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Eigenes Amt für die Kita

Bad Segeberg Eigenes Amt für die Kita

Das Rathaus wird neu organisiert: Für die Kindertagesstätte Christiansfelde wird ein eigenes Amt – das sogenannte „Amt 4“ – gebildet. Diese Entscheidung traf die Stadtvertretung mit 15 zu 7 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Zum Amtsleiter wird Stephan Hartung bestellt.

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Bürgermeister Dieter Schönfeld (rechts) freut sich, dass Stephan Hartung die Leitung im neuen „Amt 4“ übernimmt.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. Stephan Hartung ist zurzeit stellvertretender Amtsleiter für Personal und Service. Er kümmert sich unter anderem um die innere Organisation der Stadtverwaltung. Vor allem die Grünen haben mit dem neuen Amt und der Entscheidung für Hartung große Probleme. „Die Kita Christiansfelde ist wesentlich größer als vor drei bis vier Jahren“, schilderte Sozialausschuss-Vorsitzender Jens Lichte (SPD). Mittlerweile sind dort fast hundert Mitarbeiter tätig. Es werden über dreihundert Kinder betreut – vom Krippenalter über die Regelgruppen mit den Drei- bis Sechsjährigen bis hin zum Hort. Der Verwaltungsaufwand ist erheblich. Aus diesem Grund möchte Bürgermeister Dieter Schönfeld die Arbeitsplätze bündeln und direkt vor Ort in der Kita ansiedeln. Er beteuerte am Dienstag, dass im Rathaus durch die Reform keine neuen Stellen geschaffen werden sollen. Lediglich die bisherigen Mitarbeiter werden umgesetzt und Arbeitsbereiche neu geschnitten.

 Mit diesem Konzept konnten sich jedoch viele Kommunalpolitiker nicht so recht anfreunden. „Wir haben erhebliche Bauchschmerzen“, sagte Torsten Bohlmann von der Freien Wählergemeinschaft BBS. Als Schönfeld im Jahr 2009 die Verwaltung auf drei Ämter reduziert habe, sei dies eine sinnvolle Verschlankung gewesen. Bohlmann regte an, die Kita als eigenständiges Sachgebiet in das Schulamt einzugliedern. Bohlmann findet es „fatal“, ein zusätzliches Amt zu schaffen.

 Schönfeld hatte auf die Kritik aus Reihen der Stadtvertretung schon in einer vorhergehenden Sitzung genervt reagiert. „Die Organisation der Verwaltung ist allein Sache des Bürgermeisters“, sagte er den Kommunalpolitikern. Dummerweise braucht er deren Zustimmung. Mit zwei Dritteln Mehrheit könnten sie sein Vorhaben blockieren.

 Unterstützung bekam der Verwaltungschef von den Sozialdemokraten. „Eine klare Bündelung der Aufgaben muss sein!“, sagte Lichte. Zuletzt habe man fast ein halbes Jahr gebraucht, um die Mittagsverpflegung der Kita-Kinder neu zu regeln. Das gehe effektiver.

 Petra Kröger (CDU) konnte sich mit der Neuregelung anfreunden. Schon jetzt gebe es 4,4 Rathaus-Stellen für die Kita. Zwar werde Stephan Hartung als Amtsleiter etwas besser bezahlt als bisher, aber Petra Kröger hofft auf Einsparungen durch effektiveres Arbeiten.

 Deutliche Kritik an der Besetzung des neuen Amts-Chef-Postens mit Stephan Hartung kommt von Annelie Eick (Bündnis 90/Die Grünen). Sie stört sich daran, dass die Stelle nicht ausgeschrieben wird und somit keine Frau die Gelegenheit bekommt, den Posten zu übernehmen.

 Bürgermeister Dieter Schönfeld verwies in der Stadtvertretung darauf, dass kein neues Personal eingestellt wird und man daher keine öffentliche Ausschreibung machen könne. Bei einer hausinternen Ausschreibung würde sich ohnehin Hartung durchsetzen, weil er durch seine Qualifikationen und Beurteilungen die Nase vorn hätte. Schönfeld: „Eine Ausschreibung würde zu keinem anderen Ergebnis führen.“

 Ein wenig unangenehm war die gesamte Diskussion, weil Hartung während des gesamten Tagesordnungspunktes am Verwaltungstisch im Bürgersaal saß. Es kam somit zu der ungewöhnlichen Situation, dass in öffentlicher Sitzung über einen Mitarbeiter gesprochen wird und dieser dabei anwesend ist. Annelie Eick vermutet hier eine Taktik des Bürgermeisters.

 Zudem verweist sie auf Paragraph 7 des Landesgleichstellungsgesetzes. Darin ist geregelt, dass bei gleicher Qualifikation zweier Bewerber eine Frau den Vorzug zu erhalten hat. Schönfeld wies diese Belehrung gestern als „Geisterbahn-Diskussion“ zurück.

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