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Wieder hauptamtlicher Bürgermeister

Ellerau Wieder hauptamtlicher Bürgermeister

Der Weg vom ehrenamtlichen zum hauptamtlichen Bürgermeister in Ellerau scheint endgültig frei: Mit 14 zu 10 Stimmen hat die Gemeindevertretung einen SPD-Antrag abgelehnt, der den Wechsel zu einem Profi an der Gemeindespitze stoppen wollte. Die Wahl könnte im Mai 2017 stattfinden.

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Eckart Urban ist ehrenamtlicher Bürgermeister in Ellerau. Er und seine Partei, die SPD, halten einen hauptamtlichen Verwaltungschef für nicht notwendig - und zu teuer.

Quelle: Archiv

Ellerau. Die Umstellung auf einen hauptamtlichen Bürgermeister war bereits im März beschlossen worden. Nach dem gescheiterten Aufhebungsantrag gestand SPD-Chef und Bürgermeister Eckart Urban ein: „Jetzt gibt es kein Zurück mehr.“ Für den Bürgerverein Ellerau (BVE), der den Wechsel beantragt hatte, ist „ein wichtiges Ziel“ in greifbare Nähe gerückt.

 „Die Beratungen sind noch nicht abgeschlossen. Aber wenn nicht noch der ganz große politische Hammer kommt, müsste es eigentlich klappen“, sagte der BVE-Vorsitzende Joachim Wehner. Nach der mehrheitlichen Ablehnung des SPD-Antrags werde voraussichtlich am Tag der Landtagswahl im Mai 2017 auch ein neuer hauptamtlicher Bürgermeister für Ellerau gewählt. 14 der 24 Gemeindevertreter hatten gegen den Beschlussvorschlag gestimmt, die Anfang März gefällte Entscheidung rückgängig zu machen.

 Zuvor hatte die SPD gegen die Umstellung Stimmung gemacht und auf die schlechten Zahlen im Entwurf für die Haushaltsjahre 2017 und 2018 verwiesen. Laut SPD müsse man für 2017 mit einem Defizit von rund 620000 Euro rechnen, für 2018 sogar mit einem Minus von knapp 990000 Euro – ohne dass die Kosten für einen berufsmäßigen Verwaltungschef berücksichtigt sind.

 „Wir halten es nach wie vor nicht für notwendig, einen hauptamtlichen Bürgermeister zu installieren“, sagte Urban. Und: „Nach den neuesten Zahlen endet der Doppelhaushalt 2017/18 mit einem Fehlbetrag. Der Bürgermeister ist hier ein erheblicher Posten, daher lehnen wir ihn auch aus Kostengründen ab.“

 Die Kosten für einen hauptamtlichen Bürgermeister – nach Schätzungen der SPD 85000, nach BVE-Meinung 60000 Euro – ließen sich nach Ansicht der SPD nur mit Gebührenerhöhungen finanzieren. „Und das ohne Notwendigkeit“, betonte Urban. Das Geld könne nach Meinung der SPD besser für die Konsolidierung des Haushalts verwendet werden.

 „Wie alle politischen Kräfte sind auch wir daran interessiert, einen ausgeglichenen Haushalt zu haben“, machte BVE-Fraktionschef Wehner deutlich, „und die Beratungen sind noch nicht abgeschlossen.“ Er sei zuversichtlich, durch Einsparungen, Verschiebungen und Gebührenerhöhungen einen ausgeglichenen Etat zu erreichen, sagte er. Zudem seien die Kosten für einen hauptamtlichen Bürgermeister in der Haushaltsdebatte nicht ausschlaggebend. „Es gibt gute Gründe dafür. Als Ehrenamt ist die Aufgabe nicht vernünftig zu leisten.“ Aus BVE-Sicht sei die Gemeinde mit rund 6000 Einwohner dafür zu groß, zudem gebe es Schwierigkeiten, einen geeigneten Kandidaten zu finden. Mit Regina Stöver hat der BVE sich bereits auf eine Kandidatin für das Amt des Bürgermeisters geeinigt.

 Ellerau hatte zuletzt bis zur Verwaltungsreform 2007 einen hauptamtlichen Bürgermeister, wurde dann jedoch an die Verwaltung der Stadt Norderstedt angegliedert.

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