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Asylheim auf Polizeigelände

Bad Bramstedt Asylheim auf Polizeigelände

Auch Bad Bramstedt muss sich auf weiter steigende Zuweisungen von Asylbewerbern einstellen. Der Hauptausschuss beschloss nun den Kauf von zwei Grundstücken auf dem Gelände der Bundespolizei. Kosten: 189000 Euro.

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Die zwölf Garagen an der Kieler Straße sind bereits bezogen, rechts davon entsteht ein Neubau für 30 Asylbewerber.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Nach längeren Verhandlungen mit der Immobilienverwaltung des Bundes konnte Einigkeit über den Kauf des asphaltierten früheren Antreteplatzes mit einer Größe von 5400 Quadratmetern sowie einer daran anschließenden Fläche von weiteren 2200 Quadratmetern erzielt werden. Das Gelände war auch schon im Gespräch als neuer Standort der Leibniz-Privatschule aus Hitzhusen, die nun aber lieber nach Kaltenkirchen umziehen will. Den Kaufpreis von 189000 Euro sieht Kütbach als „günstig“ an. „In direkter Nachbarschaft zum Gewerbegebiet lassen sich die Grundstücke auch später gut vermarkten, wenn sie einmal nicht mehr für Asylbewerber genutzt werden müssen“, sagte der Bürgermeister. Der Quadratmeterpreis beläuft sich auf 25 Euro. Zum Vergleich: Erschlossenes Gewerbeland wurde von der Stadt zuletzt für 39,50 Euro verkauft.

 Die Stadt plant auf dem Gelände eine Asylbewerberunterkunft „in herkömmlicher Bauweise“, so Kütbach. Wohncontainer anzuschaffen, sei kaum billiger. „Der Markt ist leergefegt und die noch zu bekommenden Container sind entsprechend teuer.“ Es soll auch keine Gemeinschaftsunterkunft werden, sondern ein Gebäude mit einzelnen Wohnungen. Maximal 50 Asylsuchende will Kütbach auf dem dann ausgegliederten Polizeigelände unterbringen. „Hier kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und mit zum Teil traumatischen Erlebnissen zusammen“, erklärte Kütbach. Zu groß sollte die Wohnanlage deshalb nicht werden. Sie könnte sonst zu einer konfliktträchtigen Siedlung werden.

 Eine weitere Unterkunft entsteht zurzeit an der Kieler Straße am nördlichen Ortsausgang. Auf dem Grundstück der früheren Straßenmeisterei errichtet der Bad Bramstedter Bauunternehmer Andreas Glesmann ein Wohnhaus mit Einzelunterkünften für 30 Bewohner. Die Stadt wird das Gebäude nach Fertigstellung mieten. Zwölf Unterkünfte sind bereits fertig. Glesmann hatte frühere Garagen zu kleinen Wohnungen umgebaut. Sie sind auch schon bewohnt.

 Zurzeit leben in Bad Bramstedt rund 90 Asylbewerber. Die genaue Zahl weiß selbst Kütbach nicht. „Es kommt vor, dass ganze Familien einfach abreisen, die Stadtverwaltung erfährt dann nichts. Die sagen uns nicht Bescheid“, berichtete Kütbach. Allerdings melde sich in der Regel dann der Vermieter im Rathaus, sodass die Stadt nicht längere Zeit für eine ungenutzte Wohnung Miete bezahlt. Bis auf die zwölf Unterkünfte an der Kieler Straße konnte die Stadt bisher alle Asylbewerber in Privatwohnungen einquartieren. Doch die sind mittlerweile zur Mangelware geworden, und der Zustrom reißt nicht ab.

 In diesem Jahr muss die Stadt rund 80 neue Flüchtlinge aufnehmen, das sind immerhin 20 weniger als vor wenigen Wochen noch eingeplant. Grund dafür ist die zentrale Unterkunft des Landes in der früheren Rantzau-Kaserne in Boostedt, wo 500 Asylbewerber für eine Übergangszeit einquartiert sind, bis sie auf die Kreise verteilt werden. Diese 500 werden auf die Quote des Kreises Segeberg angerechnet, sodass er entsprechend weniger zugewiesen bekommt und auch weniger auf die Gemeinden verteilt. Dennoch bleibt es schwierig für die Bad Bramstedter Stadtverwaltung, bedarfsgerechten Wohnraum zu planen. „Wir wissen ja nicht, wie viele wieder ausgewiesen werden“, sagte Kütbach. Vor allem die Zahl der Balkanflüchtlinge sei durch Ausweisung in letzter Zeit deutlich zurückgegangen.

 Der Bürgermeister zeigte sich erfreut darüber, dass es in Bad Bramstedt bisher zu keinen Protesten gekommen sei. „Wir haben sogar eine große Hilfsbereitschaft in der Stadt. Als DRK und Kinderschutzbund Anfang Juni einen Spendenaufruf starteten, „kamen so viele Sachspenden zusammen, dass der Bauhof helfen musste und die Sachen eingelagert hat“, berichtete der Verwaltungschef. Im Rathaus gingen nur hin und wieder Anrufe „besorgter Bürger“ ein, die nachfragten, „wer denn da in ihre Nachbarschaft zieht“.

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