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S21-Ausbau überflüssig

Ellerau S21-Ausbau überflüssig

Bis 2020 soll die S-Bahn von Hamburg bis nach Kaltenkirchen fahren – allerdings nicht, wenn es nach dem Willen der Ellerauer Bürgerinitiative Bahnstraße geht. Sie wehrt sich gegen das Nahverkehrsprojekt und untermauert ihre Kritik nun mit einem Gutachten.

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Die Sprecher der Bürgerinitiative Bahnstraße (von links) Marco Kuhnke, Thomas Timm, Florian Börner und Markus Spiering vertreten laut eigenen Aussagen die Interessen von rund 80 Anwohnern.

Quelle: Alexander Christ

Ellerau/Kaltenkirchen. Geplant ist neben den AKN-Gleisen der Bau einer zweiten elektrifizierten Schienentrasse, auf der dann Züge der Linie S21 rollen sollen. Die Bürgerinitiative hält das für überflüssig und fordert einen sofortigen Planungsstopp.

 Bestärkt in ihrer Einschätzung werden Markus Spiering, Florian Börner, Thomas Timm und Marco Kuhnke, Sprecher der nach eigenen Angaben rund 80 Mitglieder zählenden Kritiker-Gruppe, durch ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten des Münchner Consulting-Unternehmens Vieregg-Rössler. Es kommt in zahlreichen Punkten auf völlig andere Ergebnisse als die Analyse der AKN, angefertigt vom ebenfalls in München ansässigen Consulting-Unternehmen Intraplan. Ihm seien „schwere Rechenfehler“ bei Investitionen, Betriebskosten und CO2-Emissionen unterlaufen, heißt es unter anderem in dem 24-seitigen Gegengutachten.

 Die Kosten seien demnach beispielsweise für die 4,5 Kilometer zwischen Quickborn und Tanneneck mit 3,17 Millionen Euro pro Kilometer bundesweit einmalig niedrig kalkuliert. Für einen vergleichbaren Streckenabschnitt einer nicht elektrifizierten Bahnstrecke zwischen Ampfing und Altmühltal in Bayern seien 6,4 Millionen Euro aufgewendet worden. Insgesamt sind für den S-Bahn-Bau fast 100 Millionen Euro veranschlagt.

 Auch würde nach Berechnungen von Vieregg-Rössler die CO2-Belastung durch Umstellung auf S-Bahn-Betrieb auf über 21000 Tonnen pro Jahr steigen, fast das Dreifache des Wertes im AKN-Papier. „Ebenfalls viel zu niedrig angesetzt wurden die laufenden Betriebskosten“, erklärte Initiativen-Sprecher Börner. Sie belaufen sich pro Jahr laut Gegengutachten auf 7,25 Millionen Euro anstatt 5,75 Millionen Euro. Zudem sei bei den Berechnungen von Intraplan beim prognostizierten Fahrgastaufkommen der sechsspurige Ausbau der A7 nicht berücksichtigt worden. „Er wird viele Pendler animieren, wieder auf das Auto umzusteigen. Daher ist die von Intraplan kalkulierte bis zu 95-prozentige Steigerung des Fahrgastaufkommens illusorisch“, meint S-Bahn-Kritiker Spiering.

 Nach Auffassung der S21-Gegner steht zudem die Zeitersparnis pro Fahrt zwischen Kaltenkirchen und Eidelstedt von fünf Minuten in keinem Verhältnis zu den ökologischen und wirtschaftlichen Folgen des zweigleisigen Ausbaus. Als Alternativen schlagen Spiering und seine Mitstreiter unter anderem die Verlängerung der U-Bahn bis Ulzburg-Süd und der AKN bis Hamburg-Hauptbahnhof vor. ach

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