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Jazz mit Herz und Seele

Swingtime Bigband Jazz mit Herz und Seele

Sie spielt Musik, die der heutigen Jugend größtenteils fremd ist: Klassiker aus Genres wie Swing, Jazz, Jazz-Rock, Funk, Latin und mehr, Stücke wie „Stompin’ At The Savoy“, „Georgia On My Mind“, „All That Jazz“ oder „Copacabana“, und das alles seit 25 Jahren mit ungebrochener Begeisterung: die Swingtime Bigband.

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25 Jahre und kein bisschen Langeweile: Die Swingtime Bigband probt nach wie vor regelmäßig mit großer Freude und bereitet sich auf Konzerte vor. Zum Jubiläum treten die rund 20 Musiker am 21. November im Bad Segeberger Schützenhof auf.

Quelle: hfr

Bad Segeberg. Die Formation mit derzeit rund 20 Mitgliedern ist im Kreis Segeberg nicht nur längst eine feste Größe geworden, sondern hat auch eine ganz wesentliche Voraussetzung für ihren Fortbestand: Die Musiker haben großen Spaß an ihrer Arbeit. Am Sonnabend, 21. November, gibt die Band auf Einladung der Kleinkunstbühne ein Jubiläumskonzert im Schützenhof an der Dorfstraße 86. Ab 20 Uhr gibt es viel Musik, Besuch von ehemaligen Mitgliedern und Anekdoten zur Geschichte der Gruppe.

 1990 entstand die Band auf Initiative von Posaunist Thomas Körber aus Wittenborn, damals Musiklehrer an der heutigen Schule am Burgfeld, dem das Musizieren und der Jazz am Herzen lag. „Damals nannte man sich schlicht Bigband 90“, berichtet Saxophonist Hartmut Marsch aus Högersdorf, der kurz nach der Gründung dazustieß und heute Leiter der Gruppe ist. Körber führte damals die Feuerwehrkapelle in Wittenborn, schrieb Swing-Arrangements und hatte den Traum, eine echte Bigband auf die Beine zu stellen. „Dazu gehört viel“, sagt Marsch: Jede Bläsergruppe - Trompeten, Posaunen, Saxophone - und dazu Klavier, Gitarre und Rhythmusgruppe spielt musikalische Parts, Sektionen oder englisch „sections“ genannt, die eine Mindestzahl an Instrumenten und viel musikalisches Einfühlungsvermögen voraussetzen. Mit zwölf Bandmitgliedern fing man an - eigentlich zu wenig für eine Bigband, aber dennoch legten die Amateure fröhlich los.

 Fast jeden Mittwoch eines Jahres wurde geprobt, oft sogar die Ferienzeiten durch mit Ausnahmen von vielleicht drei, vier Wochen im Sommer. „Nach wie vor ist es selten, dass die Proben mal ausfallen“, erzählt Marsch (63). Auch wenn nicht alle da sind, wird gespielt: „Dann eben mal nur eine einzige Instrumentengruppe oder in verminderter Besetzung.“ Die Mitglieder kommen größtenteils aus Bad Segeberg und dem direkten Umland, manche sogar aus Lübeck oder Kaltenkirchen.

 Mittlerweile hat die Band ein Repertoire von rund 100 Stücken, ausnahmslos Coversongs von Größen wie Herbie Hancock, Glenn Miller, Dizzy Gillespie, Carlos Santana und anderen Meistern. Und seit einigen Jahren hat die Gruppe in Uwe Oswald sogar einen Sänger, der durch seine Mitgliedschaft in vielen weiteren Ensembles Erfahrung hat.

 Zunächst spielten die Musiker in der Schule am Burgfeld, denn nicht nur Gründer Thomas Körber, sondern auch andere Mitglieder waren dort Lehrer. Seit rund 20 Jahren proben sie im Saal der Wohngruppe für Behinderte in Högersdorf, nachdem es in der Schule einen Wasserschaden gegeben hatte und sie plötzlich ohne Probenraum dastanden. Schnell gewöhnten sich die Musiker in Högersdorf ein; schwieriger war es gewesen, sich mit dem Ausfall von Körber abzufinden, der nach einem Schlaganfall nicht mehr in der Lage war, die Gruppe zu leiten. Sein Lehrerkollege Karl-Heinz „Charly“ Rutz übernahm damals sein Amt.

 Körbers Ziel, guten Jazz und Swing zu spielen, verfolgte die Gruppe weiterhin mit großem Engagement. Und viele Mitglieder sind lange Jahre dabei, so wie Hartmut Marsch. Das wirkt sich auf die Qualität der Musik aus. Jeder weiß, welches seine Aufgaben sind. „Jazz lebt vom Wechselspiel“, erklärt Marsch. „Die Trompeten setzen Nadelstiche, die Saxophone bilden einen musikalischen Teppich, die Rhythmusgruppe sorgt für Stabilität.“

 Schon früh trat die Band auf, damals wie heute mehrere Male pro Jahr in den Segeberger Kliniken, früher gern beim Segeberger Sommer auf der Volksbankbühne in der Fußgängerzone, manchmal in Travemünde oder sogar in Hamburg. Besonders gern erinnert sich Marsch an zwei Auftritte in der Kalkbergstadt: Vor zwei Jahren im Sozialkaufhaus mit Popularkirchenmusiker Jan Simowitsch und seinem Gospelchor bei seinem großen Werk „Sacred Concerts“ und in diesem Jahr beim Sängerfest „Segeberg singt“ auf der Volksbank-Bühne. „Es war um die Mittagszeit - die Chöre hatten Pause, und so strömten viele Menschen zu uns“, erinnert sich Hartmut Marsch.

 Überhaupt sei ein geneigtes Publikum das Beste, was einer Gruppe wie der Swingtime Bigband passieren könne, findet er. „Bei den Proben hakt es manchmal noch mal hier, mal da. Dann steht man vor Publikum. Das geht mit, der Adrenalinspiegel erhöht sich, die Stimmung schaukelt sich hoch - wunderbar“, schwärmt der 63-Jährige.

 Diese Begeisterung hat sich dann doch auf einige Jugendliche übertragen. Die jüngsten Mitglieder der Gruppe sind gerade mal 15, 16 Jahre alt, freut sich der Högersdorfer. Die ältesten sind knapp 70. Alle vereint der Spaß an der Musik. Geprobt wird gern, und ab und an gibt es für die Amateure Seminare und Workshops bei Musikern wie Bernd Frank (Palastorchester Max Raabe), Edgar Herzog (NDR-Bigband) oder Torsten Maaß (Profimusiker aus Ahrensburg). Auch arbeitete die Swingtime Bigband gern mit anderen Ensembles zusammen, unter anderem mit dem Chor Trubadix um dessen Leiterin Anke Rosbach.

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