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Applaus für Flüchtlingshelfer

Bad Bramstedt Applaus für Flüchtlingshelfer

Auch wenn das Thema Flüchtlinge derzeit allumfassend präsent ist, kamen nur gut drei Dutzend Bad Bramstedter zur Einwohnerversammlung. Wie schnell sich die Lage verändert, machen die Zahlen deutlich. In Bad Bramstedt sind derzeit 125 Asylsuchende untergebracht. Drei Wochen zuvor waren es noch 110 gewesen.

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Im leerstehenden Haus C des Klinikums könnten künftig auch Flüchtlinge untergebracht werden.

Quelle: Anna Maria Persiehl

Bad Bramstedt. Nach wie vor bilden Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien mit 32 Menschen die größte Gruppe, gefolgt von Afghanen (24), Eritreern (11), Mazedoniern (11) und Kosovaren (9). „Die Familien sind in der Minderheit, hauptsächlich sind es junge Männer“, schilderte Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach, der im Schlosssaal ausführlich über Rechtliches, Verfahren und Auswirkungen für die Kommune informierte.

 Die Quote für Bad Bramstedt musste angesichts der steigenden Zahlen im Land und Kreis immer wieder erhöht werden. Wie viele die Stadt in diesem Jahr noch aufzunehmen hat, ist ungewiss. Der Kreis Segeberg, der die Asylbewerber auf die Städte und Ämter verteilt, schätzt die Zahl für Bad Bramstedt bis Jahresende auf 30 bis 80; genauer gehe es nicht, sagte Kütbach. Das bedeutet, dass Bad Bramstedt in diesem Jahr insgesamt mindestens 150 Flüchtlinge aufnehmen muss, 2014 waren es noch 29 gewesen. Für 2016 muss mit 220 weiteren Neuzugängen gerechnet werden. „Der schlimmste Fall bedeutet über 300“, sagte der Bürgermeister.

 Bis zum Sommer sei die dezentrale Unterbringung aller Asylbewerber noch möglich gewesen, erklärte der Bürgermeister. „Nach wie vor wollen wir keine Container“, bekräftigte er. Es wurden Wohnungen und Appartements im Stadtgebiet gemietet, außerdem hat ein Bramstedter Bauunternehmer an der Kieler Straße einen Neubau errichtet und Garagen umgebaut, um sie der Stadt zur Miete für die Asylbewerber zur Verfügung zu stellen.

 Eine Lösung, die sich nicht sofort realisieren lässt, bietet der bisherige Antreteplatz der Bundespolizei am Düsternhoop, den die Stadt vom Bund erworben hat. Dort soll voraussichtlich ein Wohnungsbauunternehmen Neubauten errichten, die später auch als Sozialwohnungen dienen könnten. Die Stadtverwaltung sei schon jetzt dabei, im Stadtgebiet nach weiteren Möglichkeiten für Wohnungsbau zu suchen, berichtete Kütbach. Auch mit dem Klinikum Bad Bramstedt steht die Stadt im Gespräch über die Nutzung des leer stehenden Hauses C für die Unterbringung von Asylbewerbern.

 Das sensible Thema Flüchtlingssituation erhitzte, anders als zu erwarten war, kaum die Gemüter. Lediglich einer der anwesenden Bramstedter stellte die kritische Frage: „Wer bezahlt das eigentlich alles?“ Kütbach erklärte, dass die Stadt den Großteil der Aufwendungen erstattet bekomme. Schon zuvor hatte der Bürgermeister klar gemacht, dass entsprechend dem Asylbewerberleistungsgesetz die Unterkunft und Mittel für den Unterhalt bezahlt werden, „mehr aber auch nicht“. Schon aus eigenem Interesse der Stadt sei die ehrenamtliche Hilfe wichtig. Den Ehrenamtlichen dankte auch Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt dafür, „was Sie für diese Flüchtlinge tun“. Es gab Applaus von der Versammlung wie auch für Inga Böttger vom DRK-Ortsverein, die vor allem bei der Organisation der kurzfristigen Unterbringung ankommender Flüchtlinge in der Notunterkunft in der Sporthalle der Bundespolizei die Hauptlast getragen hat. Wie Kütbach berichtete, wird diese Unterkunft in Bad Bramstedt allerdings vorerst nicht mehr benötigt. Das DRK ist dort wieder abgezogen.

 Die Bürgervorsteherin ermunterte die Versammlung auch zum Beifall für die Sachgebietsleiterin Soziales im Bürgeramt, Jessica Klinger, die sich im Rathaus zusammen mit dem Amtsleiter Jörg Kamensky und ihren Mitarbeiterinnen um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmert. Wie der Bürgermeister betonte, könnten sich die Bürger an Frau Klinger wenden, wenn sie bei der Betreuung von Asylbewerbern ehrenamtlich helfen möchten. Kütbach gab außerdem bekannt, dass die Internetseite www.willkommen-bb.de im Aufbau ist. Dort wird es demnächst auch Informationen über die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Hilfe geben.

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