut, denn zuhause übt er regelmäßig zusammen mit seiner Mutter.

 Manche Details, die zu bedenken sind, sind den Gegebenheiten der weitläufigen Bühne oder dem zeitgenauen Einbau von pyrotechnischen Effekten geschuldet – oftmals werden einfach ein paar Sekunden Zeit mehr benötigt, damit alle Akteure an den richtigen Plätzen ankommen können. Wie zum Beispiel bei der Begegnung zwischen Senorita Miranda (Barbara Wussow) und Roulin“. „Der Kuss muss länger dauern“, sagt Schultze. Barbara Wussow und Joshy Peters spielen die Wiedersehensszene gleich noch einmal - und der Regisseur ist zufrieden.

 Unverzichtbar für die Produktion ist die Arbeit vom technischen Betriebsleiter Lars Saggau. Er und sein Team sorgen für regelmäßige Bewässerung der Bühnenfläche, damit es nicht so staubt und der Boden stets griffig genug ist für die Pferde, gerade wenn sie in schnellem Tempo unterwegs sind. Dafür wird der Sand mit einer Egge bearbeitet, die feine Rillen erzeugt und für ein gleichmäßiges Niveau der Fläche sorgt.

 Auf der Zuschauertribüne gibt es eine Beobachterin, die das ganze Geschehen mit größtem Gleichmut betrachtet: Eulendame „Shadow“ ist mit ihren drei Jahren schon ein Profi und hat auch schon am Kalkberg mitgespielt. Regungslos sitzt sie auf einer Banklehne neben Falknerin Claudia Fischer. Nur als Patrick Schmitz sein lustiges Gefährt startet, das bei den Zuschauern sicher für einige Lacher sorgen wird, erschreckt sich der Virginia-Uhu und flattert aufgeregt an seiner ledernen Leine.

 Die Unberechenbarkeit der tierischen Ensemble-Mitglieder ist auch immer wieder Thema für Sylvia Kassel, Chefin der Reiterstatisten und zuständig für das Reittraining der Schauspieler. In diesem Jahr musste die erfahrene Reiterin auch das richtige Pferd für die drei Harry-Darsteller finden. Sie entschied sich für „Cubano“, einen echten Karl-May-Spiele-Profi. „Das war früher lange ein Winnetou-Pferd“, erzählt Sylvia Kassel. „Er ist sehr sicher und ruhig.“

 Sicherheit wird auch großgeschrieben bei den Kampfszenen – Old-Firehand-Darsteller Ralf Bauer muss sich des Öfteren mit verschiedenen Gegnern herumschlagen. Gekonnt setzt er sich zur Wehr, auch mal einhändig, wenn er gerade ein Glas in der Hand hält. Auch hier schaut Norbert Schultze genau hin. „Bis jetzt hat sich noch niemand verletzt, das sieht alles gut aus“, freut sich der Regisseur. So kann es weitergehen. Am Sonnabend, 27. Juni, können sich die Zuschauer bei der Premiere davon überzeugen, ob alle Szenen klappen.

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Bad Segeberg
Foto: "Im Tal des Todes" feiert seine Premiere am 27.06.2015 im Freilichttheater am Kalkberg.

Das Tal des Todes im tiefsten Mexiko ist gemeinhin nicht für sein kühl-windiges Schauerwetter bekannt. Eine solche Kombination gibt es wohl nur im Wilden Westen von Bad Segeberg. Am Freitag konnten sich vor allem die Neuen im Ensemble der Karl-May-Spiele schon einmal mit den nicht immer ganz einfachen Bedingungen im Freilichttheater am Kalkberg vertraut machen – jedenfalls zum ersten Mal vor einem richtigen Publikum.

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