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Die Reibereien sind vorbei

Wahlstedt Die Reibereien sind vorbei

Hinter den Kulissen hat es beim Kindervogelschießenverein ordentlich gekracht. Der bisherige Vorstand ist komplett zurückgetreten. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde die Vereinsspitze neu besetzt. Die Geschichte des Vogelschießens reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.

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Ein bunter Festumzug gehört neben den originellen Spielen in jedem Jahr zum Wahlstedter Kindervogelschießen. Seit 2002 wird das Fest nach langer Pause wieder veranstaltet.

Quelle: Karsten Paulsen/Archiv

Wahlstedt. Mit Marcel Rau hat ein Mann das Ruder übernommen, der schon Erfahrung auf dieser Position hat.

 Seit dem diesjährigen Kinderfest im Juli hatte es im Vorstand des Vereins kräftig gebrodelt. „Nach dem Vogelschießen bin ich als 1. Vorsitzender zurückgetreten“, schilderte Frank Rolle am Freitag. „Das war eine persönliche Entscheidung von mir.“

 Frank Rolle und sein Stellvertreter Jürgen R. Jaschinski hatten offenbar unterschiedliche Auffassungen zu diversen Themen. Die Harmonie im Team war dadurch derart gestört, dass Rolle sich schließlich für einen Rückzug entschied. „Unsere Schriftführerin Jutta Bartsch und unsere Kassenwartin Kerstin Hinrichs haben sich mir angeschlossen.“

 Somit blieb Jaschinski allein im Vorstand zurück und hielt die Stellung. Das kam dem Verein letztlich zugute, denn so war der Vorstand zumindest nicht komplett verwaist, was zu erheblichen rechtlichen Komplikationen hätte führen können. Das traditionelle Laternegehen wurde trotz der Schwierigkeiten reibungslos abgewickelt.

 Aus Sorge, dass nach unschönen Schlagzeilen die Spenden nicht mehr so munter fließen wie bisher, wollte der Verein die Querelen unter dem Deckel halten. Aus diesem Grund wurde die jüngst anberaumte außerordentliche Mitgliederversammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten, wie Rolle bestätigt. Dort trat dann auch Jaschinski zurück und machte den Weg zu einer Neuwahl frei.

 Schnell kristallisierte sich heraus, dass die beiden Ex-Vorsitzenden Rau und Rolle bereit waren, wieder Verantwortung im Vorstand zu übernehmen. „Weil ich im Außendienst tätig bin und nicht immer vor Ort, haben wir entschieden, dass Marcel den 1. Vorsitzenden macht und ich den 2.“, sagt Frank Rolle. Kerstin Hinrichs sei auf ihren Posten der Schatzmeisterin zurückgekehrt. Die Schriftführung liege nun in den Händen von Sabine Siems, die den Job ebenfalls schon einmal ausgefüllt hatte.

 Frank Rolle sieht den Vorstand gut gerüstet für die kommenden Aufgaben. „Wir wollen ja nächstes Jahr zum 50-jährigen Wahlstedter Stadtjubiläum ein ordentliches Fest feiern.“

 Der neue und zugleich alte Vorsitzende Marcel Rau war einst durch seinen damaligen Beruf bei der Bundeswehr in den Kreis Segeberg gekommen. Als Angehöriger des Panzergrenadierbataillons 182 machte er als Soldatenhelfer in der Patenstadt Wahlstedt mit – und blieb sowohl beruflich als auch privat. Inzwischen hat er eine Familie gegründet und ist bei der Firma Lichtenheldt beschäftigt.

 Auch Frank Rolle hat das Kindervogelschießen von Anfang an begleitet. Der Verein verfügt über 50 Mitglieder und insgesamt 120 ehrenamtliche Helfer.

 Sie alle stellen das große Kinderfest auf die Beine, das im späten 19. Jahrhundert ins Leben gerufen und bis 1970 veranstaltet wurde – zuletzt von den Wahlstedter Schulen. Danach folgte eine lange Pause. Im Mai 2001 wurde der heutige Verein ins Leben gerufen; und im Sommer des folgenden Jahres wurde erstmals wieder das große Kinderfest gefeiert, zu dem auch ein bunter Umzug durch Wahlstedts Straßen gehört.

 Frank Rolle ist optimistisch, dass nach den internen Reibereien der vergangenen Monate wieder Ruhe in dem Wahlstedter Verein einkehrt und sich gemeinsam für die gute Sache einsetzen. Auch Jürgen R. Jaschinski und seine Lebensgefährtin Marlies Ihrens seien dem Verein übrigens als Mitglieder treu geblieben.

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