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Verein für neue Orgel

Marienkirche Segeberg Verein für neue Orgel

Der Name ist schlicht: „Neue Orgel für Marien“ soll der Verein heißen, der jetzt unter dem Dach der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gegründet werden soll. Die öffentliche Versammlung beginnt am Dienstag, 13. Oktober, um 19 Uhr im Gemeindehaus neben der Marienkirche.

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Seit 1959 steht die Orgel in der Marienkirche zu weit hinten auf der Empore, was nach Einschätzung der Verantwortlichen ein optimales Zusammenwirken mit dem Geschehen unten im Kirchenschiff verhindert.

Quelle: Maurer-Büntjen

Bad Segeberg. Während des Treffens soll unter anderem darüber berichtet werden, warum die alte Orgel nicht mehr zu reparieren ist, welcher Orgelbaubetrieb in Frage käme und welche Begleitaktionen für die nächsten Jahre angedacht sind. „Seit 2008 ist bekannt, dass es unserer Orgel nicht gut geht“, schreibt Kantor Andreas-Johannes Maurer-Büntjen in seiner Einladung. Das Gutachten eines Orgelsachverständigen der Landeskirche habe inzwischen eindeutig bescheinigt, dass das Instrument nicht mehr verlässlich nutzbar ist. Im Vorwege hätten sich bereits viele Menschen ehrenamtlich eingesetzt, damit sich der neue Verein dem dringlichen Anliegen widmen kann. Außerdem habe das Engagement von Freiwilligen durch Benefizkonzerte, zahlreiche Spenden und Aktionen inzwischen gut 110000 Euro als finanzielle Grundlage erbracht. „Leider reicht diese Summe nicht aus; wir müssen mit circa einer Million Euro für den Neubau rechnen.“ Viele andere Kirchengemeinden in Deutschland hätten bereits beispielhaft gezeigt, dass ein solches Vorhaben durch die Hilfe mittels eines eingetragenen Vereins zu schaffen ist.

 In der Stadtgeschichte wurde das gewaltige Instrument 1684 als Bauwerk von Bruno Sohnmann erstmals erwähnt. In den Jahren 1873/74 baute die Firma Marcussen & Sohn aus Apenrade eine neue Orgel in der Kirche ein, die dort noch heute ihren Dienst verrichtet – allerdings nicht mehr im Originalzustand. Mehrfach wurde sie umgebaut, so zum Beispiel 1937 von der Firma Kemper & Sohn aus der Hansestadt Lübeck. Dieselbe Firma renovierte das Instrument 1959 und 1970 noch weitere zwei Male. 1976 und 1984 legte dann die Firma Kleucker Hand an, 2003 wurde die Anlage zuletzt generalüberholt.

 Die Orgel, auch „Königin der Instrumente“ genannt, hat 40 Register, drei Manuale und wird elektrisch betrieben. Die Elektrik ist ein Merkmal von vielen, das Andreas-Johannes Maurer-Büntjen ein Dorn im Auge ist. Nach seiner Ansicht wurde in der Vergangenheit zu viel Stückwerk betrieben. „Der Tastenumfang ist zu gering, es gibt nur drei Lautstärke-Stufen, viele Pfeifen sind mangelhaft. Im Inneren der Orgel hängen offene Kabel herum, die eine Brandgefahr bedeuten können.“

 Zudem stehe die Orgel zu weit hinten auf der Empore, was ein optimales Zusammenwirken mit dem Geschehen unten im Kirchenschiff verhindere. Auch würde ein anderer Standort des Instrumentes mehr Platz für Pfeifen lassen und somit einen größeren Tonumfang bedeuten.

 Die Orgeltöne werden durch Labial-(Lippen-)Pfeifen und Lingual-(Zungen-)Pfeifen erzeugt. Pfeifen unterschiedlicher Länge werden zu Registerreihen zusammengestellt, die einen Ton in mehreren Höhen und Klangfarben erklingen lassen. „Die Pfeifen müssen aus demselben Material sein wie Zink oder Zinn. Hier wurden aber oft verschiedene oder minderwertige Materialien verwendet“, erläutert Maurer-Büntjen. Dadurch würden Töne schrill oder dumpf. Zudem wurden schadhafte Pfeifen gelötet oder einfach abgeschnitten. Sie können deswegen nicht mehr gestimmt werden. „Die Register am Orgelspieltisch lassen sich zudem nicht optimal programmieren, um die vielfältigen Klangfarben hervorzubringen.“

 Im Inneren des Instruments steht ein Blasebalg. Er saugt die Luft an, mit der die Töne entstehen. Doch er ist porös und kann daher nicht mehr für den richtigen Luftdruck sorgen.

 Jetzt will die Kirchengemeinde daher den ganz großen Wurf wagen – Maurer-Büntjen: „Wir setzen auf Sie, Ihre Ideen und Ihr Engagement zur Gewinnung von weiteren Spendengeldern, Ihre finanzielle Unterstützung, Ihre Begleitung und Ihr Gebet.“

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