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Reparaturen werden teuer

Brücken in Bad Bramstedt Reparaturen werden teuer

Unbequemes Untersuchungsergebnis: Die Stadt Bad Bramstedt wird früher als vermutet große Summen in die Sanierung ihrer Brücken investieren müssen.

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Als „Problemkind Nummer eins“ bezeichnet Baumamtsleiter Udo Reinbacher die unter Denkmalschutz stehende Friedrichsbrücke. An ihr haben sich sogenannte Stirnringrisse gebildet

Quelle: Anna Maria Persiehl

Bad Bramstedt. Eine genauere Untersuchung der Gayen-Brücke hat ergeben, dass ihre Reparatur mehr als erwartet kosten wird. Vor allem aber die unter Denkmalschutz stehende Friedrichsbrücke, unter der die Hudau fließt, muss nun doch, anders als das erste Gutachten ergeben hatte, dringend instandgesetzt werden.

 Dem Ausschuss für Bau- und Verkehrsangelegenheiten lag in seiner Sitzung am Montagabend eine Zusammenstellung über den Zustand der insgesamt 25 Brücken im Stadtgebiet vor. Bereits im Mai hatten die Kommunalpolitiker sich geeinigt, anhand einer Prioritätenliste deren Instandsetzen in Angriff zu nehmen und zu entscheiden, was und wann saniert werden muss. Ein Gutachter hatte zuvor allein einen kurzfristigen Sanierungsaufwand von etwa 800000 Euro ermittelt. Die Probleme hatten sich vor allem nach dem Starkregen und Hochwasser kurz vor Weihnachten ergeben. So hatte die von Radfahrern und Fußgängern genutzte Ernst-Friedrich-Harm-Brücke über die Hudau bereits gesperrt werden müssen. Auch die Friedrichsbrücke im Zuge der Altonaer Straße war zwar kurzfristig gesperrt, aber wieder frei gegeben worden, nachdem keine Schäden festgestellt worden waren.

 Diese unter Denkmalschutz stehende Brücke hat sich doch nun „zum Problemkind Nummer 1“ entwickelt, wie der Leiter des städtischen Bauamtes, Udo Reinbacher, am Montagabend schilderte. Eine Ultraschalluntersuchung hat nach der Darstellung Reinbachers ergeben, dass sich sogenannte Stirnringrisse gebildet haben. „Das muss dringend gemacht werden.“ Die Brücke hat damit nun erste Priorität im Sanierungskonzept der Stadt. Die dringendsten Arbeiten werden nach Angaben des Amtsleiters etwa 50000 Euro kosten. Weitere Reparaturen werden aber notwendig sein uind die Kosten dafür erheblich höher: Von mindestens 300000 Euro war in der Ausschusssitzung die Rede. An den jetzt erforderlichen Beratungen über den Umfang der Sanierung muss auch die Denkmalschutzbehörde beteiligt werden. Die Friedrichsbrücke steht wie auch die Altonaer Straße unter Denkmalschutz, der dänische König Friedrich VI hatte sie 1832 beim Bau der Altona-Kieler Chaussee errichten lassen. Wie bereits zuvor beschlossen, verfolgt die Stadtverwaltung weiterhin die Absicht, die Brücke für Fahrzeuge mit Gesamtlast über 7,5 Tonnen zu sperren.

 Neben der Friedrichsbrücke hat die Stadt auch die Gayen-Brücke, die im vergangenen Sommer vom Starkregen beschädigt worden war, mit Ultraschall untersuchen lassen. Nun ist das bereits erzielte Einvernehmen, die Brücke bereits in diesem Jahr für 60000 Euro sanieren zu lassen, wieder Makulatur. Bei der Untersuchung sei entdeckt worden, dass sich große Teile des Spritzputzes vom Beton gelöst hätten, berichtete Reinbacher. „Schon allein aus Verkehrssicherungsgründen muss das angepackt werden.“ Zahlen über die geschätzten Kosten lägen aber noch nicht vor. Ausschussvorsitzender Volker Wrage schätzte den Mehraufwand auf 20000 bis 30000 Euro. Die Alternative wäre ein Abriss der über 100 Jahre alten Brücke, die einen Wirtschaftsweg über das AKN-Gleis führt und in erster Linie von einem Landwirt genutzt wird, um ohne große Umwege auf seine Felder zu kommen. Die Kosten für den Abbau der Gayen-Brücke: 74000 Euro. Die Brücke, zunächst Eigentum der AKN, war 1998 entsprechend einer neuen gesetzlichen Regelung auf die Stadt überschrieben worden. Vor etwa 15 Jahren hat die Stadt das Bauwerk bereits für 140000 Euro saniert. Auf Anregung von Jörg Franck (CDU) sollen die Fraktionen nun nach Vorliegen der Kostenschätzungen erst einmal über das weitere Vorgehen beraten.

 Einig sind sich die Ausschussmitglieder nach wie vor, dass die nach dem Weihnachtshochwasser schwer beschädigte und bereits abgerissene Ernst-Friedrich-Harm-Brücke, die Radfahrern und Fußgängern als Abkürzung zwischen Altonaer Straße und Sommerland diente, ersetzt werden soll. Im Ausschuss kristallisierte sich die Absicht heraus, über diesen Brückenbau erst bei den Haushaltsberatungen für 2016 endgültig zu entscheiden. Reinbacher präsentierte dem Ausschuss Zahlen: Eine Aluminiumbrücke wäre mit etwa 140000 Euro Baukosten etwas günstiger in der Anschaffung und hätte zudem eine längere Lebensdauer als eine Brücke nur als Holz oder in Kombination mit Stahl oder Kunststoff.

 Nicht jede Sanierung einer Brücke muss Unsummen kosten. Die Holzbrücken können, soweit es möglich ist, mit handwerklichen Mitteln wieder für einige Jahre nutzbar gemacht werden. Entsprechende Untersuchungen hat es an allen Holzbrücken gegeben. Ausschussvorsitzender Wrage stellte allerdings auch klar: „Wir werden nicht umhinkommen, auf die eine oder andere Brücke zu verzichten.“ So ist für die Jägerbrücke, die im Kurgebiet über die Schmalfelder Au führt, bereits gutachterlich ein Abriss empfohlen worden. Dass es noch über den Erhalt oder den Abriss einiger Brücken Diskussionen geben wird, wurde schon während der Sitzung deutlich. „Die Brücke ist doch wichtig als Weg für das Kurgebiet. Verzichten können wir darauf nicht“, lautete der Einwand von Fritz Bredfeldt (Bündnis 90/Die Grünen). Als Entscheidungshilfe könnte eine Radtour dienen, die der Bau- und Verkehrsausschuss – noch vor seiner Sitzung am 4. September - unternehmen wird.

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Ein Artikel von
Anna Maria Persiehl

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