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Elf Vertreter für 1500 Jugendliche

Unterschätzter Einfluss Elf Vertreter für 1500 Jugendliche

„Ich sehe meine Aufgabe vor allem als eine Art Vermittler“, sagt Thorge Musfeldt. Seit dieser Woche ist der 16-Jährige Sprecher des sechsten Kinder- und Jugendbeirates (KJB) in Bad Segeberg. Das Gremium vertritt die Interessen aller Kinder und Jugendlichen der Kalkbergstadt gegenüber der Politik.

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Amtsleiter Dirk Gosch  leitete die erste Sitzung des neu gewählten Kinder- und Jugendbeirates der Stadt Bad Segeberg. Die Jugendlichen wählten Thorge Musfeldt  zum neuen Sprecher.

Quelle: Gunnar Müller

Bad Segeberg.. Aber haben die jungen Bad Segeberger überhaupt Lust auf Politik? Die Resonanz lässt nicht darauf schließen: „135 Stimmen wurden abgegeben, davon drei ungültige“, berichtete zu Beginn der konstituierenden Sitzung im Rathaus Amtsleiter Dirk Gosch, der sie als „Alterspräsident“ eröffnete. Das klang stoisch – zugleich aber auch resignierend: An über 1500 Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren waren die Wahlzettel verschickt worden, um aus 13 Bewerbern am Ende die elf Mitglieder zu bestimmen. Drei Wochen lang konnten die Zettel zurückgegeben werden. Die Wahlbeteiligung lag so bei 8,6 Prozent, und damit ungefähr so hoch (oder niedrig) wie bei der letzten Abstimmung.

Dabei hat der KJB durchaus Gewicht in den Sitzungen: Mit „Sitz und Stimme“ entsendet er Vertreter in die großen wichtigen Ausschüsse wie Bau-, Sozial- und Finanzausschuss, darf Anregungen der Jugendlichen einbringen. Der oder die Sprecherin sitzt dann nicht nur in der Stadtvertretung, sondern hat dort auch Rederecht. In den vergangenen zwei Jahren nahm Hellena Wagemann diese Funktion war. „Aber ich stehe vor wichtigen Abitur-Prüfungen und würde das dieses Mal lieber nicht machen“, gab sie gleich zu Beginn bekannt.

Wer auf sie nachfolgen sollte, schien der 17-Jährigen selbst nicht ganz klar zu sein: Erst schlug sie Thorge Musfeldt vor, Minuten später dann aber ihren Bruder Arthur, der beim Urnengang die meisten Stimmen geholt hatte. Von anderen wiederum wurde der 14-jährige Luca Santoro ins Rennen geschickt. Dirk Gosch verteilte dann Wahlzettel an die zehn anwesenden Jugendlichen. 5 zu 4: Mit einer Stimme Vorsprung setzte sich schließlich Thorge gegen Luca durch, Arthur erhielt in dieser Wahl nur eine Stimme. Bei der Wahl der Stellvertreter setzte sich Helena anschließend gegen ihren Bruder Arthur durch.

Welche Bedeutung die Jugendlichen haben können, machte ein Zusatzpunkt auf der Tagesordnung deutlich: Im Stadtteilbeirat der Südstadt besitzen die Jugendlichen nämlich nicht nur Rede- sondern sogar Stimmrecht.

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