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Der Regenbogen vor dem Rathaus

Bad Segeberg Der Regenbogen vor dem Rathaus

Am 17. Mai ist der „Internationale Tag gegen Homophobie“. Mit der Regenbogenflagge vor öffentlichen Gebäuden wird Solidarität mit Schwulen und Lesben auch nach außen hin gezeigt. Das hat in vielen Orten im Land längst Schule gemacht - und sollte es nach Auffassung der SPD auch in Bad Segeberg.

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Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist die Regenbogenfahne ein internationales schwul-lesbisches Symbol.

Quelle: Patrick Nawe, Archiv

Bad Segeberg. „In Rendsburg hat sich sogar die CDU dem Antrag angeschlossen“, sagte SPD-Sprecher Tobias Gellert gestern der Segeberger Zeitung - und die stehe diesem Thema oftmals eher zurückhaltend bis ablehnend gegenüber. Gellert und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dirk Wehrmann hoffen nun, dass sich auf der nächsten Sitzung der Bad Segeberger Stadtvertretung am Dienstag, 12. Mai, im Bürgersaal ebenfalls eine klare politische Mehrheit für diesen symbolischen Akt zusammenfindet. „Hier geht es um sichtbare Weltoffenheit und darum, gegen Diskriminierung im wahrsten Sinne Flagge zu zeigen“, betonte Gellert.

 Nach dem ersten Vorstoß der Genossen Mitte März war es zu deren Ärger allerdings ausgerechnet mit Bürgermeister Dieter Schönfeld, ebenfalls Sozialdemokrat, zu Unstimmigkeiten gekommen. Der Verwaltungschef hatte vor allem formalrechtliche Einwände geäußert. Zum einen sei die Eingabe zu spät gekommen, um sie noch fristgerecht in der Sitzung am 31. März entscheiden zu lassen; zum anderen bedürfe es einer gesonderten Genehmigung des schleswig-holsteinischen Innenministeriums, das für öffentliche Beflaggung zuständig sei. Und diese Erlaubnis liegt laut Schönfeld nicht vor. Im entsprechenden Erlass sei klar geregelt, so Schönfeld, dass an Dienstgebäuden grundsätzlich nur die Landes-, die Bundes- und die Europaflagge gemeinsam gesetzt werden dürften. Ausnahmen seien lediglich Fahnen ausländischer Staaten und anderer Hoheitsgebiete.

 „Wir hatten den Antrag gestellt, dass sowohl am 17. Mai als auch an dem Tag, an dem in der Landeshauptstadt Kiel der Christopher-Street-Day begangen wird,“ - am 30. Mai - „diese Symbolfahne für die Rechte Homosexueller vor dem Rathaus aufgezogen wird“, erklärte Gellert. Dieser Antrag soll nun erneut und damit fristgerecht gestellt werden - zumal aus Kiel bereits die Aussage gekommen ist, über eine Beflaggung könnten Kommunen eigenständig befinden.

 Die Verantwortlichen anderswo haben weniger Probleme mit dieser Art der Demonstration - wenngleich nicht alle Abstimmungen einstimmig ausfallen und voriges Jahr selbst zwei von der SPD geführte Bundesministerien die zunächst gehissten Regenbogenbanner nach Protesten innerhalb der Koalition (namentlich der CDU) wieder einholten. In größeren Städten wie Kiel, Hamburg, Flensburg oder Neumünster wehte der Regenbogen jedenfalls schon vor öffentlichen Gebäuden oder wird das in diesem Jahr tun. „Dann sollte so etwas in Bad Segeberg doch ebenfalls möglich sein“, meint SPD-Chef Wehrmann.

 Die hier und da geäußerte Kritik, wenn denn für die Regenbogenfahne eine Ausnahme gemacht werde, müsse das danach für alle möglichen anderen Flaggen genauso gelten (etwa die von Fußballvereinen), hält der Sozialdemokrat für wenig stichhaltig: „Es geht hier schließlich nicht um den Internationalen Tag der Jogginghose.“ Wehrmann ist optimistisch, dass sich auch der Bürgermeister noch bewegt. Sollte die Stadtvertretung am 12. Mai zustimmen, sind die Genossen jedenfalls vorbereitet: Der SPD-Chef hat bereits vier Regenbogenfahnen gekauft - für jeden der vier Masten vor dem Rathaus an der Lübecker Straße eine: „Auf eigene Kosten.“

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