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Der größte Karl-May-Experte

Ehrung für Bad Segeberger Der größte Karl-May-Experte

Kaum einer kennt die  Figuren des Schriftstellers Karl May so gut wie Ekkehard Bartsch. Der Bad Segeberger wurde nun bei einem Kongress in Bamberg zum Ehrenmitglied der Karl-May-Gesellschaft ernannt.

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Ekkehard Bartsch (72) aus Bad Segeberg wurde in Bamberg zum Ehrenmitglied der Karl-May-Gesellschaft ernannt, die er 1969 mitgegründet hatte.

Quelle: Rolf Dernen

Bad Segeberg. Der heute 72-Jährige gehörte 1969 zu den Gründern der Gesellschaft, die sich erschöpfend mit Karl Mays Biografie und seinen Büchern befasst. Bartsch, der aus dem schlesischen Liegnitz stammt, kam durch einen Schulfreund auf den Geschmack, was die exotischen Abenteuer mit Winnetou, Kara Ben Nemsi & Co. anging. „Als ich 13 war, hatte ich einen Klassenkameraden, der den ungeheuren Schatz von zwölf Karl-May-Bänden besaß“, schildert Bartsch. Als ersten Roman las er „Unter Geiern“ – und war sofort fasziniert. Dieses Buch, das aus den Erzählungen „Der Sohn des Bärenjägers“ und „Der Geist des Llano Estacado“ besteht, ist für ihn noch heute der „Inbegriff der Karl-May-Romantik“.

 Der junge Ekkehard fing schnell an, sich nicht nur für die Abenteuerromane zu interessieren, sondern auch für deren Schöpfer. Es war also kein Zufall, dass das erste Karl-May-Buch, das sich Bartsch selber kaufte, die Autobiografie „Ich“ war. „Ich hatte das Gefühl, dass da mehr dahintersteckt als spannende Unterhaltung.“

 Mit 18 Jahren besuchte er erstmals die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg. Es gab das Stück „Der Ölprinz“ mit dem neuen Blutsbrüderpaar Heinz-Ingo Hilgers („Winnetou“) und Harry Walther („Old Shatterhand“). Schon im Folgejahr durfte der junge Karl-May-Kenner einen Aufsatz für das Programmheft der Spiele schreiben. Gespielt wurde – was wohl? – „Unter Geiern“.

 Den Kinofilmen der 1960er Jahre stand Bartsch kritisch gegenüber, da sie die Romanvorlage nahezu komplett ignorierten. Zwischenzeitlich ergriff Ekkehard Bartsch den Beruf des Buchhändlers. Von 1968 bis 1971 arbeitete er als Verlagsbuchhändler beim Karl-May-Verlag in Bamberg (und überbrachte bei der Gründungsversammlung der Karl-May-Gesellschaft das Grußwort des Unternehmens).

 Weitere berufliche Stationen als Selbstständiger oder Angestellter führten ihn nach Kulmbach, in die Nähe von Stade und in die Bad Segeberger Buchhandlung C.H. Wäser. Ab den 1980er Jahren verkaufte er Indianistik-Bücher und Karl-May-Bände im Speicher Lüken; seit den 1990ern hat er seinen festen Stammplatz im Blockhaus am Karl-May-Platz. Für Fans der Romane gehören das Stöbern im gut sortierten Fachgeschäft und ein Plausch mit Ekkehard Bartsch ganz selbstverständlich zum Besuch der Karl-May-Spiele.

 Bartsch hat eine eigene Archiv-Edition mit seltenen May-Texten herausgegeben, unzählige Hintergrundberichte für Programmhefte, Zeitschriften und Bücher verfasst – und sogar einigen Schurken in den Büchern das Leben gerettet. Bearbeiter waren nach Mays Tod nämlich dazu übergegangen, die Bösewichte einer gerechten Strafe zuzuführen und bauten etliche grausame Szenen in seine Bücher ein. Bartsch bearbeitete sie im Auftrag des Verlages behutsam wieder zurück und bügelte auch ein paar logische Fehler aus, die Karl May selbst unterlaufen waren.

 Mitunter haben sich auch schon Schauspieler bei Bartsch nach dem Charakter von Figuren erkundigt. So wollte Freddy Quinn wissen, wie er den „Sam Hawkens“ anlegen soll – und Pierre Brice besorgte sich bei Bartsch eine französische Originalausgabe von „Winnetou III“, um das Stück „Winnetous letzter Kampf“ schreiben zu können. Brice wollte den Schmöker aber nur leihweise.

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