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Ein Schritt ins Leben

Segeberger Wohn- und Werkstätten Ein Schritt ins Leben

Als geistig behinderter oder psychisch labiler Mensch einen Platz in der Gesellschaft zu finden, ist alles andere als leicht. Die Segeberger Wohn- und Werkstätten geben dabei Hilfestellung.

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Katharina Koch (von links), Sven Müggenburg und Tim Petersen-Lund helfen jeder auf seine Weise, dass die Gäste des Landesvereins für Innere Mission etwas zu essen bekommen.

Quelle: Detlef Dreessen

Rickling. In dieser Woche zeigte die Betriebsstätte Rickling im Tageszentrum Fichtenhof, wie Menschen mit Handicap dort so eingesetzt werden, dass sie ein Stück weit oder ganz den Schritt zur Inklusion schaffen, also zur gleichberechtigten Teilhabe in der Gesellschaft.

 „Es ist toll hier!“, schwärmte Katharina Koch in der Küche des Fichtenhofes (ehemals Bischof-Halfmann-Saal). Die 20-Jährige ist seit zwei Jahren in der Hauswirtschaft beschäftigt. Am Tag der offenen Tür bewirtete sie die Gäste an der Kuchentheke.

 74 solche „Beschäftigte“ hat Gudrun Voss-Burghold, Leiterin der Betriebsstätte Rickling, unter Vertrag. „Manche sind geistig behindert und können weder lesen noch schreiben“, sagt sie, „andere haben schon zwei Berufe gelernt, sind aber durch psychische Probleme daran gehindert, im normalen Berufsleben zurecht zu kommen.“ Diese unterschiedlichen Typen unter einen Hut zu bekommen, sei die große Herausforderung.

 Im Garten- und Landschaftsbau, in den Küchenbereichen des Landesvereins, in der Hauswirtschaft, und im Café Spindel in Bad Segeberg arbeiten die Beschäftigten der Betriebsstätte Rickling. Nicht jeder ist voll belastbar. An einigen Plätzen müsse aber alles professionell laufen, ob im Fließband der Waschküche oder im Café. Darum sind dort immer genug Mitarbeiter des Landesvereins zur Stelle, um sofort einzuspringen, wenn ein Beschäftigter kurzfristig ausfällt.

 Finanziert wird das Programm aus Mitteln der Arbeitsagentur, der Rentenversicherungen und der überörtlichen Sozialhilfe. Drei Monate lang können Beschäftigte sich grob orientieren und einfinden. Weitere 24 Monate läuft das Projekt der Einarbeitung in verschiedene Tätigkeitsfelder. Dazu gehört auch lebenspraktischer Unterricht, der vom Lesen der Uhr bis zum Bahnfahren reichen kann. Bei Problemen hilft der Soziale Dienst. Wenn alles gut geht, können die Beschäftigten anschließend bleiben.

 Einer, bei dem das Projekt voll eingeschlagen hat, ist Sven Müggenborg. Der 25-Jährige hatte vor fünf Jahren als Beschäftigter im Café Spindel angefangen. Mittlerweile hat er im Landesverein eine Ausbildung als Hauswirtschaftshelfer begonnen und ist sichtlich stolz, den Schritt in seiner Entwicklung geschafft zu haben.

 Tim Petersen-Lund, Auszubildender im zweiten Lehrjahr ohne Handicap, hat überhaupt keine Probleme mit den besonderen Kollegen. Im Gegenteil. Schon jetzt übernehme er in ihrer Gegenwart hin und wieder die Führung. „Es ist toll, selbst Verantwortung für andere zu übernehmen.“

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