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„100 Prozent dabei sein“

Einbürgerung „100 Prozent dabei sein“

230 bis 250 Ausländer nehmen pro Jahr im Kreis Segeberg die deutsche Staatsbürgerschaft an. „Den meisten reicht der Vollzug am Schreibtisch“, sagt Sandra Fait-Böme von der Ausländerbehörde. Den anderen wird eine Feier mit Bekenntnis auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung geboten.

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Laura Mertens aus Kaltenkirchen ist jetzt gleichzeitig Mexikanerin und Deutsche. Ehemann Matthias und Tochter Linette gratulierten nach der Einbürgerungsfeier in der Begegnungsstätte in Wahlstedt.

Quelle: der: Detlef Dreessen

Kreis Segeberg. „Ich lebe hier, ich arbeite hier, meine Kinder fühlen sich als Deutsche und reden nur Deutsch. Jetzt wollte ich 100 Prozent dabei sein.“ Daher entschied sich der gebürtige Armenier Arayik Abrahamyan aus Trappenkamp, ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Wie 18 andere Erwachsene nahm er an der Einbürgerungsfeier in der Wahlstedter Begegnungsstätte teil.

 Die Freude sei beidseitig, betonte Landrat Jan Peter Schröder: „Wir als Kreis sind ein weltoffenes Völkchen und freuen uns, die neuen Mitbürger zu begrüßen.“ Manch einer wolle nur der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zujubeln, witzelte der Landrat. Wichtiger sei aber etwas anderes: „Bringen Sie sich ein, mischen Sie sich ein.“

 Diese Ermunterung brauchte Jan-Uwe Christensen nicht. „Ich engagiere mich schon seit vielen Jahren in Vereinen“, berichtete der Projekt-Manager der Otto-Group, dessen Mutter aus Berlin stammt und einst einen Dänen heiratete, dänische Staatsbürgerin wurde und wieder nach Flensburg zog. Christensen, bisher Däne, wurde nun Deutscher – ebenso wie seine Frau Zanette, die 1993 aus Lettland nach Deutschland kam und deren Mutter mit einem Deutschen verheiratet ist.

 Einige behalten auch ihre alte Staatsbürgerschaft. Bei EU-Bürgern sei das generell kein Problem, erläuterte Sandra Fait-Böhme. Manche Staaten handhaben das anders. Kasachen etwa werde ihre alte Staatsbürgerschaft aberkannt, wenn sie sich Deutschland zuwenden.

 Das Problem hat Laura Mertens nicht. „Es ist ein wunderbares Gefühl, endlich ganz dazu zu gehören“, sagte die Kaltenkirchenerin. „Ich bin Deutsche, und ich bleibe Mexikanerin.“ Dass Deutsche und Mexikaner sich in besonderer, allgemeingültiger Weise unterscheiden, kann sie nicht sagen. „Alle Menschen sind unterschiedlich.“

 Jeder Neu-Deutsche verpflichtete sich während der Zeremonie einzeln, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu achten, bevor er mit Handschlag des Landrats die Urkunde erhielt – der eine mit tiefer Verbeugung wie Sahat Wanikiat aus Thailand, der andere mit einem flotten Spruch wie Arayik Abrahamyan, der Schröders Worte aufgriff: „Fußball spielt eine große Rolle.“

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