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Vor Diebeszug Alarm ausgelöst

Bad Segeberg Vor Diebeszug Alarm ausgelöst

Erst lösten die Diebe am Mittwoch Feueralarm im Städtischen Gymnasium aus, als die Schule evakuiert war, gingen sie auf Beutezug. Vor allem Handys und Geld holten sie aus den Taschen der Schüler.

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Dreiste Diebesmasche gestern am Städtischen Gymnasium: Unbekannte Täter lösten zunächst einen Feueralarm aus und nutzten dann die Abwesenheit von Schülern und Lehrern für einen Beutezug.

Bad Segeberg. Zunächst hielten Schulleiter Frank Ulrich Bähr und seine Kollegen am Städtischen Gymnasium das Ganze für einen besonders dummen Streich. Doch schon wenig später entpuppte sich der Feueralarm, der am Mittwoch gegen 11.20 Uhr im Gebäude losging, als Teil eines ausgeklügelten Plans unbekannter Diebe. Denn während sich die gesamte Schülerschaft – wie in solchen Fällen vorgesehen – draußen auf dem Sportplatz versammelt hatte, durchsuchten die Täter drinnen auf Taschen und Jacken.

 So schwang am Mittwochnachmittag in den Worten des Direktors durchaus noch so etwas wie Respekt vor der kriminellen Intelligenz der ungebetenen Besucher mit, als er der Segeberger Zeitung von den unglaublichen Ereignissen berichtete. „Das Ding war mit Sicherheit von langer Hand geplant“, meinte Bähr, „und es setzt vor allem recht gute Ortskenntnisse voraus.“

 Weil eine Übung von vornherein ausgeschlossen werden konnte, machten Bähr und der Hausmeister sich parallel zur Evakuierung des Gebäudes erst einmal auf die Suche nach dem Brandmelder, der den Alarm ausgelöst hatte. Im Gang zur Mehrzweckhalle wurden sie schließlich fündig. „Von einem der Geräte hatte irgendjemand die Kappe abgeschraubt.“ Bährs Verdacht – und Ärger – richtete sich zunächst gegen einen oder mehrere seiner Schützlinge. Er habe sich dann eine Flüstertüte gegriffen und an der Sammelstelle erst einmal eine Durchsage gemacht: „Ich habe die Verantwortlichen aufgefordert, sich umgehend bei mir im Büro zu melden.“

 Und tatsächlich seien kurz darauf zwei Mädchen aufgetaucht; allerdings nicht, um die Tat zu gestehen, sondern um eine merkwürdige Beobachtung zu melden. Sie hätten nämlich kurz zuvor zwei etwa 15 bis 16 Jahre alte, ihnen nicht bekannte Jungen in der Mehrzweckhalle gesehen, die wohl nicht nicht das Städtische Gymnasium besuchen würden. Und die Schülerinnen lagen mit ihrem Hinweis offenbar richtig: „Diese beiden Jungen wurden gesehen, wie sie auf dem Parkplatz in einen roten Wagen, vermutlich einen VW Polo älterer Bauart, gesprungen sind“, schilderte Bähr. Der Pkw habe bereits in Fluchtrichtung gestanden und sei dann zur Hamburger davongebraust – mit einem weiteren Komplizen am Steuer, offenbar alt genug für einen Führerschein.

 Unterdessen hatten Schüler und Lehrer bereits festgestellt, dass im Neubau, dem so genannten Klassenhaus, mehrere Räume durchsucht und Geldbörsen geleert worden waren. „Wir müssen jetzt erst einmal eine Bestandsaufnahme machen, um feststellen zu können, was alles gestohlen worden ist“, erklärte Frank Ulrich Bähr. Neben der Polizei habe man auch gleich die anderen Bad Segeberger Schulen über den Vorfall und diese besonders perfide Masche informiert.

 Wie sich herausstellte, ist auch die Schule am Burgfeld, das frühere Schulzentrum, betroffen. Obwohl unbekannte Täter dort am Mittwochvormittag ohne zuvor ausgelösten Feueralarm aktiv waren, ist ein Zusammenhang doch wahrscheinlich. Wie Schulleiter Bernd Falkenhagen der SZ berichtete, müssen die Diebe dort während der 5. Stunde zugeschlagen haben, also etwas zwischen 11.30 Uhr und 12.15 Uhr. Schwerpunkt seien die Umkleideräume der Sporthalle gewesen.

 „Es wurde alles durchsucht.“ Verschwunden seien rund ein Dutzend Handys, darunter viele teure Smartphones. Auch Geld nahmen die Diebe laut Falkenhagen mit: „Die haben sich alles gegriffen, was wertvoll ist.“ Selbst ein besonders teures Paar Schuhe ließen die Unbekannten mitgehen.

 Wenngleich auch bei seinem Kollegen Frank Ulrich Bähr der Zorn überwiegt, etwas Positives zieht der Direktor dennoch aus dem gestrigen Tag: „Unsere Feuerübungen haben offensichtlich Früchte getragen; alle haben sich schnell und geordnet zur bekannten Sammelstelle begeben.“

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