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Feuerwehr als „Kulturgut“

Eisbeinessen in Bad Segeberg Feuerwehr als „Kulturgut“

Manuela Söller-Winkler, Staatssekretärin im Innenministerium, ermuntert, Asylsuchende im Bemühen um gesellschaftliche Integration in die Feuerwehren zu holen. „Sie können dabei ein ganz wichtiges Scharnier sein“, sagte sie beim Eisbeinessen der Brandschützer.

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Wehrführer Mark Zielinski (rechts) begrüßte auch Landtagspräsident Klaus Schlie.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. Die Staatssekretärin trat noch einmal lokalen Gerüchten entgegen, im Containerdorf der derzeit entstehenden Erstaufnahme-Einrichtung des Landes im Levo-Park - der einstigen Lettow-Vorbeck-Kaserne am Stadtrand - solle mit der Aufnahme von Flüchtlingen auch aus Hamburg eine Art Abschiebelager speziell für Menschen ohne Bleibeperspektive in Deutschland geschaffen werden. „Es wird stattdessen eine gesunde Mischung angepeilt mit etwa 1000 bis 1500 aufzunehmenden Personen“, sagte sie.

 Das Eisbeinessen der Freiwilligen Feuerwehr im vorigen Jahr, bei dem die Landespolitik nicht vertreten war, bleibt eine seltene Ausnahme. Bei der 89. Auflage am Sonnabend im Vitalia-Seehotel waren gleich zwei Repräsentanten aus Kiel der Einladung gefolgt und legten in der Kreisstadt klare Bekenntnisse zum Wert der etwa 50000 Ehrenamtler in den rund 1400 Freiwilligen Feuerwehren Schleswig-Holsteins ab: neben Söller-Winkler auch Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU), vor einigen Jahren noch als Innenminister zu Gast.

 Das Innenressort, zuständig für die Feuerwehren, hatte vor Jahresfrist in Abstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband die Idee ins Spiel gebracht, die Kameradschaftskassen der Wehren unter die Aufsicht der jeweiligen kommunalen Verwaltung zu stellen. Das hatte vielfachen Protest auf der lokalen Ebene hervorgerufen, maßgeblich aus dem Kreisfeuerwehrverband Segeberg. Mit der Konsequenz, dass die Bad Segeberger Wehr einen eigenständigen Förderverein gründete. Dem gehören unter Vorsitz von Feuerwehrmann Oliver Schulz und Wehrführer Mark Zielinski als seinem Stellvertreter mittlerweile 170 Mitglieder an, einschließlich des beim Eisbeinessen 2015 eingetretenen Segeberger Landrats Jan Peter Schröder. Am Sonnabend konnten Schulz und Zielinski noch einen weiteren prominenten Neuzugang verbuchen: Staatssekretärin Söller-Winkler unterschrieb ungeachtet der noch nicht endgültig ausgestandenen Diskussion um die Kameradschaftskassen die Beitrittserklärung.

 Zwar war die Zahl der passiven Mitglieder per 31. Dezember 2015 gegenüber 965 Förderern ein Jahr zuvor auf 860 gesunken, wie Wehrführer Zielinski berichtete. Doch dank der 170 Mitglieder im gesonderten Förderverein stehen nun mehr als 1000 Bürger der Kreisstadt hinter den derzeit 77 Aktiven, bilanzierte Zielinski in seiner Ansprache. Der Wehrführer zollte seinen Kameraden hohen Respekt „für ihren professionellen ehrenamtlichen Einsatz 365 Tage im Jahr rund um die Uhr“. Er stellte fest: „Ohne uns wäre es sonst brenzlig.“ Zielinski mahnte, dass weiteres Sparen an der Sicherheit kein Weg sein könne. „Wir stellen uns den Aufgaben zuverlässig, kompetent und schnell – und das alles ehrenamtlich.“

 Diesen Punkt würdigten anschließend auch Parlamentspräsident Schlie, die Innen-Staatssekretärin und Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld. Schlie bekannte sich zur Freiwilligen Feuerwehr auch als „wichtigem Stück Kulturgut der Gesellschaft in Schleswig-Holstein“ und dankte nicht zuletzt den Einwohnern der Kreisstadt, die sich in so großer Zahl hinter ihre Feuerwehr stellen. Die Staatssekretärin pflichtete dem ausdrücklich bei: Das „gesellschaftliche Engagement der tief in der Bevölkerung verwurzelten Feuerwehren“ sei nicht selbstverständlich, sondern bedürfe einer besonderen Wertschätzung.

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